ZDF-Gottesdienst aus Haltern - so viel Aufwand ist nötig

mlzSt. Sixtus Haltern

Rund eine Million Menschen schauen am Sonntag nach Haltern. Denn erstmals strahlt das Zweite Deutsche Fernsehen den katholischen Gottesdienst der Sixtus-Pfarrei aus. Der Aufwand ist enorm.

Haltern

, 05.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag (6. September) sendet das ZDF live aus der Sixtus-Kirche. Der Sender lässt gut eine Million Menschen an dem Gottesdienst um 9.30 Uhr teilhaben. „Grundsätzlich ist das für uns alle eine große Herausforderung, in Corona-Zeiten insbesondere“, sagt Britta Stenner von der Zentralrendantur, die das Ereignis für St. Sixtus koordiniert. Die Halterner Pfarrei war dem ZDF vom damaligen Rundfunkbeauftragten des Bistums Münster empfohlen worden. „Wir haben die Infrastruktur wie Gebäude und Zufahrtswege geprüft und dann die Gemeinde gefragt, ob sie einer Übertragung ihres Gottesdienstes im ZDF zustimmt“, sagt Ulrich Fischer, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das ZDF, zur Wahl des Drehortes.

Drei große Lkw nehmen Platz auf dem Alten Markt ein

Der ZDF-Wagen mit der Beleuchtung traf am 3. September als erster in Haltern ein, es folgten am 4. September Übertragungswagen mit Ton-, Bildregie- und Schnittplätzen sowie Gerätewagen von TV Skyline, dem Videoproduktionsdienst aus Mainz. Produktionsleiter, Regie und Kameraleute - insgesamt sind 30 Mitarbeiter vor Ort. Ihr Quartier bezogen sie im Seehof.

Zum großen Team gehört Produktionsingenieur Jörg Bößendorfer. Ihm macht die Arbeit total Spaß, wie er sagt. Sport, Kirche und viele andere Themen fallen in seinen Aufgabenbereich. Bis Sonntagmittag bleibt er in Haltern, dann fährt er zu seiner Familie und bald zum nächsten Gottesdienst-Übertragungsort. Haltern kannte er nicht. „Aber die Stadt hat Flair und sieht sehr, sehr gemütlich aus.“

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ZDF-Gottesdienst aus St. Sixtus Haltern

Das ZDF überträgt am Sonntag, 6. September, den Sonntagsgottesdienst aus der Halterner Sixtuskirche. Die Techniker bereiten die Live-Schaltung derzeit vor. Wir haben uns zwei Tage vor der Übertragung in der Kirche umgeschaut.
04.09.2020
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Ein Übertragungswagen und ein Gerätewagen haben auf dem Alten Markt geparkt.
Ein Blick vom Altarraum in das Kirchenschiff: Durch den Gang fährt Sonntag eine Kamera, links und rechts sitzen die 75 Gottesdienstbesucher.
Die Technik für die Übertragung ist platziert.
Scheinwerfer sind an den Säulen angebracht, um die Kirche perfekt auszuleuchten.
Über drei Kilometer Kabel werden verlegt.
Eine Hebebühne hilft den Technikern, um die notwendigen Geräten zu installieren.
Überall wird Platz für die Übertragungstechnik geschaffen.
Ein Grundrissplan von der Sixtuskirche hilft bei der Orientierung. Die Kirche gleicht gerade einer großen Werkstatt.
Der Übertragungswagen parkt auf dem Alten Markt ein.
Lagebesprechung vor der Sixtus-Kirche.

Gern erzählt er über den Aufwand für Sonntag. Vier Kameras sind inzwischen in der Sixtuskirche installiert, mehr als drei Kilometer Kabel werden ausgerollt, Mikrofone für die Sänger und die Gottesdienstteilnehmer (damit die gewohnten Geräusche eines Gottesdienstes im Fernsehen zu hören sind) werden aufgebaut - um nur einige Beispiele zu nennen.

Mit Rücksicht auf Corona ist die Kirche exakt vermessen

Einen ganz wichtigen Part übernahm schon vorab der Hygienebeauftragte. Er hat die Kirche exakt vermessen, damit alle Abstände und Auflagen korrekt eingehalten werden. Das gilt für Gottesdienstbesucher ebenso wie für Pfarrer Michael Ostholthoff, die beiden Messdienerinnen, die Lektorin und auch die beiden Chorsänger und Instrumentalisten sowie Kantor Thomas Drees.

Ein Übertragungswagen und ein Rüstwagen mit Geräten nahmen am Freitag ihren Platz auf dem Alten Markt ein.

Ein Übertragungswagen und ein Rüstwagen mit Geräten nahmen am Freitag ihren Platz auf dem Alten Markt ein. © Elisabeth Schrief

Der Kirchenmusiker wollte das Fernsehpublikum gern mit besonderer Musik aus Haltern beeindrucken. Aber er musste auf Bitten des ZDF sein Konzept überdenken, wie Britta Stenner erzählt. Der Sender weiß aus Erfahrung, dass Zuschauer mit dem geöffneten Gotteslob auf den Knien vor dem Fernseher hocken und die ganz traditionellen Kirchenlieder hören und mitsingen wollen.

Kommunion wird auch noch nach der Messe ausgeteilt

75 Halterner dürfen in der Kirche Platz nehmen, sie müssen am Sonntag um 9 Uhr in den Bänken sitzen. Ordner werden an den Seitengängen stehen, damit mögliche spontane Besucher während der Übertragung nicht den Gottesdienst stören. Exakt auf die Sekunde 44 Minuten und 30 Sekunden dauert die Ausstrahlung. Um in der Zeit bleiben zu können, teilt Pfarrer Ostholthoff die Kommunion nur an einen Teil der Gottesdienstbesucher aus, nach der Live-Schaltung wird er auch allen anderen die Hostie geben.

Telefondienst nach der Übertragung

Im Anschluss an den Gottesdienst können die Zusehenden und Mitfeiernden bis 15 Uhr unter der Nummer 0700-14141010 (6 ct./min. Festnetz Dt. Telekom, abweichender Mobilfunktarif) Mitglieder der Kirchengemeinde in der Zentralrendantur erreichen. Ehrenamtliche übernehmen in drei Schichten diesen Dienst.

Die Meditation von Pastoralreferent Georg Kleemann, die während der Kommunionausteilung im Fernsehen zu sehen sein wird, wird bereits am Samstag aufgezeichnet und dann eingeblendet. Am Samstag rollt auch das Satellitenfahrzeug auf den Alten Markt. Es überträgt den Gottesdienst Sonntag in die Mainzer Sendezentrale.

Christine Landwehr (kath. Fernseharbeit) absolvierte nach ersten Schulungen in der vergangenen Woche mit allen Ausführenden Freitag ein Kameratraining.

Der Gottesdienst am 6. September steht unter dem Thema „Richtig streiten“.

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