Mechthild Puschmann hat im Westuferpark eine Krippe aufgestellt. © Jürgen Wolter
Krippe Westuferpark

Wünsche an der Krippe im Westuferpark: „Corona soll verschwinden“

Seit Beginn der Adventszeit steht im Westuferpark eine frei zugängliche Krippe. Sie wird ständig erweitert, weil viele Passanten etwas dazu legen oder an die Bäume hängen.

In der Woche vor dem vierten Advent kamen Max und Marina zur Krippe im Westuferpark: Die Geschwister hatten ein Glöckchen mitgebracht, das sie an einen Baum hängten. „Wir waren gestern schon mal hier“, berichtet ihre Mutter Katharina Kendziora. „Die beiden wollten unbedingt auch etwas zu der Krippe beitragen“.

Zu Beginn der Adventszeit hatte Mechthild Puschmann mit dem

Aufbau der Krippe begonnen. „In diesen Zeiten, wo so vieles nicht stattfinden kann, hatte ich die Idee, mit einer öffentlichen Krippe den

Kindern eine Freude zu machen“, sagt sie.

Auch Max und Marina steuerten ein Teil zur Krippe bei.
Auch Max und Marina steuerten ein Teil zur Krippe bei. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Maria und Josef bestehen aus Holzscheiben, die sie von einer Freundin bekam. „Das Kostüm für Josef hat Gabi Faber genäht. Maria hat einen dickeren Bauch, damit man sieht, dass sie schwanger ist“, sagt Mechthild Puschmann. An Heiligabend kommt auch das Jesuskind – eine Puppe – in die Krippe.

In sozialen Medien wurde gerätselt

Viele Passanten wunderten sich zunächst über die Krippe. In den sozialen Medien wurde gerätselt, wer sie wohl aufgestellt hat. Und es kamen immer mehr Besucher. Die Krippe befindet sich mitten im Westuferpark in einem Baumkreis, den einst auch Mechthild Puschmann gepflanzt hat: Ihr Druidenhaus hatte im Jahr 2000 für Furore gesorgt.

„Leider haben die Weiden die trockenen Sommer der letzten Jahre nicht überlebt“, sagt sie. „Aber es wachsen inzwischen viele Sträucher und Kräuter hier. Die Stelle am Rand des Hauptwegs schien ihr der geeignete Standort zu sein. Dass die Krippe inzwischen eine so große Resonanz gefunden hat, davon ist Mechthild Puschmann selbst überrascht, und es freut sie sehr. „Ich wollte einfach einen Ort des Innehaltens, der Besinnung in der Natur schaffen“, sagt sie.

„Corona soll verschwinden“

Weihnachtsbaumschmuck, Weihnachtskugeln aber auch selbst Gebasteltes findet sich inzwischen in dem Rondell der Bäume. An jedem Baum und Strauch hängen inzwischen kleine Engel, Nikoläuse oder auch Schilder mit Botschaften. Eine hat Mechthild Puschmanns Nichte Charlotte geschrieben: „Wünsche, dass es Schnee gibt, Corona soll verschwinden, alle sollen glücklich sein!“, steht darauf.

Diese Botschaft hat Mechthild Puschmanns Nichte Charlotte an der Krippe aufgehängt.
Diese Botschaft hat Mechthild Puschmanns Nichte Charlotte an der Krippe aufgehängt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Mechthild Puschmann hofft, dass die Krippe nicht zerstört wird. Darum bittet sie auf Schildern, die dort ebenfalls aufgehängt sind. Sie selbst besucht die Krippe immer wieder mal. Auch andere Mitglieder ihrer Hundegruppe schauen öfter nach dem Rechten. Anfang Januar, nach Heilige Drei Könige, will sie die Krippe wieder abbauen. „Viele fragen mich schon, ob ich das nicht im nächsten Jahr wieder mache“, sagt sie.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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