Ab Mittwoch wird die Rekumer Straße wieder leer sein. Die Geschäfte müssen bis auf wenige Ausnahmen schließen. © Pia Stenner
Corona-Lockdown

Wegen Corona muss Halterns Handel wieder schließen: „Das zermürbt uns“

Der harte Corona-Lockdown ist beschlossen, er gilt vom 16. Dezember bis 10. Januar. Halterns Kaufmannschaft sagt zu diesem Stillstand: „Dieses Virus macht nicht nur krank, es zermürbt auch.“

Deutschland geht zum zweiten Mal einheitlich in den harten Lockdown. Darauf verständigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten. Was das bei allem Verständnis für den Handel in Haltern bedeutet, fassen Oliver Entrop und Christoph Kleinefeld (Vorsitzender beziehungsweise Geschäftsführer der Werbegemeinschaft) so zusammen: „Ein Shutdown zu diesem Zeitpunkt, so kurz vor Weihnachten, kommt einem Aufprall aus voller Fahrt gegen eine Betonwand gleich.“

Viele Unternehmen litten noch an den Auswirkungen des ersten Shutdowns im Frühjahr, sagen sie. Vielen Händlern mache der politisch gewollte Frequenzverlust in der Innenstadt erhebliche Probleme.

Der Ernst der Lage ist bewusst, dennoch Verwunderung

„Uns ist der Ernst der Pandemie bewusst. Seit Monaten arbeiten wir mit Hygiene-Konzepten und sagen Veranstaltungen und offene Sonntage ab. Es verwundert aber die betroffenen Einzelhändler dann doch, was im Light-Shutdown bundesweit noch immer alles möglich war“, schreiben Oliver Entrop und Christoph Kleinefeld in einer Stellungnahme, um die die Halterner Zeitung gebeten hatte. In Abendnachrichten habe man immer noch Menschen vor Glühweinständen und Weihnachtsbuden interviewt, zehntausende Menschen hätten sich durch Shoppingcenter gedrängt.

Christoph Kleinefeld und Oliver Entrop äußern sich zum zweiten Lockdown.
Christoph Kleinefeld und Oliver Entrop äußern sich zum zweiten Lockdown. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Mit steigenden Infektionszahlen bleibe der Politik nun keine andere Wahl, als die Wirtschaft und die Gesellschaft herunterzufahren. „Die gleichen Ministerpräsidenten, die noch vorgestern hektisch nach sofortigen Maßnahmen riefen, haben noch vor wenigen Monaten mit einer unsäglichen 800qm-Regel für Ungleichbehandlung und Existenznöte gesorgt, haben um Formulierung und Auslegung gestritten. Wir hoffen sehr, dass staatliche Unterstützung und Entlastungen schneller kommen, als die Novemberhilfe für die Gastronomie“, halten die Vertreter der Werbegemeinschaft nicht hinterm Berg.

Zukunftsängste und besondere Bitte an die Kunden

Bleibt der Wunsch, dass die Halterner Unternehmen robust genug sind, diesen zweiten Lockdown wirtschaftlich und auch mental zu verkraften. Oliver Entrop: „Es ist genauso schwer, noch einmal die Kraft zu finden, wieder aufzustehen und nochmals gegenanzukämpfen.“

Die letzten Tage vor Weihnachten stärken noch einmal den Umsatz der Kaufmannschaft. Jetzt brechen die Einnahmen wieder weg.
Die letzten Tage vor Weihnachten stärken noch einmal den Umsatz der Kaufmannschaft. Jetzt brechen die Einnahmen wieder weg. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Die heimischen Kaufleute bitten ihre Kunden darum, dem Einzelhandel vor Ort treu zu bleiben, damit sich die Einkaufsmöglichkeiten in Zukunft nicht negativ verändern. Wer mit Einkäufen nicht warten kann, kann auch regional online beim Händler vor Ort kaufen. Viele Unternehmen haben schon im ersten Lockdown Ware über Socialmedia-Kanäle und per Telefon angeboten und kostenlos bis an die Haustür geliefert.

Aber auch das sagen Oliver Entrop und Christoph Kleinefeld: „Bleiben Sie bitte zuhause und halten Sie sich an die Regeln. Es gilt nicht: Was nicht verboten ist, ist ja erlaubt. Es gilt vielmehr: je weniger Kontakte, desto besser.“

Stillstand mit Ausnahmen

Deutschland soll nahezu still stehen. Ausnahmen von der geplanten Schließung des Einzelhandels gibt es für Geschäfte, deren Waren und Dienstleistungen als absolut notwendig eingestuft werden.

Das sind der Lebensmittel-Einzelhandel, die Wochenmärkte und Direktvermarkter für Lebensmittel, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkaufsläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkauf und Großhandel.

Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe müssen schließen.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
Zur Autorenseite
Elisabeth Schrief

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt