Meinung

Werbung im Teich: Ein Fall für Halterns Kommunalparlament

Der Verein „Haltern am See. Tut gut!“ will sich mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Doch die auffällige Werbung im Teich am alten Wehrturm verlangt Fingerspitzengefühl und größere Mitbestimmung.
Der Teich am Siebenteufelsturm strahlt viel Ruhe aus. Jetzt soll er Standort für Haltern-Werbung werden. © Benjamin Glöckner

Nicht nur die Stadtverwaltung Haltern führt den Slogan in ihrer Signatur. „Haltern am See. Tut gut!“ ist daneben auch an vielen öffentlichen Stellen sichtbar. Der Spruch erinnert die Halterner an ihre privilegierten Lebensumstände, den Besuchern vermittelt er das Wohlgefühl, an einem besonderen Erlebnisort zu sein.

In Zeiten, in denen Städte miteinander als Wirtschaftsstandort, als Lebensraum zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und zur Freizeitgestaltung konkurrieren, ist es angesagt, mit knackigen Strategien für sich zu werben. „Haltern am See. Tut gut!“ setzt sich zweifelsfrei als pfiffige Idee ab. Jetzt möchte der gleichnamige Verein einen äußerst prominenten Ort in der Innenstadt mit seiner Werbung besetzen, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen. Das kann man sehen, wie man will.

Sensibilität ist in jedem Falle angeraten, handelt es sich doch um einen wertvollen historischen Bereich der Stadt. Der Siebenteufelsturm steht unter Denkmalschutz, er ist der letzte erhaltene Turm der alten Stadtmauer. Wie viel Marketing erträgt der „Dicke“?

Es geht nicht darum, eine Idee und eine werbewirksame Botschaft kleinzureden. Aber die Entscheidung über die Zulassung von Werbung im Teich sollte die Stadt nicht eigenmächtig über die Köpfe der Kommunalpolitik hinweg alleine treffen. Die Entscheidung gehört in die zuständigen politischen Gremien.

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