Meinung

Werte eignen sich nicht, Hoffnungen für die Zukunft daran zu knüpfen

In regelmäßigem Abstand ermittelt der Gutachterausschuss des Kreises die Bodenrichtwerte auch für Haltern. Diese wirken wie Schnäppchen-Preise und wecken Hoffnung, wo es keine Hoffnung gibt.
Glücklich ist, wer in Haltern ein Baugrundstück erben oder kaufen kann. © Schrief

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein baureifes Grundstück liegt in Deutschland bei 213,97 Euro pro Quadratmeter, in Städten mit über 500.000 Einwohnern bei 1.151,24 Euro. Irgendwo dazwischen bewegt sich Haltern, wo auch gern mal bis zu 700 Euro pro Quadratmeter für ein Filetgrundstück in der Innenstadt bezahlt werden.

Das ist eine Zahl, die ein gutes Stück jenseits der Werte liegt, die beim Bodenrichtwertinformationssystem zu Haltern abrufbar sind. Allerdings stellen diese auch nur Orientierungswerte dar. Was bedeutet: Sie sind nicht bindend. Grundstückspreise werden in Haltern wie anderswo individuell ausgehandelt, schon lange gehen die Preise erbarmungslos steil nach oben. Maßgeblicher Treiber der Preisentwicklung in Haltern ist knappes Bauland.

Der Zorn über die hohen Preise ist groß

Investoren greifen oft mit guten (monetären) Argumenten privaten Bauwilligen vor. Aber zum Verhandeln gehören auch immer zwei: Käufer und Verkäufer. Da steht sich jeder selbst am nächsten. So trügt die Hoffnung, in Haltern entsprechend einem günstigen Bodenrichtwert Eigentum erwerben zu können. Freie Marktwirtschaft gleich freier Wettbewerb, gleich freie Preisbildung. Der Zorn ist groß. Die Preise sind vom fundamental gerechtfertigten Niveau oft weit entfernt – und das ist besonders schade für junge Familien.

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