Zum Volkstrauertag legt der Bürgermeister Kränze am Ehrenmal nieder

Volkstrauertag

Stilles Gedenken am Volkstrauertag: Wegen der Corona-Pandemie legte Bürgermeister Andreas Stegemann ohne Abordnungen der Schützenvereine und Blaskapelle Kränze am Ehrenmal nieder.

Haltern

15.11.2020, 10:00 Uhr
Bürgermeister Andreas Stegemann bei der stillen Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages unter Coronabedingungen

Bürgermeister Andreas Stegemann bei der stillen Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages unter Coronabedingungen © Stadt Haltern

Wegen des verstärkten Schutzes vor dem Corona-Virus hat Bürgermeister Andreas Stegemann am Samstag (14. November) anlässlich des Volkstrauertages am Sonntag (15. November) in aller Stille zwei Kränze am Ehrenmal an der Römerstraße niedergelegt. „In Absprache mit den örtlichen Schützenvereinen haben wir uns darauf verständigt, die bisher üblichen Kranzniederlegungen nicht durchzuführen“, erklärte er.

Andreas Stegemann sagte zudem: „Ich wünsche mir, dass dies - hoffentlich nur in diesem Jahr – so erforderlich ist, so dass wir im November 2021 die Kranzniederlegung wieder unter Beteiligung weiter Teile der Bevölkerung begehen können. Für mich ist es entscheidend, deutlich zu machen, wie wichtig es uns ist, trotz dieser eingeschränkten Möglichkeiten der Opfer beider Weltkriege zu gedenken.“

„Wichtige Zeitzeugen befragen“

Noch gebe es in unserem Umfeld nach wie vor Frauen und Männer, die unter der Nazi-Diktatur und unter den unvorstellbaren Verhältnissen während des Krieges und auch unter der Vertreibung gelitten haben. „Diese wenigen Personen sollten wir, so lange es noch geht, als wichtige Zeitzeugen befragen“, betonte der Bürgermeister auch vor dem Hintergrund, dass der Satz, aus der Geschichte zu lernen, immer noch richtig sei.

„Unsere Generation trägt keine Schuld an den Kriegen. Für uns jedoch erwächst aus diesen Kenntnissen eine Verantwortung, mit aller Kraft dazu beizutragen, gewalttätige Auseinandersetzungen im Großen wie im Kleinen zu vermeiden. Wir alle kennen genügend Beispiele im aktuellen Tagesgeschehen, bei denen das leider nicht gelingt oder nicht gelungen ist“, sagte Andreas Stegemann.

„Schweigen angesichts des unsagbaren Leids“

Er würde den Volkstrauertag gerne mit vielen Halterner Bürgerinnen und Bürgern als einen Tag der Begegnung und des Austausches darüber begehen, was die Kriegstoten der Vergangenheit uns für die Gegenwart und Zukunft mitgeben können. Ebenso sei es ein guter Brauch, zum Totengedenken eine Weile zu schweigen angesichts des unsagbaren Leids, das Gewalt und Kriege über Menschen aller Völker gebracht haben.

Zum Abschluss führte er aus: „Aber lassen Sie uns nicht im Schweigen verharren. Lassen Sie uns vielmehr hartnäckig darin sein, immer wieder miteinander zu reden. Auch und gerade mit den Widersachern unserer friedlichen, offenen Gesellschaft – auch und gerade am Volkstrauertag.“

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