Maske auf und Abstand halten: Das waren die Bedingungen für den Handel und den Besuch auf dem Büchermarkt in Haltern angesichts der Corona-Pandemie. Ulrich Carow (r.) freute sich, sein Lesepublikum aus Haltern wiederzutreffen. © Elisabeth Schrief
Halterner Büchermarkt

Wieder Büchermarkt in Haltern – Schatzsuche unter Corona-Bedingungen

Der erste Halterner Büchermarkt unter Corona-Bedingungen brachte Händler und Buchliebhaber ordentlich ins Schwitzen.

Zweimal im Jahr ist Büchermarkt in Haltern: Im Mai und im August. Doch der erste war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden, am 8. August wagte sich die Stadtagentur in Absprache mit dem Ordnungsamt dann doch an diese beliebte Veranstaltung für Bücherfreunde. 20 Händler kamen in die Stadt und damit etwa die Hälfte weniger als sonst. Das war aber sicherlich auch der großen Hitze geschuldet, glaubt Mike Kestermann von der Stadtagentur. Die Sonne brannte erbarmungslos, wohl dem, der einen Schattenplatz auf dem Alten Markt ergattert hatte.

Thomas Curtin aus Schwerte bediente auf dem Halterner Büchermarkt die Krimi-Fans.
Thomas Curtin aus Schwerte bediente auf dem Halterner Büchermarkt die Krimi-Fans. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

In größeren Abständen als sonst bauten die Händler ihre Stände auf. Thomas Curtin aus Schwerte war dabei – wie seit 15 Jahren. „Ich bin heilfroh, dass in Haltern wieder Büchermarkt ist“, sagte er, obwohl es schon sehr warm unter der Maske sei. Normalerweise fährt er im Jahr zu 18 Märkten, dieses Jahr werden es im besten Falle vier bis fünf sein.

Thomas Curtin sagt: „Halterner lieben Krimis“

Das freundliche Publikum in Haltern mag er besonders. Gern lässt er mit sich handeln, so zum Beispiel mit einer Halternerin, die den Krimi für 3.50 Euro zu teuer findet, bei einem Preisnachlass von einem Euro aber gerne zuschlägt. Thomas Curtin hat hauptsächlich Taschenbücher ausgebreitet, vor allem Krimis. „Die sind in Haltern der Hit.“ Und er selbst? Der Schwerter liebt so richtig blutige Krimis…

Auch Kinder lieben Bücher - so wie diese Geschwister. Was die Eltern auf dem Halterner Büchermarkt gekauft hatten, wurde sogleich in Augenschein genommen. Der Gesichtsausdruck verrät: Es war die richtige Wahl!
Auch Kinder lieben Bücher – so wie diese Geschwister. Was die Eltern auf dem Halterner Büchermarkt gekauft hatten, wurde sogleich in Augenschein genommen. Der Gesichtsausdruck verrät: Es war die richtige Wahl! © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Ulrich Carow wischt sich mit einem Handtuch die Schweißperlen aus dem Gesicht. Kistenweise Bücher aus dem Nachlass seines Großvaters und literarische Lektüre seiner Mutter hat er mit nach Haltern gebracht. „Das ist ein bisschen Leben in diesen schwierigen Zeiten“, sagt er über den Büchermarkt. Für ihn ist die Beteiligung an solchen Märkten eine nette Nebenbeschäftigung.

Ein reger Austausch zwischen Händler und Lesepublikum

Den inspirierende Austausch mit Menschen, die Bücher lieben, findet er einfach toll. Aber noch nie habe er bei 38 Grad Hitze Bücher verkauft. Der Recklinghäuser bietet Kunstgeschichtliches, Romane und mehrbändige literarische Werke unter anderem von Goethe an. Er selbst ist begeisterter Leser und liebt es, Bücher in der Hand zu halten, das sei schon etwas Besonderes. Aber er glaubt, die Zeit der Sammler ist vorbei.

Martina Leufert hat bei Ulrich Carow alte Schulbücher entdeckt. „Ich freue mich, dass der Büchermarkt weitergeht“, sagt sie, die hauptsächlich auf der Suche nach israelischer oder klassischer deutscher Literatur ist.

Maria Brinker aus Münster machte schon mehrmals beim Büchermarkt in Haltern mit. Sie schätzt die besondere Atmosphäre inmitten der Stadt und freute sich am Samstag besonders darüber, dass sie einen Schattenplatz ergattern konnte.
Maria Brinker aus Münster machte schon mehrmals beim Büchermarkt in Haltern mit. Sie schätzt die besondere Atmosphäre inmitten der Stadt und freute sich am Samstag besonders darüber, dass sie einen Schattenplatz ergattern konnte. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Romane, Kinderbücher, Biografien oder Ratgeber aus der Beziehungskiste möchte Maria Brinker aus Münster verkaufen. Nach Haltern kommt sie gern, hier schätze sie die schöne Atmosphäre inmitten der Stadt. „Außerdem treffe ich hier ein nettes Lesepublikum.“

Nach sieben Stunden war Schluss. Fest steht: In der einen oder anderen privaten Bibliothek ist der Bücherstapel wieder gewachsen.

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Elisabeth Schrief

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