Mehrere Schilder dieser Art wurden in der Hohen Mark in der Bauerschaft Tannenberg angebracht. Wer sie aufhängte, ist nicht bekannt. © privat
Hohe Mark

Warnung vor dem Wolf: Schilder im Halterner Waldgebiet werfen Fragen auf

Schilder in der Hohen Mark in Haltern warnen vor dem Wolf. Unklar ist, wer sie dort angebracht hat. Ein Sprecher des Landesamts für Natur und Umwelt äußert sich zu dem Fall.

Große Irritation haben Schilder ausgelöst, die im Waldgebiet Hohe Mark in der Bauerschaft Tannenberg zwischen Holtwick, Granatstraße, Bundesstraße 58 und Autobahn 43 aufgehängt worden sind. Sie warnen vor dem Wolf. „Achtung! Wolfsgebiet! Betreten nur in Gruppen, Kinder beaufsichtigen, Hunde anleinen“ ist darauf zu lesen. Rot hinterlegt und mit dem Konterfei eines Wolfs versehen, sollen die Schilder offenbar Angst bei Spaziergängern und Reitern verbreiten.

In der Hohen Mark zwischen B 58, A 43, Granatstraße und Holtwick wurden die Schilder gefunden.
In der Hohen Mark zwischen B 58, A 43, Granatstraße und Holtwick wurden die Schilder gefunden. © 3D.Ruhr © 3D.Ruhr

Wer die Schilder aufgehängt hat, ist nicht bekannt. Die in Nordrhein-Westfalen für das so genannte Wolfsmanagement zuständige Behörde jedenfalls ist nicht für diese Aktion verantwortlich. Und das aus gutem Grund, weiß Wilhelm Deitermann. „Es gibt überhaupt keine offiziellen Schilder, die vor dem Wolf oder einem Wolfsgebiet warnen“, sagt der Sprecher des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Nordrhein-Westfalen. „Und es gibt auch keine Rechtsgrundlage dafür“, betont er. Es sei vermutlich davon auszugehen, dass die Schilder schlichtweg nicht aufgestellt werden durften.

„Haltern ist kein Wolfsgebiet“

Der Lanuv-Sprecher legt großen Wert darauf, dass Haltern kein Wolfsgebiet ist. „Die Stadt Haltern zählt zur umliegenden Pufferzone des Wolfsgebiets Schermbeck“, erklärt er. Wie bereits berichtet, umfasst die Pufferzone auf einer Fläche von gut 2800 Quadratkilometern mehrere umliegende Gemeinden des Schermbecker Wolfsgebietes, darunter neben Haltern auch Marl, Reken, Oer-Erkenschwick und Datteln.

Wölfin GW1800f wurde nahe Lavesum gesichtet

Nachgewiesen wurde das wilde Tier allerdings schon in Haltern. Zuletzt war es im Mai und Juni vergangenen Jahres im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lavesum sowie im Bereich Reken in eine Fotofalle getappt. Aufnahmen eines Wolfes gelangen Ende Mai auch an einer Fotofalle in einem Waldgebiet bei Dülmen. Dieser Bereich grenzt an das Halterner/Rekener Gebiet.

Die in Lavesum und Reken gesichtete Wölfin trägt nach Lanuv-Erkenntnissen die Kennung GW1800f (German Wolf 1800 female).

Nachweise auf eine Wölfin hat es im Raum Haltern bereits gegeben. Unser Symbolbild zeigt einen europäischen Wolf im baden-württembergischen Wildparadies Tripsdrill. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Das Tier stammte aus dem Rudel Schneverdingen in Niedersachsen. Aus dem selben Rudel stammen die zwei schon mehrmals nachgewiesenen Wölfe im Wolfsgebiet Schermbeck, die dort mehrfach unter anderem Schafe gerissen hatten. Unklar ist, ob Wölfin GW1800f sich im benachbarten Wolfsgebiet Schermbeck niedergelassen hat oder ob sie nur kurz in der Gegend unterwegs war. Im Raum Haltern wurde sie bislang nicht erneut nachgewiesen.

Sichtungen werden häufig gemeldet

Erst kürzlich hatten sich Reiterinnen, die im Wald zwischen Sythen und Lavesum an der Sythener Straße zwei Wölfe gesichtet haben wollen, an das Lanuv gewandt. „Sichtungen dieser Art, also ohne Nachweis, werden uns sehr häufig gemeldet“, erklärt Wilhelm Deitermann dazu.

Natürlich könne es sich dabei um durchziehende Wölfe gehandelt haben. Sehr häufig aber würden Wölfe auch mit Hunden verwechselt, gibt der Lanuv-Sprecher zu bedenken. „Das ist wirklich eine Angelegenheit für Experten, Wölfe von Hunden zu unterscheiden“, sagt er. Dennoch ermuntert Deitermann die Bürger, vermeintliche Wolfssichtungen auch weiterhin der Behörde zu melden. „Wir nehmen das in unsere Datenbank auf.“ Jeder Hinweis sei wichtig.

Die Warnschilder indes sollen nicht mehr lange hängen bleiben. Das bestätigte Reinhold Bergjürgen. Wie der Vorsitzende des Hegerings Halterns erklärte, sei auch der Jagdpächter des betreffenden Gebiets in der Hohen Mark auf die Schilder aufmerksam geworden. Er habe angekündigt, sie umgehend zu entfernen. Auch den Jägern ist nicht bekannt, wer die Schilder an den Bäumen montierte. Bergjürgen: „Wir haben keine Hinweise.“

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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