20-Jähriger wird zu Jugendarrest verurteilt

Ohne Fahrerlaubnis

Ein 20-jähriger Schöppinger, der erst vor wenigen Wochen wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde, stand am Donnerstag erneut vor Gericht. Der notorische Raser, bei dessen letzter Unfallfahrt ein 18-jähriger Heeker umgekommen war, wurde des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig gesprochen.

HEEK/WÜLLEN

von Von Mirko Heuping

, 19.09.2014, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
20-Jähriger wird zu Jugendarrest verurteilt

Nicht einmal einen Monat nachdem ihn das Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt hatte, zog die Polizei ihn mit einem zu schnellen Roller – für den er keinen Führerschein mehr besaß – aus dem Verkehr. Bereits vor der ersten Verurteilung war der Schöppinger zweimal beim Fahren ohne Fahrerlaubnis und mehrfach mit überhöhter Geschwindigkeit negativ aufgefallen. Ein Lerneffekt hat bislang offenbar nicht eingesetzt. Obwohl der 20-Jährige den Führerschein für drei Jahre abgeben musste und nur eine Mofaprüfbescheinigung für Zweiräder bis 25 km/h besaß, fuhr er mit dem Roller zur Arbeit nach Ahaus. Dieser erreichte Spitzengeschwindigkeiten von fast 50 km/h. „Ich wusste, dass der Roller zu schnell lief. Es ist meine Schuld“, zeigte sich der Angeklagte letztlich doch noch einsichtig.

Das allerdings erst, nachdem der Richter vorgeschlagen hatte, sich im Fall eines Geständnisses auf einen Jugendarrest von bis zu zwei Wochen zu einigen. Wäre der Schöppinger bei seiner Ursprungsversion geblieben („Der Roller fuhr höchstens 30 km/h“), hätte er riskiert, dass die einjährige Bewährungs- in eine Haftstrafe umgewandelt worden wäre. Das erschien dem Gericht jedoch zu hart, zumal sich der Angeklagte gerade im letzten Jahr seiner Lehre als KFZ-Mechatroniker befindet. Eine leichte Erhöhung der Bewährungsstrafe hätte hingegen überhaupt keinen Lerneffekt erzielt.

Angesichts der Umstände, dass niemand zu Schaden gekommen war, einigten sich alle Parteien auf die Verständigung, die es erlaubte, das aktuelle Verfahren separat zu beurteilen. 

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