Wirt spricht über Abend vor sexuellem Übergriff in Haltern

40-Jährige missbraucht

Nach dem brutalen Missbrauch einer 40-Jährigen von Freitag auf Samstag ist die Schänke in das Scheinwerferlicht von Medien geraten. Denn hier nahm für das Opfer ein zunächst entspannter Heimatfest-Abend in Haltern seinen Anfang. Der Wirt ärgert sich sehr über die Arbeit eines Fernsehteams.

HALTERN

, 08.09.2017, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von der Gaststätte an der Lippstraße lief die 40-jährige Frau mit einem der mutmaßlichen Täter zur Schmeddingstraße.

Von der Gaststätte an der Lippstraße lief die 40-jährige Frau mit einem der mutmaßlichen Täter zur Schmeddingstraße.

Gastwirt Günter Hildebrandt fühlte sich vor allem von einem Privatsender aus Köln bedrängt. „Das Team hat von der gegenüberliegenden Gaststätte unser Haus gefilmt und wollte unbedingt eine Aussage von uns“, erzählt Günter Hildebrandt. „Ich habe gesagt, dass ich das nicht will.“ Und auch seine Frau Silvia habe eine Äußerung vor laufender Kamera abgelehnt. Sie wolle nicht in polizeiliche Ermittlungen eingreifen. Das Team machte daraus im abendlichen Beitrag, der Wirt traue sich nicht, etwas zu sagen, weil er Umsatzeinbußen fürchte.

Diese Äußerung regte Günter Hildebrandt so auf, dass er auf Facebook eine Gegendarstellung veröffentlichte. „Die Aussage ist Quatsch und jeder, der uns kennt, weiß das auch.“ Ihm gehe es jetzt um die Aufklärung des Falles, an Umsatzeinbußen zu denken, komme ihm überhaupt nicht in den Sinn. „Die Tat ist verwerflich, ich wünsche mir, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“

Bei der Polizei sagte er nach Bekanntwerden der Tat aus, dass die 40-Jährige zusammen mit einer Freundin am frühen Abend an der Theke gesessen habe. Es seien auch ausländische Gäste im Schankraum gewesen, aber es habe keine Angstsituation gegeben. „Die Kneipe war so voll, draußen wie drinnen. Ich habe da auch nicht näher auf einzelne Gäste geschaut.“

Unangenehm aufgefallen durch eine gewisse Aggressivität sei nur eine Gruppe Zuwanderer. Ihr Verhalten fuchste ihn so, dass er per Facebook-Eintrag „dieser Gruppe“ Hausverbot erteilte. Daraufhin wurde er im sozialen Netzwerk als rechtsradikal bezeichnet. Nervlich über diesen Vorwurf mitgenommen, schrieb Günter Hildebrandt eine Gegendarstellung: „Sorry, wenn es falsch rübergekommen ist. Es sollte nicht heißen, alle Leute aus diesem Land, sondern nur diese Gruppe, die an dem Abend bei uns zu Gast war.“

Günter Hildebrandt ist eines sehr wichtig: „Bei uns sollen sich die Frauen sicher fühlen, darauf haben wir immer Wert gelegt.“ Dass er nach dem Facebook-Eintrag als fremdenfeindlich tituliert wird, wühlt seine Gefühle auf. In der Schänke seien oft syrische oder irakische Flüchtlinge zu Gast: „Wir haben ein tolles, herzliches Verhältnis. Manche sagen sogar Mama und Papa zu uns.“

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