Judith Kalde geht auf das Joseph-König-Gymnasium in Haltern und macht sich Sorgen um ihr bevorstehendes Abitur. © Privat
Schulen in Haltern

Zurück zum Online-Unterricht: Schülerinnen machen sich Sorgen um Abitur

Statt morgens in die Schule zu fahren, fahren Schüler in Haltern ihre Computer im Kinderzimmer hoch. Seit Montag findet der Unterricht online statt. Zwei Schülerinnen berichten von ihren Sorgen.

Um den Anstieg der Corona-Fälle auszubremsen, wurden erneut strengere Maßnahmen getroffen. Seit Montag (14.12.) ist die Präsenzpflicht in den Schulen in Haltern aufgehoben. Wie bereits im Frühjahr diesen Jahres wird aus Präsenzunterricht in der Schule Distanzunterricht zu Hause.

Erster Tag der Schulschließung: Server sind zusammengebrochen

Der Start verlief am Montag noch etwas holprig. „Es sind alle ein bisschen überraschend in den Online-Unterricht gestartet“, sagt Judith Kalde (17) aus der Jahrgangsstufe 12 des Joseph-König-Gymnasiums. Deswegen ging am Montagmorgen auf dem Schulserver erst einmal gar nichts. Die bundesweite Belastung war zu viel für die Technik.

Der Distanzunterricht ist kein Neuland für die Schülerin. „Wir sind alle schon ein bisschen vertrauter damit“, sagt die 17-Jährige. Bereits im Frühjahr wurden im ersten Lockdown die Schulen in Deutschland geschlossen. Die Digitalisierung an den Bildungseinrichtungen hat dadurch vielerorts einen Anstoß bekommen.

Generell läuft es am Joseph-König-Gymnasium im Online-Unterricht so, dass der Lehrer über den Schul-Server Aufgaben stellt. Die gehen dann online, wenn normalerweise auch der reguläre Unterricht stattgefunden hätte und sollen auch in dieser Zeit bearbeitet werden. „Dadurch kann man ganz gut die Struktur eines normalen Schultags bewahren“, sagt Judith Kalde. „Aber weil deswegen am Montag alle zur ersten Stunde auf der Matte standen, war das zu viel für die Plattform.“

Persönlicher Austausch mit Mitschülern und Lehrern wichtig

Malin Radeler (18) hat nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder gut in den Distanzunterricht hineingefunden. Am Dienstag hatte sie ihre erste Videokonferenz im neuen Lockdown. Sie besucht ebenfalls die Jahrgangsstufe 12 des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern.

Malin Radeler hat schnell in den Online-Unterricht hineingefunden, wünscht sich jedoch den Austausch und die sozialen Kontakte aus dem Präsenzunterricht zurück.
Malin Radeler hat schnell in den Online-Unterricht hineingefunden, wünscht sich jedoch den Austausch und die sozialen Kontakte aus dem Präsenzunterricht zurück. © Privat © Privat

Im kommenden Jahr stehen die Abiturprüfungen auf dem Lehrplan. „Ich mache mir schon manchmal Sorgen um mein Abitur“, sagt Malin Radeler. Die 18-Jährige hat Angst, dass sie mit dem Stoff nicht durchkommen. „Gerade in Mathe oder Bio braucht man den persönlichen Austausch mit den Mitschülern oder Lehrern mehr“, sagt sie.

Dass in den vergangenen Wochen nach den Sommerferien Präsenzunterricht stattfinden konnte, hat Malin Radeler einige der Sorgen genommen. Gedanken macht sie sich trotzdem. „Ich hab ein bisschen Angst, dass was an mir vorbeizieht“, sagt die 18-Jährige. „Wer weiß, wie lange das noch online weitergeht.“

Soziale Kontakte und persönlicher Austausch fehlen am meisten

Ihrer Mitschülerin Judith Kalde gehen ähnliche Gedanken durch den Kopf. „Ich habe die Sorge, dass wir den Lernstoff für das Abitur nicht so vermittelt bekommen, wie es Face-to-Face möglich wäre“, sagt die 17-Jährige. „Aber wir werden nicht alleine gelassen. Unsere Lehrer geben ihr Bestes.“ Außerdem findet die Schülerin es schade, dass keine Kursfahrt stattfinden kann, auch der Abiball steht noch in den Sternen.

Die beiden Schülerinnen sind sich einig, dass sie den Präsenzunterricht bevorzugen. „Auch wenn es kalt wurde im Unterricht, ist es leichter, Nachfragen zu stellen“, sagt Judith Kalde. „Und trotz Abstand hat man in der Schule noch soziale Kontakte.“

Der persönliche Austausch im Unterricht und das soziale Umfeld sind auch für Malin Radeler von hoher Bedeutung. „Heftig, dass die wegfallen“, sagt sie. „Austausch ist extrem wichtig.“

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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