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Westtor wurde Mittwochabend offiziell eröffnet

Römermuseum Haltern

"Das hier ist römische Geschichte zum Anfassen". - Das sagte Prof. Michael Rind, leitender Archäologe beim Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL), am Westtor des neuen Römerparks Aliso. Mittwochabend wurde es offiziell seiner Bestimmung übergeben.

HALTERN

, 29.06.2016 / Lesedauer: 3 min

Rind hatte die Ehrengäste und zahlreiche Besucher begrüßt. "Was lange währt, wird richtig gut", beschrieb er den Entstehungsprozess des Westtores, das jetzt auf einer Länge von 156 Metern beeindruckend die Wehrhaftigkeit eines römischen Heerlagers erfahrbar macht.

 

 

Ein von Halterner Zeitung Live (@hzlive) gepostetes Video am 29. Jun 2016 um 9:45 Uhr

 

Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, schilderte im Gespräch mit Moderator Horst Kläuser die Anfänge: Beseelt vom Geist der 68er habe man bereits Ende der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts beim LWL die Idee entwickelt, römische Geschichte von unten zu zeigen. "Nicht die Heerführer und Feldherren, das Leben der einfachen Legionäre wollten wir darstellen, ihre Lebens- und Wohnsituation", so Gebhard. Das Westtor sei nur der erste Abschnitt, in den Köpfen und in Plänen sei der zweite Teil des Römerparks Aliso schon vorgezeichnet.

Stärkung des Tourismus

Halterns stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp sah in der Erweiterung des Römermuseums eine Stärkung einer wichtigen Säule der Halterner Wirtschaftskraft: des Tourismus.

Bauhistoriker Kees Peterse verdeutlichte den Arbeitsprozess der Re-(konstruktion) des Westtores: Neben Ausgrabungsfunden gebe es auch textliche Quellen. Julius Caesar selbst beschreibt den technischen Aufbau eines Römerlagers.

Ein schöneres Projekt könne es für einen Zimmermann nicht geben, beschrieb Zimmermeister Christian Rensing von der ausführenden Firma Haveloh die Arbeit seines Teams in Haltern. Georg Nockemann informierte über die Aktivitäten des Vereins der Freunde und Förderer des Römermuseums, Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin des LWL, gab einen Ausblick: Mit dem Ankauf von Grundstücken und neuen Ausgrabungen werde der zweite Bauabschnitt vorbereitet: "Das hier ist ein Museum im Prozess, es wird sich ständig verändern." Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp führte dann die Gäste auf die Anlage.

"Größer, als wir dachten"

Beeindruckt zeigten sich die zahlreichen Besucher, darunter Dr. Peter und Susanne Schmidt. "Wir wohnen in der Nähe und haben einen direkten Blick auf die Baustelle gehabt", so das Halterner Ehepaar. "Das Ergebnis ist größer, als wir dachten, einfach imposant!"

Bedenken, dass die Holzkonstruktion verwittern könnte, zerstreute Zimmermeister Christian Rensing: "Wenn das hier kaputt geht, tun uns allen schon längst die Zähne nicht mehr weh".

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