Wildschweine beschädigten Halterner Maisfelder

Hoher Bestand

Vor allem für Landwirte können sie einigen Ärger verursachen: Wildschweine haben sich aufgrund der warmen Winter in der Region deutlich vermehrt. „In diesem Jahr ist es besonders auffällig“, sagt Heinz Himmelmann, Vorsitzender des Hegerings Haltern.

HALTERN

, 17.10.2016, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf der Suche nach Futter bleiben Wildschweine nicht nur im Wald.

Auf der Suche nach Futter bleiben Wildschweine nicht nur im Wald.

„Während man normalerweise drei oder vier Frischlinge bei einer Bache sieht, können es jetzt durchaus sieben, acht oder sogar zehn sein“, so Himmelmann. „Das Nahrungsangebot ist breit gefächert, während der Erntezeit haben die Schweine insbesondere auf Feldern große Schäden angerichtet.“ Wenn 30 Wildschweine in ein Maisfeld einbrächen, würde sie eine ziemliche Spur der Verwüstung hinterlassen. „Sie fressen einen Kolben und trampeln dabei aber viel mehr Maispflanzen um“, so Himmelmann.

Bis vor wenigen Jahren habe er meist Gruppen von vier oder fünf Wildschweinen beobachtet. „Jetzt kann so eine Rotte schon mal durchaus aus 30 Tieren bestehen“, so der Hegeringleiter auf Anfrage unserer Redaktion. Einen hohen Bestand an Wildschweinen konstatiert auch Harald Klingebiel, Förster beim Forsthof Haard des Regionalverbands Ruhr. Einen deutlichen Anstieg in 2016 sieht er allerdings nicht. „Das ist eine seit Jahren andauernde Entwicklung“, sagt er.

Hochrechnung 2000 Tiere

Heinz Himmelmann hält es für notwendig, durch größere Jagden den Bestand zu reduzieren. „Wir jagen dann im Verbund der Fläche in der Haard“, so Himmelmann. „Im vergangenen Jahr haben wir 400 Tiere erlegt, man kann davon ausgehen, dass der Bestand in der Haard dann etwa 2000 Tiere beträgt. In der Hohe Mark kann man von etwa 800 bis 1000 Tieren ausgehen.“

Zurzeit, so Himmelmann fänden die Tiere im Wald zum Beispiel durch Eicheln reichlich Nahrung. „Dann kommen sie nicht aus dem Bestand und sind beim Ansitzen kaum zu sehen. Wenn ich in den Wald gehe, bemerken sie mich viel eher als ich sie“. Himmelmann warnt außerdem Autofahrer vor der Gefahr von Wildunfällen: „Wildschweine sind nachtaktiv und deshalb sollte man jetzt in der dunklen Jahreszeit das Verkehrsschild ‚Wildwechsel‘ besonders beachten und vorsichtig fahren.“

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