Wer "Feuer" ruft, braucht Hilfe

HALTERN Das Team von Sicher-Stark war am Samstag Gast in der Eichendorff-Schule. Ralf Schmitz und Wolfgang Overkamp trainierten mit den Kindern das richtige Verhalten in Gefahrensituationen.

von Von Benjamin Glöckner

, 20.01.2008, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Die Puppen Felix und Lara, gespielt von Ralf Schmitz und Wolfgang Overkamp (v.l.), besprachen mit den Kindern die verschiedenen Situationen. Glöckner</p>

<p>Die Puppen Felix und Lara, gespielt von Ralf Schmitz und Wolfgang Overkamp (v.l.), besprachen mit den Kindern die verschiedenen Situationen. Glöckner</p>

 "Ein Mann hat mich mal aus dem Auto angesprochen und gefragt, wo ich wohne", erzählt Justin. Einem anderen Kind wurde schon Geld fürs Einsteigen angeboten."Solche Aussagen erstaunen uns nicht." Ralf Schmitz hört solche Erzählungen jeden Tag. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Sozialpädagoge Wolfgang Overkamp, war der ehemalige Polizeibeamte am Samstag auf Einladung des Fördervereins Gast in der Freiherr-von-Eichendorff-Grundschule.Als "Sicher-Stark-Team" versuchten sie am Samstagvormittag, in der Schule den Erst- und Zweitklässlern das richtige Verhalten in solchen Situation beizubringen."Der Förderverein hat einen solchen Selbstbehauptungskurs bereits vor anderthalb Jahren angeboten, und der ist sehr gut angekommen", erklärte Fördervereinsvorsitzende Sabine Ruttert-Bonk die Wiederholung.

Lara und Felix in Aktion

Der Kurs war klar gegliedert: Anhand von kleinen Beispielfilmen zeigte das Team zuerst die verschiedenen Konflikt- und Gefahrensituationen, in die die Kinder geraten können. Danach traten die Puppen Lara und Felix in Aktion, um mit den Kindern das Gesehene zu reflektieren. Anschließend wurden Aktionsspiele durchgeführt. Dabei tollten die Kinder beispielsweise durch die Pausenhalle und spielten Fangen. Wer gefangen wurde, musste stehen bleiben und laut "Feuer" rufen. Damit erlebten die Kinder das Erlernte. Kurz zuvor hatten sie erfahren, dass mehr Erwachsene auf den Feuer-Ruf hören als etwa auf das nahe liegende "Hilfe".

Wer darf mich wo berühren?

Auch mit Berührungen lernten die Kinder umzugehen. "Wer darf mich wo und wie berühren", erklärte Schmitz diese Phase. Da dies häufig im näheren Umfeld der Kinder stattfindet, müssten sie lernen, auf ihr Bauchgefühl zu hören und dann offen sagen, dass sie das nicht möchten, so Schmitz weiter. Besonders intensiv wurde die Arbeit jedoch auf dem Schulhof. Overkamp hatte sich verkleidet und versuchte, mit einem Foto von einer Katze und der Bitte um Hilfe an einzelne Kinder heranzukommen. Doch die Kinder hatten bereits einiges gelernt, blieben auf Abstand und reagierten mit einem kräftigen "Nein!".

http://www.sicher-stark.de

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