Balancierend durchs All

Bewegungsabenteuer

Die Milchstraße ist eine echte Holperpiste. Wer dachte, es ließe sich leicht über sie hinweggleiten, hat sich geirrt: Die Mädchen und Jungen müssen genau aufpassen, während sie von einem Himmelskörper zum anderen hüpfen – mit rudernden Armen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und ins blaue All zu stürzen.

HEEK

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 20.04.2011, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewegung macht Sapß.

Bewegung macht Sapß.

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So erkunden die Kinder den Weltraum der Bewegung.

Unter Anleitung des katholischen Bildungswerks turnen Kinder im Vor- und Grundschulalter nicht nur, sie unternehmen Bewegungsabenteuer - in diesem Fall sogar im Weltall.
20.04.2011
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© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
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Blau? Keines der zehn Kinder wundert sich über die Farbe. Die unergründlichen Weiten des Weltraums haben Ecken und Kanten, wie sie inzwischen gelernt haben. Und sie haben eben diese Farbe: nicht samtschwarz oder unbestimmt grau, sondern blau: so wie die Turnmatten, die Anke Kösters überall in der Turnhalle der Verbundschule ausgelegt hat. Obwohl draußen die Sonne scheint und das Thermometer über die 20-Grad-Marke geklettert ist, fühlen sich die Vier- bis Achtjährigen wohl in dem hohen Gebäude, deren Mauern sie längst hinter sich gelassen haben – zumindest gedanklich. Das Weltraumabenteuer, zu dem das katholische Bildungswerk sie an diesem Ferientag eingeladen hat, fordert nicht nur körperliche Geschicklichkeit, sondern auch viel Fantasie ein – und von beidem haben die jungen Heeker offenbar mehr als genug. „Auf dem Mond gibt es tiefe Krater“, stellt die Kursleiterin fest und blickt geradeaus, als ob sich dort gerade eine Schlucht des Erdtrabanten auftuen würde. Die Augenpaare der Kinder folgen ihrem Blick. Und auch sie scheinen ohne Probleme in der hölzernen Sprossenwand, vor der eine weiche Turnmatte lehnt, krustiges Gestein zu erkennen. Echte Astronauten dürften sich aber von solchen Gefahren nicht schrecken lassen, meint Köster. Es komme nur auf die richtige Technik an, sich in den Mondspalten hinab zu lassen – und auf etwas Mut. Wer möchte den Anfang machen? Die Kinder zögern. Dann tritt ein Mädchen mit blondem Pferdeschwanz vor, klettert die Sprossenleiter – pardon: die Außenwand des Mondkraters – hoch, schiebt sich vorsichtig über den Rand und verschwindet. Nur ein Lachen ist zu hören – und wenig später der Ruf: „Ich will noch mal!“ Anne und Christine Uphues vom KBW leisten Hilfestellung, wenn jetzt ein Kind nach dem anderen in die Matten-Schlucht rutscht: ein sanfter, langsamer Absturz, wie er nur möglich ist, wenn Schwerelosigkeit herrscht – oder die Turnmatten sehr eng nebeneinander stehen.

So vorbereitet, können die Abenteuer an entfernteren Zielen ruhig kommen: das Balancieren auf dem Wackelplaneten etwa, das Krabbeln auf dem Regenbogen oder auch der Spaziergang auf der Milchstraße. Eineinhalb Stunden vergehen wie im Flug – und mit Flügen kennen sich Astronauten aus.

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