Premiere in Heek: 100 Baumfallen sollen Giftraupen-Plage eindämmen

mlzEichenprozessionsspinner

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner gibt es zahlreiche Methoden. In Heek kommt dementsprechend ein Abwehrmix zum Einsatz. In diesem Jahr zum ersten Mal auch eine spezielle Falle.

Heek

, 28.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es die Gemeindeverwaltung ernst meint mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS), zeigt sich schon allein bei den kalkulierten Kosten. 40.000 Euro sind im Haushalt eingeplant. Zum Vergleich: In Legden sind dafür nur 10.000 Euro vorgesehen. Und beim Abwehrmix gegen die Giftraupe kommt in der Dinkelgemeinde nun auch erstmalig eine spezielle Falle zum Einsatz.

Unter anderem im Stiegenpark sieht man sie – die schwarzen Spezialbeutel, die zusammen mit einem Schlauch und weißer Manschette an ausgewählten Eichen befestigt sind. In sicherer Höhe von gut drei Metern. „Damit niemand auf die Idee kommt, da noch dran zu gehen“, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage sagt.

100 Giftraupen-Fallen hängen in der Gemeinde Heek

Besser ist das, denn die Beutel sind von innen nicht nur speziell beschichtet, sondern werden einmal – so zumindest die Hoffnung – etliche Giftraupen „aufnehmen“. Rund 100 Stück dieser Fallen hat die Verwaltung eingekauft und von Mitarbeitern des Bauhofes verteilt über das gesamte Gemeindegebiet anbringen lassen.

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„Es ist ein Versuch. Wir werden sehen, wie gut das funktioniert“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling. Neben Nistkästen, Prävention (Biozid) und Absaugen eine weitere Möglichkeit, die von Experten vorausgesagte Plage der Giftraupe etwas einzudämmen. Die präventiven Arbeiten an besonders sensiblen Bereichen wie Kitas, Schulen und Spielplätzen erfolgten übrigens am Montag (27. April) durch eine Spezialfirma.

Das Prinzip der Falle ist simpel

Das Prinzip der Fallen selbst ist simpel. Ein Schlauch wird eng um den Stamm einer Eiche gelegt. Das Ganze wird von einer PVC-Manschette, die übersteht, umschlossen. Der schwarze Spezialbeutel wird mittels T-Stück am unterem Ende mit dem Schlauch verbunden.

Die Fallen, so wie hier im Stiegenpark, sind in sicherer Höhe angebracht.

Die Fallen, so wie hier im Stiegenpark, sind in sicherer Höhe angebracht. © Till Goerke

Im Beutel enthalten ist ein Geruchsstoff. „Ein Lockmittel für die Raupen. Das sind keine Chemikalien“, wie der Bauamtsleiter erklärt. Die Idee: Die Raupen werden von dem Lockstoff angezogen, wandern den Stamm hinunter und werden über den Schlauch zielgerichtet in den Beutel gelockt. Dieser ist von innen besonders beschichtet, sodass die Raupen nicht mehr hinauskommen.

Mitarbeiter des Bauhofes kontrollieren die Fallen

„Die Mitarbeiter des Bauhofes werden die Fallen kontrollieren und die Beutel entsorgen“, sagt Herbert Gausling. Die Falle als solches kann am Baum verbleiben. Nur die Beutel müssen ausgetauscht werden. „Schätzungsweise Mitte/Anfang Juni wird das wohl soweit sein.“

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Zur Erinnerung: Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen des Eichenprozessionsspinners sogenannte Brennhaare, die es in sich haben. Die Brennhaare der Raupe können eine allergische Reaktion auslösen. Unangenehmer Juckreiz, Hautenzündungen, Schwellungen wie bei einem Insektenstich können ebenso die Folge sein wie Augenreizungen und Bindehautenzündungen.

Beutel der Falle werden in der Sonne sehr heiß

Werden Brennhaare eingeatmet, kann das zu einer Reizung der oberen Atemwege führen. Bei Menschen, die auch sonst Probleme mit Allergien haben, kann ein Kontakt auch zu Atemnot führen. Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma können die Folge sein.

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Der Clou der Falle: Die Beutel sind schwarz und so konzipiert, dass diese sich in der Sonne auf bis zu 70 Grad erhitzen. Die Brennhaare der Giftraupe sind bereits ab 55 Grad unschädlich gemacht, denn die Eiweißverbindungen werden durch die Hitze zerstört.

Ebenfalls können die Beutel im Ofen oder Wasserbad erhitzt werden und danach samt Inhalt gefahrlos entsorgt werden. Ob die Theorie in der Praxis funktioniert,wird sich in Heek allerdings erst noch zeigen müssen.

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