1,3 Millionen Euro für Feuerwehr

Brandschutzbedarfsplan beschlossen

Schon der Ausbau der beiden Gerätehäuser in Heek und Nienborg hat rund eine halbe Million Euro verschlungen. Bis 2022 kommen 1,3 Millionen hinzu: Der Gemeinderat hat am Mittwoch die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans verabschiedet.

HEEK

, 01.06.2017, 19:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
1,3 Millionen Euro für Feuerwehr

Das Heeker Gerätehaus an der Stroot ist gerade erst modernisiert worden. Im Fuhrpark aber stehen bis zum Jahr 2022 noch einige Neuanschaffungen auf dem Plan.

Grundausstattung für ABC-Einsätze, Logistikfahrzeuge und zwei neue Löschfahrzeuge, die allein 800000 Euro kosten werden: Bis 2022 wird die Gemeinde noch einmal knapp 1,3 Millionen Euro in den Schutz ihrer Bürger investieren.

Einsatzzeiten stimmen

Bereits mit der Modernisierung der beiden Feuerwehrgerätehäuser, die mit den letzten Arbeiten ums Heeker Gerätehaus an der Stroot erst jüngst ihren Abschluss fanden, müsse sich die Gemeinde im Vergleich mit anderen Kommunen im Umkreis nicht verstecken, betonte CDU-Fraktionsführer Walter Niemeyer. "Wir sind nicht schlecht aufgestellt", fand auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. "Die Einsatzzeiten stimmen."

Laut Brandschutzbedarfsplan müssen etwa bei einem "kritischen Wohnungsbrand" in mindestens 80 Prozent der Einsätze innerhalb von acht Minuten Einsatzkräfte mit neun Funktionen, nach weiteren fünf Minuten mit weiteren sechs Funktionen vor Ort sein. 2015 hatten die Heeker Einsatzkräfte das Soll übererfüllt: 84,6 Prozent nach acht Minuten, satte 100 Prozent nach 13.

92 aktive Einsatzkräfte

Weniger gut sieht die Rechnung beim Personal aus: Laut Brandschutzbedarfsplan liegt die Sollstärke der Heeker Feuerwehr bei 111 Einsatzkräften. Aktiv sind derzeit aber nur 92, wovon sechs Berufsfeuerwehrleute sind, die wegen ihrer Anstellung bei anderen Wehren nicht mitgezählt werden dürfen. Das Durchschnittsalter der Aktiven in Nienborg liegt bei 37,3 Jahren, in Heek bei 33,7.

Noch könne die Feuerwehr Heek ihre Einsätze und Übungen mit dem jetzigen Personalstand "ausreichend" abarbeiten, heißt es in dem Papier, das die Ratsmitglieder vorliegen hatten. "Insbesondere im Tagesbereich kommt die Freiwillige Feuerwehr aber an ihre Grenzen."

Neue Leute müssen her

Fazit: Neue Leute müssten her, um die Sollstärke zu erreichen. Als so genannte "personelle Maßnahmen" sieht der Brandschutzbedarfsplan daher Öffentlichkeitsarbeit zur Rekrutierung neuer Mitglieder, aber auch "Wertschätzung" vor - sowohl gegenüber den Einsatzkräften als auch gegenüber den Arbeitgebern, die diese freistellen.

"Aber das Material muss auch stimmen", stellte der Bürgermeister fest. Und genau da habe es in der Vergangenheit einige Versäumnisse gegeben, wie Joachim Graf (SPD) monierte. "Wir haben 30 bis 35 Jahre alte Fahrzeuge", sagte er. "Die hätten eigentlich viel früher ersetzt werden müssen." Dass die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans erst nach sieben, statt wie gesetzlich vorgeschrieben, "spätestens nach fünf Jahren" erfolgte, verschärfte die Situation.

Unterstützung aus Gronau 

Politik und Verwaltung hatten dazu eigens eine Arbeitsgruppe gebildet und sich externen, fachlichen Rat geholt. Sowohl der Leiter der Gronauer Feuerwehr und stellvertretende Kreisbrandmeister Marco van Schelve als auch der Leiter der Gronauer Feuer- und Rettungswache, Matthias Stehning, hatten an dem nun verabschiedeten Papier mitgewirkt.

Matthias Stehning, der am Mittwochabend als Gast in der Sitzung war, empfahl den Heekern, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, die die Löschfahrzeugbauer üblicherweise böten: "Jeder Hersteller kommt mit Vorführfahrzeugen in die Orte",  sagte er mit Blick auf die ebenfalls von Joachim Graf eingeforderten "Stellproben". Joachim Graf: "Das sind schwere Fahrzeuge. Man sollte sichergehen, dass nicht wieder angebaut werden muss."

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