„Wilder Westen Haltern“ rückt näher

Vertrag unterzeichnet

Ein Teil des "Wilden Westens NRW" liegt jetzt in Haltern: Am Freitag wurde auf Schloss Sythen der Vertrag unterzeichnet, mit dem die Übernahme der Flächen der ehemaligen Truppenübungsplätze Borkenberge und Lavesum durch die DBU-Naturerbe-GmbH vollzogen wurde. Dabei war jede Menge Politprominenz.

HALTERN

, 28.10.2016, 14:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Deren Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann unterschrieb den Vertrag gemeinsam mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Jens Spahn (CDU) und Cajus Caesar (CDU), dem Vorsitzenden des DBU-Naturerbe-Beirats.

Zusammen mit den Halterner Flächen übernimmt die DBU-Naturerbe GmbH weitere 21 Flächen, in einer Gesamtgröße von 9000 Hektar vom Bund. Es handelt sich dabei um ehemals militärisch genutzte Flächen, die dem Nationalen Naturerbe Deutschland zugeführt werden.

Insgesamt 69.000 Hektar übernommen

Mit dem Halterner Vertrag wurde bereits die dritte Tranche an die DBU übergeben. Bisher lagen die Flächen vor allem im Osten der Republik, erstmals bildet diesmal Nordrhein-Westfalen einen Schwerpunkt. Deshalb wohnte auch Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) der Vertragsunterzeichnung bei. Insgesamt hat die DBU damit 69.000 Hektar übernommen.

Die Flächen werden für den Naturschutz gesichert, für Barbara Hendricks schon jetzt eine einzigartige Erfolgsgeschichte. "Das sind halbe Nationalparks", so die Ministerin. Die DBU Naturerbe GmbH wird nicht nur den Naturschutz vorantreiben und zum Teil einmalige Naturreservate erhalten und entwickeln, sie will auch Zugangsmöglichkeiten zum Gelände schaffen.

Menschen "mit ins Boot holen"

"Wir wollen die Menschen mit ins Boot nehmen", betonte Dr. Heinrich Bottermann auf Schloss Sythen. Auch die historische Dimension der ehemaligen militärischen Nutzungen dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Bürgermeister Bodo Klimpel hofft auf eine Lösung, die Naturschutz- und Tourismusinteressen unter einen Hut bringen kann.

Fünf Millionen Euro gibt die DBU-Naturerbe-GmbH jährlich zur Entwicklung der Naturschutzflächen aus. Sie setzt die Maßnahmen vor Ort mithilfe der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben um.

Letztlich, das betonten sowohl Hendricks als auch Bottermann, habe die Wiedervereinigung Deutschlands diesen Erfolg des Naturschutzes erst möglich gemacht. Der Schutz der biologischen Vielfalt sei schließlich die Grundlage für das Leben der Menschen.

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