Wohnen in Haltern am See ist exklusiv - und teurer als anderswo

mlzGrundstücksmarktbericht

Die Anzahl der Kauffälle bei Wohnhäusern und Eigentumswohnungen ist allerorten explodiert. Nicht so in Haltern. Hier ist der Trend eher rückläufig.

Haltern

, 19.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alljährlich legt der Gutachterausschuss einen aktualisierten Grundstücksmarktbericht für die Städte Haltern, Castrop-Rauxel, Datteln, Herten, Oer-Erkenschwick und Waltrop vor. Der aktuelle Bericht hat es in sich. Denn nirgendwo in der Nachbarschaft sind die Preise höher als in Haltern am See. Hier möchten viele gerne wohnen. Aber das Wohnen und Kaufen von Immobilien in Haltern ist laut Grundstücksmarktbericht deutlich teurer als anderswo.

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Nehmen wir als Beispiel die Wielandstraße zwischen Lavesumer Straße und Goethestraße: Wer hier eine Eigentumswohnung oder ein Haus erworben hat, hat einen Spitzentarif bezahlt: Bei 400 Euro pro Quadratmeter Boden liegt der Bodenrichtwert in dieser noch innenstadtnahen, aber ruhigen Wohnlage aktuell (Stand: 1.1.2020). Dabei ist der Preis fürs Wohnhaus bzw. für die Wohnung auf dem Grundstück noch nicht inbegriffen.

Kosten pro Quadratmeter Neubauwohnung: Bis zu 4100 Euro

Von 2550 bis zu 4.100 Euro pro Quadratmeter Wohnraum beziffert der Gutachterausschuss die Kosten für den Ersterwerb einer Neubauwohnung bzw. barrierefreien Wohnung - da kommen selbst die Spitzenlagen in der Nachbarstadt Dorsten etwa nicht mit. Dort gilt zum Beispiel der Stadtteil Dorsten-Hardt als Spitzenwohnlage südlich der Lippe und direkt am Wesel-Datteln-Kanal. Hier werden allerdings „nur“ bis zu 300 Euro/Quadratmeter Boden zugrunde gelegt. Der durchschnittliche Bodenrichtwert liegt in Haltern in den Spitzenlagen rund um die Halterner Innenstadt und am See dagegen zwischen 265 bis 375 Euro/Quadratmeter.

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Bei Erwerb einer bestehenden Immobilie kommen Käufer in Haltern etwas günstiger weg, zahlen aber trotzdem mehr als in den Vergleichsstädten, die der Gutachterausschuss bewertet hat. Zwischen 1220 bis 2400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sind in diesen Fällen für ein Haus oder eine Eigentumswohnung in Haltern zu zahlen. Im Durchschnitt wurden für neue Häuser in Haltern 420.000 Euro bezahlt. Für ältere Häuser zwischen 320.000 und 366.000 Euro.

Zahl der Verkaufsfälle ist in Haltern zurückgegangen

Trotz der hohen Preise ist Haltern ein attraktives Wohnpflaster nicht nur für Einheimische, die sich im hohen Maße mit ihrer Stadt am See identifizieren und gerne hier wohnen, sondern auch für Neuzugänge.

Allerdings ist die Anzahl der Verkäufe von Wohneigentum im Vergleich zu den Verkaufsfällen in den Nachbarstädten in Haltern zurückgegangen: „Im Jahr 2019 sind in den Städten Castrop-Rauxel, Datteln, Herten, Oer-Erkenschwick und Waltrop jeweils eine stark steigende Anzahl der Kauffälle zu verzeichnen (Steigerung von + 13 % bis + 18 % zum Vorjahr). Dagegen ist die Anzahl der Kauffälle in Haltern am See rückläufig (Rückgang von - 5 % zum Vorjahr).“ Insgesamt waren es 387 Kauffälle, 219 waren es noch 406. Den Höchststand erreichte die Seestadt im Jahr 2014 - damals wurden 466 Kauffälle verzeichnet.

Dass die Zahl der Kauffälle in Haltern rückläufig ist, unterscheidet die Seestadt von ihren Nachbarstädten. Hier ist eine stetig steigende Zahl von Kauffällen verzeichnet worden. Denn der Wunsch von Kaufwilligen, in Betongeld zu investieren, ist in Zeiten günstiger Baudarlehen und geringer Verzinsungen auf dem Kapitalmarkt besonders ausgeprägt.

Preise haben Auswirkungen auf Mietpreise

Die hohen Bodenrichtwerte, die Nachfrage nach einer guten Wohnlage in Haltern schlagen sich auch bei den Mietpreisen nieder. Für eine modernisierte Altbauwohnung in guter Wohnlage zahlen Mieter in Haltern durchschnittlich 5,83 Euro Kaltmiete, für eine nach 2011 erbaute Neubauwohnung im Durchschnitt 9,13. Da lohnt sich für manchen mit schmalerem Budget möglicherweise der Blick über die Stadtgrenze.

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