Westfleisch-Haus in Haltern: Offene Fragen und eine geplante Kontrolle

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Corona-Fälle bei Westfleisch haben die Aufmerksamkeit auf die schlechten Lebensumstände von Schlachthof-Gastarbeitern gelenkt. Auch in Haltern muss die Stadt nun noch einige Fragen klären.

Haltern

, 13.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die vielen Corona-Fälle unter Mitarbeitern des Fleischunternehmens Westfleisch sind weiterhin ein vieldiskutiertes Thema. Seit dem Bekanntwerden der zahlreichen Infizierungen sieht sich die Firma immer größerer Kritik ausgesetzt. Bezüglich des Westfleisch-Hauses in Haltern hat die Stadtverwaltung noch einige Fragen, die nun beantwortet werden sollen.

Etwa 20 Mitarbeiter von Westfleisch leben in einem Einfamilienhaus in Haltern. Von ihnen wurde einer positiv auf das Coronavirus getestet. Bekannt wurde der Fall am 8. Mai. Nachdem alle anderen Bewohner bereits negativ getestet wurden, sollten sie nun ein weiteres Mal getestet werden, hieß es am 11. Mai (Montag). Über die Ergebnisse hat die Stadt Haltern allerdings noch keine Informationen, teilte Georg Bockey, Pressesprecher der Stadt Haltern, auf Nachfrage mit. Er geht aber davon aus, dass die Stadt zeitnah informiert wird, sobald die Ergebnisse vorliegen.

Wie kommen die Mitarbeiter zum Werk?

Die Kritik, die nun auf das Fleischunternehmen niederprasselt, richtet sich vor allem gegen die Quartiere, in denen meist viele Mitarbeiter auf engem Raum zusammenleben müssen. Doch selbst in Corona-Zeiten seien größere Wohngemeinschaften generell erst mal nicht illegal, hatte Ordnungsamtsleiter Helmut Lampe am Freitag erklärt, als der erste Westfleisch-Fall in Haltern bekannt wurde.

Grundsätzlich müsse jede Person aber einen eigenen Schlafraum haben, ergänzte nun Georg Bockey. Allerdings gebe es zwei Ausnahmen: Geschwister könnten in einem Raum schlafen, genauso wie Personen, „die in einem Team arbeiten“. Somit wäre eine Unterbringung mit 20 Mitarbeitern in einem Einfamilienhaus auch möglich.

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Dennoch soll die Unterkunft zeitnah genauer begutachtet werden. „Wir werden gemeinsam mit dem Gesundheitsamt gucken, wie es da aussieht“, sagte Bockey, nachdem es zu Beginn der Woche nur hieß, die Stadt könne sich vorstellen, das Haus zu kontrollieren. Wann das Haus begutachtet werden soll, kann er aber nicht sagen, da eine Kontrolle nicht angekündigt werde.

Die Frage nach den Wohnverhältnissen und der Hygiene im Haus ist nicht die einzige, die sich die Stadt stellt. „Es gibt eine Reihe an Fragen, die in Ruhe recherchiert werden müssen“, teilte Bockey mit. Zwar falle die Kontrolle des Arbeitsplatzes nicht in das Aufgabenfeld der Stadt, da sich das Westfleisch-Werk in Oer-Erkenschwick befindet, doch zumindest den Weg dorthin werde die Stadt sich genauer angucken. Ein Anwohner berichtet, dass die Werksarbeiter aus Haltern zuletzt in unterschiedlichen Wagen abgeholt und zurückgebracht wurden. Unter anderem ist von einem VW-Bus, Personenwagen und einem Reisebus die Rede.

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