Supermärkte und Drogerien in Haltern führen Schutz für Kunden und Mitarbeiter ein

mlzCoronavirus

Die Supermärkte und Drogerien in Haltern haben verschiedene Schutzmaßnahmen eingeführt, die von den Kunden gut angenommen werden. Nicht immer ging es in vergangenen Tage so harmonisch zu.

Haltern

, 26.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie im Glashaus sitzen die Kassierer im Edeka-Markt Bleise aktuell an den Kassen. Rundherum sind Plexiglasscheiben. Nur dort, wo das Kassenband ist, ist das Häuschen offen. Zum Schutz seiner Mitarbeiter vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus hat Marktleiter Hans-Jürgen Bleise die Scheiben anbringen lassen.

Außerdem trennen Absperrbänder die Kassenbereiche voneinander. Vor den Kassen zeigen Markierungen auf dem Boden den Abstand an, den Kunden zueinander einhalten sollen – ebenso an den Frischetheken. Auch dort weisen Schilder darauf hin, Abstand einzuhalten.

Komplett durch Plexiglas geschützt ist Justin Wergen an der Kasse bei Edeka Bleise.

Komplett durch Plexiglas geschützt ist Justin Wergen an der Kasse bei Edeka Bleise. © Jürgen Wolter

Streit wegen eines Paketes Salz

In dieser Woche sei der Umgang mit der Situation bei den Kunden schon merklich entspannter geworden, sagt Marktleiter Bleise. „Es ist ein gutes Miteinander. Die Kunden gehen sich in den Gängen aus dem Weg und treten einen Schritt zurück, wenn unsere Mitarbeiter an die Regale müssen.“ So harmonisch ging es im Laden in der vergangenen Woche nicht immer zu. Jugendliche seien durch den Laden gelaufen, hätten absichtlich laut gehustet und gerufen, sie würden alle mit Corona anstecken.

Außerdem hätten sich zwei Männer um das letzte Paket Salz gestritten und eine Mitarbeiterin sei angespuckt worden, weil es kein Mehl mehr gegeben habe, erzählt Marktleiter Dirk Glados. „Ich hatte wirklich Sorge um meine Mitarbeiter.“

Dabei gibt es keine Knappheit an Lebensmitteln. Supermärkte und Politiker betonen das immer wieder. Beim Kaufverhalten der Kunden kommen aber die Logistikzentren mit den Lieferungen und die Märkte teilweise nicht mit dem Einräumen hinterher. „Wir räumen aktuell auch nach Feierabend und am Wochenende ein“, sagt Glados.

Schilder weisen darauf hin, möglichst alleine einzukaufen

Auch im Frischmarkt Bösing im Lippramsdorf gibt es keine Knappheit. Zwar sei es mit der Lieferung von Toilettenpapier wegen der großen Nachfrage gerade ein bisschen schwierig, grundsätzlich sei aber alles da. „Wir haben jetzt wieder 200 Kilo Mehl geliefert bekommen“, sagt der stellvertretende Filialleiter Andreas Bösing.

Im Laden hängen Schilder, die die Kunden darauf hinweisen, Abstand zu halten, möglichst nur alleine einzukaufen und Gespräche zu unterlassen. „Auch wir unterhalten uns natürlich gerne mal mit unseren Kunden, aktuell müssen wir darauf aber leider verzichten“, sagt Bösing. „Unsere Kunden verstehen das aber.“

Bei den anderen Maßnahmen sei es genauso. Leergut wird nur noch von den Kunden selbst eingeräumt. An den Theken stehen Leitkegel. Die Kunden sagen aus einiger Entfernung, was sie haben wollen und treten dann nur zum Abholen an die Theke.

Im Frischmarkt Bösing wurden Kegel vor der Frischetheke aufgestellt, damit die Kunden Abstand halten.

Im Frischmarkt Bösing wurden Kegel vor der Frischetheke aufgestellt, damit die Kunden Abstand halten. © Benjamin Glöckner

An den Kassen gibt es ebenfalls Abstandsmarkierungen und ein kleines Plexiglas-Häuschen zum Schutz der Kassierer. Die Kunden sind angehalten mit Karte zu zahlen. „Kontaktlos geht das sogar durch die Plexiglasscheibe“, sagt Bösing und lacht. Außerdem würden sie ständig die Griffe der Einkaufswagen und etwa der Kühltruhen desinfizieren.

Bösing hat eine Lichtschranke bestellt

Um einen Überblick über die Anzahl der Kunden, die im Laden einkaufen, zu haben, hat Bösing schon eine Lichtschranke bestellt. Andere Läden gehen anders vor: Beim DM und Lidl in Haltern ist zu beobachten, dass ein Sicherheitsdienst den Zugang zum Laden regelt. Auch Penny teilt auf Anfrage mit, dass dort, wo es nötig sei, Kundenzulauf beschränkt werde – etwa durch Einlassstops oder Beschränkungen der Anzahl an Wagen oder Körben.

Außerdem würden Mitarbeiter mit Handschuhen arbeiten und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Lidl, Netto und DM bestätigen diese Maßnahmen. Sie alle haben an den Kassen Schutzscheiben aufgestellt und Abstandsmarkierungen aufgeklebt oder haben das geplant.

Lesen Sie jetzt

73 Halterner sind am Coronavirus erkrankt. Die Zahl im gesamten Kreis stieg am Donnerstag auf 659. Mehr als die Hälfte ist bereits wieder gesundet. Von Benjamin Glöckner, Eva-Maria Spiller

Lesen Sie jetzt