Die geplante Fusion der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern mit Emscher-Lippe ist vorerst geplatzt. © Jürgen Wolter
Raiffeisenmarkt

Zwei Stimmen zu wenig: Halterner lehnen Raiffeisen-Fusion ab

Für die Zukunft muss neu geplant werden: Die Generalversammlung der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern hat die angestrebte Fusion mit Emscher-Lippe abgelehnt.

Am Ende fehlten zwei Stimmen: Die Mitglieder der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern trafen sich am Montag im Hotel Seehof, um über die geplante Fusion mit der Genossenschaft Emscher-Lippe abzustimmen, die Vorstand und Geschäftsführung lange vorbereitet hatten. Die erforderliche Mehrheit kam aber nicht zustande.

„Maximal hätten 25 Prozent der Mitglieder die Fusion ablehnen dürfen, als Zustimmung wäre eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich gewesen. Leider haben 26 Prozent dagegen gestimmt“, bedauert Geschäftsführer Günter Hessing. „Es lag letztlich an zwei Stimmen.“

Emotionale Entscheidung der Mitglieder

Die Entscheidung sei primär emotional und nicht rational gefallen, so Günter Hessing, der die Vorteile der Fusion ausführlich erläutert hatte. „Pro Geschäftsjahr hätte die Fusion jedes Jahr Einsparungen zwischen 150.000 und 200.000 Euro gebracht. Aber die Mitglieder haben eher nach Gefühl und nicht nach den Zahlen entschieden.“

Erst die Fusion der Pfarreien in Haltern, jetzt die Fusion der Volksbanken mit Filialschließungen – das Thema sei offenbar bei einigen zurzeit nicht positiv vermittelbar, so Günter Hessing.

Seit Januar hatten Geschäftsführung und Vorstand daran gearbeitet, die Fusion vorzubereiten. „Das erfordert eine umfangreiche Vorbereitung, ein Verschmelzungsvertrag musste vorbereitet, ein Gutachten eingeholt werden.“ Gegenüber den Mitarbeitern aber auch dem Fusionspartner sei die Ablehnung der Fusion ein fatales Signal, findet Günter Hessing.

Unglücklich findet auch Ludger Winkelkotte, der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, den Ausgang der Abstimmung. „Ich habe dafür gebrannt, diese Fusion umzusetzen“ sagt er. „Leider hat wohl auch die Entwicklung nach der Fusion der Volksbanken dazu geführt, dass die Mitglieder sich mit dem Gedanken nicht anfreunden konnten, auch wenn das eine mit dem anderen eigentlich gar nichts zu tun hat.“

Jahresumsatz ist leicht gesunken

In seinem Geschäftsbericht legte Günter Hessing außerdem auf der Generalversammlung die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2019/20 vor. Insgesamt hat die Raiffeisen-Warengenossenschaft Haltern in diesem Zeitraum einen Umsatz von 31,7 Millionen Euro erwirtschaftet. „Das ist eine Million weniger als im vorherigen Geschäftsjahr“, sagt Günter Hessing. „Das liegt aber ausschließlich im Preisverfall bei Rohöl und Produkten für die Landwirtschaft begründet“.

Leiteten die Generalversammlung (v.l.): Geschäftsführer Günter Hessing, Aufsichtsratsvorsitzender Ludger Winkelkotte, und die Vorstände Burghardt Fry und Bernd Schmöning.
Leiteten die Generalversammlung (v.l.): Geschäftsführer Günter Hessing, Aufsichtsratsvorsitzender Ludger Winkelkotte, und die Vorstände Burghardt Fry und Bernd Schmöning. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Trotzdem hat die Genossenschaft einen Gewinn von 260.000 Euro erwirtschaftet. An die Mitglieder wird ein Anteil als Warenrückvergütung (0,5 %) und eine Dividende von 4 Prozent ausgeschüttet, insgesamt eine Summe von 106.571 Euro.

„Außerdem haben wir im April unseren Mitarbeitern eine Prämie von jeweils 1500 Euro ausgezahlt, für die extremen Belastungen, die mit Beginn der Corona-Pandemie auf uns zukamen“, so Günter Hessing. Am Beginn des ersten Lockdowns waren Baumärkte regelrecht überrannt worden.

Auch eine Wahl fand auf der Generalversammlung statt: Christian Schulte-Althoff wurde als Mitglied des Aufsichtsrats der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern einstimmig wiedergewählt.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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