Bei den Tagesmüttern in Heek und Nienborg gehören viele Kinder zur Familie

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28 Kinder in Heek gehen zur Kindertagespflege, mal als Vorstufe, mal als Alternative zur Kita. Wir haben uns den Alltag der Tagesmütter vor Ort angeschaut.

Heek

, 02.05.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Monika Benkhoffs Garten ist immer etwas los. An diesem Vormittag toben besonders viele Kinder herum, denn heute sind auch zwei andere Heeker Tagesmütter mit ihren Kindern zu Besuch in Nienborg. Einmal die Woche treffen sich die Kindertagespfleger zum gemeinsamen Austausch. Die Tagesmütter kennen sich gut und vertreten sich gegenseitig bei Urlaub und Krankheit.

Die drei betreuen Kinder vom Säuglings- bis zum Schulalter, manche nur wenige Stunden in der Woche, andere für bis zu 45 Stunden. Entsprechend verschieden sind ihre Tagesabläufe. Ulla dos Santos Silva betreut etwa Schulkinder am Nachmittag. Für Elisabeth Bußmann fängt der Tag schon um 5.30 Uhr an. Sie betreut Kinder vor allem zu Randzeiten, die im Kindergarten nicht angeboten werden. Sie kommt zu den Kindern nach Hause, damit sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.

Bei den Tagesmüttern in Heek und Nienborg gehören viele Kinder zur Familie

Erste Gehversuche ohne die Mama: Der kleine Silas mit Tagesmutter Elisabeth Bußmann. © Falko Bastos

Bei Monika Benkhoff dagegen geht es meist in den heimischen Garten. „Wir gehen auch auf den Spielplatz oder in den Wald, Hauptsache nach draußen“, sagt sie. Ihren großen Garten hat sie zu einem Spielparadies für Kinder umgestaltet: mit Rutsche, Schaukel, Klettergerüst und Sandkasten. Dafür mussten Teile des Gemüsegartens ihres Mannes weichen. Der genießt es, mit dem Nachwuchs zu spielen und schaukelt die Kinder auf der Nestschaukel an. „Das ist doch eine schöne Nebenbeschäftigung“, sagt er und lacht.

Nicht mehr als drei U3-Kinder

„Das ist das schöne an der Kindertagespflege. Es ist wie eine Familie“, sagt Jutta Büning, Fachberaterin für Kindertagespflege beim SKF. Auch Hündin Lilli ist immer dabei. Auch eine ihrer 10 Enkelinnen betreut Monika Benkhoff vormittags. Für Antonia und Noah, die von montags bis freitags zu ihr kommen, ist sie wie eine Oma.

Bei den Tagesmüttern in Heek und Nienborg gehören viele Kinder zur Familie

„Nudeln gehen immer“: Monika Benkhoff bereitet das Mittagessen vor. © Falko Bastos

„Es ist eine sehr persönliche Betreuung“, sagt Büning. Nicht mehr als drei Kinder unter drei Jahren gehen zu den Tagesmüttern. „Für die Kinder ist das ein sanfter Start.“ Manche Eltern starten mit ein paar Stunden vor dem Wiedereintritt ins Berufsleben.

Der kleine Silas macht auf dem Rasen erste Gehversuche mit Tagesmutter Elisabeth Bußmann. Heute verbringt er seinen ersten Vormittag ohne seine Mama. Zum Start gibt es eine Eingewöhnungsphase, in der die Eltern mitgehen“, erklärt Jutta Büning. „Wenn wir merken, dass die Kinder angekommen, ziehen sich die Eltern nach und nach zurück.“

Bei den Tagesmüttern in Heek und Nienborg gehören viele Kinder zur Familie

Auch bei Ulla dos Santos Silva sind Nudeln beliebt. © Ulla dos Santos Silva

160 Stunden Qualifizierung

Fünf Tagesmütter und einen Tagesvater gibt es in Heek. Sie dürfen jeweils bis zu fünf Kinder betreuen. Voraussetzung dafür ist eine Pflegeerlaubnis. Der Qualifizierungskurs für Tagespflegepersonal dauert 160 Stunden. Außerdem müssen alle Haushaltsmitglieder ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Fachberaterin Büning ergründet in persönlichen Gesprächen vor Ort, ob die Persönlichkeit und die Räumlichkeiten stimmen.

Bei den Tagesmüttern in Heek und Nienborg gehören viele Kinder zur Familie

Nach dem Essen wird es für Noah Zeit für ein Nickerchen. © Falko Bastos

Während die Kinder im Garten spielen, beginnt Monika Benkhoff mit der Vorbereitung des Mittagessens. Heute geht es schnell, denn es gibt Nudeln. „Die gehen immer“, verrät die Tagesmutter. Der Grünkohl am Vortag sei auf weniger Begeisterung gestoßen. „Die Kinder habe ich beim Kochen immer im Blick“, versichert sie. „Und zum Essen habe ich dann eine große Herde in meiner kleinen Küche.“

Nach dem Mittagessen gehen die Kinder ins Bett. Jedes Kind hat seinen eigenen Schlafbereich. „Ich habe es auch schon ohne Mittagsschlaf probiert, da gab es ab nachmittags Chaos mit müden Kindern“, so Monika Benkhoff. Die „Langschläfer“ weckt sie nach einer Weile. „Sonst kriegen ihre Eltern sie abends nicht ins Bett.“ „Ein fester Tagesablauf und Rituale geben den Kindern Halt“, meint Jutta Büning. Und den Tagesmüttern Zeit zum Verschnaufen.

  • Vom 6. bis zum 12. Mai lädt der Bundesverband für Kindertagespflege zu einer Aktionswoche.
  • In Heek nimmt der SKF mit einem Infostand auf dem Supermarkt-Parkplatz am Gabelpunkt teil. Für Kinder gibt es ein Gewinnspiel.
  • Infos zur Kindertagespflege in Heek gibt es unter www.tagesmütter-heek-nienborg.de
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