Mareen Lütke Wissing, Lebensgefährtin von Michael Wermelt, überprüft den Warenautomat und füllt die Waren wieder auf (Bild aus dem Juni 2020). © Markus Gehring
Einkaufen in Heek

24/7 frisches Essen: Regiobox wird auch wegen Corona zum Hit

Frisches Essen, lokal zubereitet und 24/7 verfügbar: Die Regiobox im Ortsteil Heek erlebt wegen Corona einen Nachfrageboom. Doch bei dieser Erfolgsgeschichte spielen noch mehr Faktoren eine Rolle.

Das Coronavirus ist zu einem alltäglichen Begleiter geworden – auch beim Einkaufen. Abstand wahren, Maske tragen und möglichst wenig Kontakt lautet die Devise. Nicht zuletzt deshalb erleben Warenautomaten derzeit einen Boom. Etwas, das auch der Averbecker Michael Wermelt bestätigen kann.

Neun Monate ist es jetzt her, dass der gelernte Fleischermeister vor dem Getränkemarkt Ellerkamp in Heek (Düstermühlenweg) seine Regiobox aufgestellt hat. An sieben Tagen in der Woche und das jeweils 24 Stunden (24/7) gibt es dort Grillfleisch, Würstchen, Suppen, Eintöpfe, Saucen und vieles mehr. Immer abgestimmt auf die jeweilige Saison. Und alles aus eigener Herstellung.

Zwischenfazit fällt positiv aus

Und ein erstes Zwischenfazit fällt wie aus? „Es ist besser gelaufen als geplant. Reich wird man damit nicht, aber darum geht es auch nicht“, resümiert Michael Wermelt im Gespräch mit der Redaktion. Dass Corona seinen Anteil an der Erfolgsgeschichte hat, da ist er sich sicher. „Ich denke schon, dass mir das in die Karten gespielt hat.“ Stichwort Nachfrage.

Erst recht nachdem auch Kartenzahlung möglich war. Etwas, das zum Start im Juni 2020 noch fehlte. Doch es wurde nachgerüstet. Wie hoch die Ansteckungsgefahr mit dem Virus durch Bargeldkontakt ist, ist zwar nicht geklärt, doch bargeldlose Zahlung hat in der Krise nachweislich einen Schub bekommen.

Kunden nutzen Kartenzahlung

Auch rund 20 Prozent der Kunden an Michael Wermelts Warenautomaten nutzen das bargeldlose Bezahlen. Das habe eine interne Auswertung ergeben, wie der Averbecker berichtet.

Und: Nicht nur junge Heeker würden den Warenautomaten nutzen. „Das ist schon cool. Auch ältere Menschen kommen und kaufen ein. Das ist ein tolles Kompliment.“

Michael Wermelt bereitet alles frisch zu – Zusatzstoffe kommen bei ihm nicht in den Topf.
Michael Wermelt bereitet alles frisch zu – Zusatzstoffe kommen bei ihm nicht in den Topf. © Privat © Privat

Kompliment deshalb, weil Michael Wermelt viel Wert auf ein traditionelles Angebot ohne jegliche Zusatzstoffe legt. „Es wird alles frisch zubereitet, ohne Zusätze und nach Rezepten, wie ich sie noch von meiner Oma und Mama gelernt habe.“ Die Nachfrage über alle Generationen hinweg sei dabei die beste Bestätigung, das Richtige zu tun.

Automat bringt viel Arbeit mit sich

Neben Corona dürfte aber auch das wechselnde Sortiment einen gewichtigen Anteil an der Erfolgsgeschichte haben. Sind es in den warmen Monaten vor allem Dinge, die das Herz eines jeden Grill-Liebhabers höherschlagen lassen, sind es in den kälteren Wochen Suppen oder Eintöpfe. Alles sauber etikettiert und nach der Herstellung direkt in Gläser abgefüllt.

„So ein Automat ist richtig viel Arbeit. Da lerne ich auch noch jeden Tag dazu“, sagt Michael Wermelt. Wenn technisch mal etwas nicht richtig funktioniere, dann sei zudem schnelles Eingreifen unerlässlich. „Die Kunden rufen mich dann sofort an. Das ist gut, so kann ich direkt vorbeikommen und helfen.“

Bisher kaum Ärger mit Vandalen

Auch der Zeitaufwand in Zusammenarbeit mit Laboren dürfe nicht unterschätzt werden. „Es geht schließlich um die Inhaltsstoffe und die richtige sowie exakte Etikettierung. Das ist sehr wichtig für die Kunden“, erklärt Michael Wermelt.

Erfreulich: Bis auf eine Ausnahme hatte der Averbecker an seinem Warenautomaten noch keinen Ärger mit Vandalen oder Aufbrüchen. Nur einmal hätten „Chaoten“ die dicke Filzeinlage im Ausgabefach geklaut. Klingt nicht wild, hätte aber Scherbensalat nach sich ziehen können. „Gläser wären vermutlich kaputtgegangen, wenn sie nach dem Kauf nach unten gefallen wären.“

Trotz Schneegestöbers wurde der Automat pünktlich aufgefüllt. Reste des Schnees sind noch immer zu sehen.
Trotz Schneegestöbers wurde der Automat pünktlich aufgefüllt. Reste des Schnees sind noch immer zu sehen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Übrigens hat nicht mal das Schneegestöber dafür gesorgt, dass die Fächer im Warenautomaten leer blieben. „Am Sonntag bin ich zu Fuß hin, um zu kontrollieren und aufzufüllen“, so Michael Wermelt. Und Lebensgefährtin Mareen Lütke Wissing hilft natürlich auch immer tatkräftig mit. „Für sie ist dieser Automat ihr Baby“, sagt der Averbecker lachend.

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