Wenn Hilfe im Dorf gebraucht wird, packen die Hullerner Schützen kräftig mit an

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Restaurierung des Ehrenmals, das Aufstellen des Maibaums oder den Bau eines Radwegs - ohne die tatkräftige Hilfe der Hullerner Schützen ginge im Dorf längst nicht so viel.

Hullern

, 22.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schützenvereine haben in Deutschland eine lange Tradition. Doch neben Paraden, Vogelschießen, Königsproklamation und Feiern im Schützenzelt übernehmen viele Vereine neben der Traditionspflege und Erhaltung des alten Brauchtums auch wichtige Funktionen in den Gemeindestrukturen.

Das hat sich auch der „Heimat- und Schützenverein Hullern“ auf die Fahnen geschrieben und sich über die Jahre durch sein vielschichtiges Engagement zu einem der ersten Ansprechpartner bei allgemeinen Problemstellungen im Hullerner Gemeindeleben entwickelt.

Rentnerband ist die Spezialtruppe des Vereins

„Dafür steht unsere Rentnerband in der ersten Reihe. Das ist unsere Spezialtruppe“, sagt Raimund Schumacher, der 1. Vorsitzende des Vereins, stolz und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Seit einiger Zeit gehöre ich altersmäßig auch dazu.“

Seit 2014 kümmert sich die Truppe um den Erhalt des von der Stadt Haltern überlassenen Dorfplatzgeländes. Dafür treffen sich die „die alten Feger“ alle 14 Tage zu einem gemeinsamen Arbeitseinsatz. Dort stellen sie auch jedes Jahr den Maibaum auf und zur Adventszeit schmücken sie den Platz mit einer Weihnachtstanne. Die daran befindlichen Sterne werden vom 2. Zug gebastelt und verkauft.

Geld hilft bedürftigen Kindern vor Ort

Den Erlös dieser Aktion erhält die örtliche Caritas, die damit bedürftigen Hullerner Kindern eine schöne Weihnachtsüberraschung bereitet. Mit großem handwerklichen Geschick wurden auch Reparaturarbeiten am Zaun des alten Hullerner Friedhofs in Hullern durchgeführt, und ein rund 200 Meter langes Teilstück des parallel zur Westruper Straße verlaufenden Fahrradwegs angelegt.

Wenn Hilfe im Dorf gebraucht wird, packen die Hullerner Schützen kräftig mit an

Die Rentnerband stellt auch jedes Jahr den Maibaum in Hullern auf. © Manfred Rimkus

„Chef“ der Rentnerband ist Hans Josef Schild. Seine eingeschworene Truppe von 16 tatkräftigen Männern im Alter von 65 bis 84 Jahren sind alles verdiente Vereinsmitglieder, die nach ihrer aktiven Zeit über den Ehrenzug dazu gekommen sind. Sie hoffen aber auf Nachwuchs. Hans Josef Schild: „Wir sind modern und haben sogar eine eigene Whatsapp-Gruppe“, sagt er und lacht.

Als Paradebeispiel für das intensive Vereinsengagement nennt Raimund Schumacher den Wiederaufbau des Ehrenmals im Dorf.

Verein restaurierte das Ehrenmal

Auf der Jahreshauptversammlung 1996 war der marode Zustand des unter Denkmalschutz stehenden Ehrenmals Hauptthema. Es wurde beschlossen, es wieder herzurichten. Der Verein organisierte in der Folgezeit erfolgreich Benefizveranstaltungen und Spendensammlungen, um das nötige Geld zusammenzubekommen. Danach wurde nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde mit der gezielten Restaurierung begonnen.

Bis zur feierlichen Einweihung im Jahr 2000 haben Hullerner Bürger und Mitglieder des Schützenvereins viele ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, die aber leider nicht von langer Dauer waren. Gerade mal vier Jahre später gab es in Hullern bei einem Gewitter einen einzigen größeren Blitzeinschlag, der ausgerechnet das gerade restaurierte Ehrenmal traf. Erhebliche Schäden waren die Folge. Diese wurden aber in dörflicher Gemeinschaftsleistung bis zum Volkstrauertag behoben.

Rainer Nottenkämper: „Die vielen gemeinsam verbrachten Arbeitstunden haben sich sehr positiv auf das Vereinsleben ausgewirkt.“

Aufwendige Werbe- und Sammelaktionen

Eine weitere Vereinsaktivität war im Jahr 1994 die Herausgabe des „Hullerner Heimatbuchs“ von Heiko Bruder. Um die Auflage der später auch verkauften rund 1000 Exemplare finanziell abzusichern, übernahm der Verein aufwendige Werbe- und Sammelaktionen.

Im Jahr 2000 vermeldete Vorstandsmitglied und Webmaster Klaus Büttner: „Hullern ist online!“. Er hatte eine gemeinsame Internetplattform für Dorf und Verein geschaffen, auf der man sich von da an immer aktuell über die wichtigsten dörflichen Geschehnisse informieren konnte. Unter anderem findet sich da auch der wichtige Veranstaltungskalender, wo jedes Jahr alle Ortstermine koordiniert und veröffentlicht werden. Diese Website wird zeitnah aktualisiert und vom Verein verantwortlich geführt.

Engagement beim Neujahrsempfang

2002 erstellte der Verein mit der Unterstützung ortsansässiger Firmen drei neue Dorfeingangsschilder und das Ortswappen „Hullern an der Stever“, das später auch auf die Vereinsfahne übernommen wurde. Zur 150-Jahr-Feier des Vereins produzierten die Schützen eine umfangreiche, reich bebilderte Festschrift in Buchform und brachten an den Ortseinfahrten geschmückte Torbögen an. Seit 2014 engagiert man sich auch beim Neujahrsempfang der Hullerner Bürger im Pfarrheim.

Schumacher sagt: „Wir sehen unsere vielschichtigen Aktivitäten als Teil unserer Vereinsaufgabe an. Durch viele Hände Arbeit ist auch vieles möglich.“

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