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Auftakt für den Abriss der ehemaligen Hülsta-Hallen in Heek: Bis die Bagger ans Werk gehen, wird es aber noch etwas dauern. Zunächst erfolgen der Ausbau und die Entsorgung von Gefahrstoffen.

Heek

, 20.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Lange wies ein Schild an der Bundesstraße 70 auf den Leerstand hin. 82.000 Quadratmeter Gewerbefläche, der ehemalige Hülsta-Produktionsstandort mit Produktionshallen und Büros, war zu vermieten. Seit 2009 wurde in den Hallen nicht mehr produziert. Der Möbelhersteller hatte den Produktionsstandort geschlossen und die Heeker Produktion auf seine Werke in Stadtlohn und Ottenstein verteilt.

Im März des vergangenen Jahres hat die Gemeinde Heek das Areal von dem Möbelhersteller gekauft. Ziel: Die Hallen abreißen und das Gelände für eine neue gewerbliche Nutzung frei machen.

Gebäude werden zunächst „ausgeräumt“

Seit Ende November laufen nun die Abrissarbeiten. Von außen ist aber kaum etwas davon zu sehen. „Zunächst wird im Inneren alles ausgeräumt“, erklärt Herbert Gausling, Fachbereichsleiter Bauen im Rathaus. Besonderes Augenmerk müsse das Abrissunternehmen dabei auf Schadstoffe legen, die in verschiedenen Bereichen vorgefunden wurden.

Wie Herbert Gausling berichtet, hat ein Fachunternehmen rund ein Jahr an einem Abbruchkonzept für das riesige Areal gearbeitet. „Es gab umfangreiche Untersuchungen, viele Proben wurden genommen“, schildert der Fachbereichsleiter, dass besonders Dachflächen, Isolierungen und Ummantelungen mit Schadstoffen wie Asbest belastet sind. Daher dürfen diese Stoffe nur unter Einhaltung von bestimmten Sicherheitsmaßnahmen ausgebaut und entsorgt werden.

Der Asbest „ist natürlich ein Problem, aber handelbar“, meint Herbert Gausling. Zunächst konzentriert sich der Abriss auf das Innere der riesigen Hallen. Anfang nächsten Jahres sollen dann im hinteren Bereich die ersten Dachflächen abgenommen werden. Die sind aus so genanntem Faserzement und auch mit Asbest belastet.

Arbeiten dauern bis in den Sommer

Danach erledigen Bagger den Abriss. Bau-Fachbereichsleiter Herbert Gausling geht davon aus, dass die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sind.

Für Teile des Geländes gebe es bereits interessierte Unternehmen, war von der Gemeindeverwaltung schon beim Kauf des Geländes im vergangenen Jahr zu hören. Die politischen Gremien hatten damals schon für etwa einen Hektar die Nachnutzung beschlossen: zwei Heeker und zwei auswärtige Firmen haben den Zuschlag.

Die Historie

1964 hat Hülsta in Heek in seinem Werk in Heek die Produktion aufgenommen. Anfang 2008 wurde bekannt, dass der Möbelhersteller sein Werk Heek schließt. Als Begründung wurden „Kostendruck und Einsparungen bei den Investitionen“ genannt. Bis 2009 wurde die Produktion nach und nach auf die Standorte in Stadtlohn und Ottenstein verlagert. 250 Mitarbeiter waren bis 2008 bei dem einst größten Arbeitgeber in Heek beschäftigt. Sie wurden zum Teil an die anderen Hülsta-Standorte versetzt. Allerdings mussten insgesamt 140 Mitarbeiter gehen. 2017 kaufte die Gemeinde Heek das 82.000 Quadratmeter große Areal.

Darunter seien zwei aus dem Handel und je ein Handwerksbetrieb und einer aus der Baubranche. Auf einem unbebauten Teilbereich entsteht bereits ein Baumarkt (unsere Redaktion berichtete).

Bis zu 20 Firmen könnten auf dem Hülsta-Areal Platz finden, schätzt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Etwa 65.000 Quadratmeter Gesamtnutzungsfläche bietet das Gelände, zieht man die benötigten Flächen für die Erschließung ab.

Gemeinde wünscht sich großen Branchenmix

Beim Portfolio setzt die Gemeinde auf einen möglichst großen Branchenmix. Ausgeschlossen sind aber Einzelhandel und Betriebe, die eine hohe Wasserbelastung mit sich bringen, da das Areal in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Abriss des ehemaligen Hülsta-Standortes in Heek kostet rund 900.000 Euro

Im Außenbereich ist von den Abrissarbeiten noch nicht viel zu sehen. Im neuen Jahr wird mit dem Abtragen des Daches begonnen. © Markus Gehring

Ist der Abriss eines rund acht Hektar großen Betriebes allein schon eine teuere Sache, so treibt die Schadstoffentsorgung die Abrisskosten noch weiter in die Höhe. Inklusive der Untersuchungen und Fachingenieurleistungen rechnet Herbert Gausling für den Abriss mit Kosten von rund 900.000 Euro.

Spänebunker wird wohl abgerissen

Fest steht jetzt auch wohl, dass auch der 24 Meter hohe Spänebunker abgerissen wird. Das soll am Ende der laufenden Abrissarbeiten erfolgen, war im Rathaus zu erfahren.

Noch im Juni gab es Überlegungen, den Spänebunker zu erhalten. Kletterturm, Werbefläche, Eventcenter mit Gastronomie in luftiger Höhe - Ideen gab es einige, um aus dem Bunker ein prägendes Element in der Silhouette der Gemeinde zu machen. Als Voraussetzung für den Erhalt des Bauwerkes hatte der Bauausschuss damals aber der Verwaltung ins Buch geschrieben, einen Investor für den Spänebunker zu finden.

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Stichwort Asbest

  • Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige kristallisierte Silikat-Minerale, die nach ihrer Aufbereitung technisch verwendbare Fasern unterschiedlicher Länge ergeben.
  • Asbest wurde auch „Wunderfaser“ genannt, weil er eine große Festigkeit besitzt, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend dämmt und die Asbestfasern zu Garnen versponnen und diese verwebt werden können.
  • Aufgrund der inzwischen eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen, ist der Einsatz heute in vielen Staaten verboten, unter anderem in den USA, der EU und der Schweiz (seit 1990). Heute steht meist Entsorgung im Vordergrund.
  • Die Asbestose ist eine Krankheit der Lunge und gehört zu den so genannten Pneumokoniosen (Staublungenkrankheiten). Sie entsteht durch eingeatmeten Staub von Asbest.
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