Wirte dürfen hoffen

HALTERN „Hoffentlich entscheidet NRW bald.“ Henriette Gerben von der Gaststätte „Alt Haltern“ beklagt Umsatzeinbußen, seit in ihrer Einraumkneipe nicht mehr geraucht werden darf.

von Von Ellen Adam

, 30.07.2008, 18:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marco Prudon ist einer der wenigen Wirte in der Region, die ihre Einraumgaststätte zum 1. Juli aufwändig umgerüstet und einen Nichtraucherbereich geschaffen haben. Gilt das Karlsruher Urteil auch in NRW, war die Investition völlig unnötig.

Marco Prudon ist einer der wenigen Wirte in der Region, die ihre Einraumgaststätte zum 1. Juli aufwändig umgerüstet und einen Nichtraucherbereich geschaffen haben. Gilt das Karlsruher Urteil auch in NRW, war die Investition völlig unnötig.

Die Landesregierung NRW kündigte am Nachmittag an, dem Landtag ebenfalls eine Gesetzesnovellierung vorzuschlagen. Allerdings gelten bis zur endgültigen Verabschiedung die bestehenden Regeln. Nach den Sommerferien tagt das Parlament erstmals wieder Ende August. Die hiesigen Raucher müssen sich also noch einige Monate gedulden. Carina Haxter ist Stammgast im „Alt Haltern“. „Kneipe ohne Kippe geht nicht.“ Zwar rauche sie nicht viel, aber die Geselligkeit beim Bier sei gestört. Michael Neuhäuser vermisst bei vielen Nichtrauchern mehr Toleranz.

Er arbeitet in einem Speiserestaurant und findet selbst dort einen Raucherbereich überflüssig. Rita Domagala raucht seit vielen Jahren und kann sich mit dem Rauchen vor der Tür nicht anfreunden. „Über die Auswirkungen eines solchen Gesetzes hätte man sich vorher Gedanken machen sollen.“

Das meint auch Marco Prudon. In seiner Gaststätte „Haus Prudon“ in der Muttergottesstiege, die früher eine klassische Einraumkneipe war, wird seit dem 1. Juli weiterhin geraucht. „Dafür habe ich aber rund 4000 Euro investiert.“ Abgeteilt durch eine ansprechende Holz-Glas-Lösung haben Nichtraucher ihren Bereich und über eine Durchreiche die Anbindung an die Theke.  

Fast alle Stammgäste des Lokals sind Raucher. „Ich habe jetzt noch eine zusätzliche Theke bestellt, weil die Fläche im Raucherbereich zu klein ist.“ Prudon stellt sich nun die berechtigte Frage, ob er zu früh investiert hat. Er hofft, den Auftrag für die Theke noch stornieren zu können. Die Kosten für die Trennwand erstattet ihm niemand. Seine Gäste haben sich daran gewöhnt und blieben ihrem Stammwirt auch nach dem 1. Juli treu.

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