Die ersten Mitglieder vom Dinkelbündnis wurden „rausgekegelt“ beziehungsweise sind ausgetreten. © Schwarze-Blanke
Austritt

Beben im Dinkelbündnis: Zwei Ratsmitglieder werfen Brocken hin

Paukenschlag beim Dinkelbündnis (DB). Zwei DB-Ratsmitglieder haben die Nase voll und haben mit sofortiger Wirkung ihren Austritt verkündet. Unüberwindbare Differenzen gaben den Ausschlag.

Es rumort beim Dinkelbündnis. So sehr, dass jetzt zwei DB-Ratsmitglieder bei der erst vor der Kommunalwahl 2020 gegründeten Wählergruppe die Brocken hinschmeißen. Tobias Neumann und Rolf Baltus haben das Dinkelbündnis mit sofortiger Wirkung verlassen. Unüberwindbare Differenzen gaben den Ausschlag. Doch welcher Art?

Kurz und knapp verkündete Tobias Neumann diesen Schritt zu Beginn der Ratssitzung am Mittwoch (19. Mai). Dabei sprach er auch im Namen von Rolf Baltus. Schon länger hatten es die Spatzen von den Dächern gepfiffen, dass sich beim Dinkelbündnis etwas zusammenbraut. Jetzt der Schritt an die Öffentlichkeit. Wir haben am Tag danach mit Tobias Neumann gesprochen.

Keine Spontanentscheidung

„Es war eine Entscheidung, die über einen längeren Zeitraum gereift ist“, so Neumann. Bereits Anfang Mai legten drei DB-Mitglieder ihre Arbeit im Vorstand der Wählergruppe nieder. Einer von ihnen war Tobias Neumann. Wer die beiden anderen sind, darüber schweigt sich Neumann aus. Jetzt folgte auch der Austritt von Neumann und Baltus aus der Wählergruppe.

Dabei habe diese Entscheidung, das betont Tobias Neumann, nichts mit der politischen Ausrichtung des Dinkelbündnisses zu tun. „Die Ziele haben auch weiterhin in großen Teilen unsere Zustimmung, das ist alles okay so weit.“ Vielmehr hake es an anderer Stelle: „In der Fraktionszusammenarbeit, insbesondere mit den Führungsköpfen, gab es Uneinigkeiten“, führt Tobias Neumann aus.

Fehlende Kompromissbereitschaft?

Namen nennt Neumann nicht, aber es liegt auf der Hand, dass damit auch der Fraktionsvorsitzende Bernhard Holtkamp und der Vorsitzende der Wählergruppe, Prof. Dr. Berthold Wigger, gemeint sein dürften. Doch von welcher Art der Uneinigkeit ist überhaupt die Rede?

Da war die DB-Welt noch in Ordnung: Im Mai 2020 stellte sich der neue Vorstand der Öffentlichkeit vor. Unter ihnen auch Tobias Neumann (2.v.r) und der Vorsitzende Prof. Dr. Berthold Wigger (2.v.l).
Da war die DB-Welt noch in Ordnung: Im Mai 2020 stellte sich der neue Vorstand der Öffentlichkeit vor. Unter ihnen auch Tobias Neumann (2.v.r) und der Vorsitzende Prof. Dr. Berthold Wigger (2.v.l). © Wählergruppe © Wählergruppe

Von Uneinigkeiten in Bezug darauf, wie die künftige politische Arbeit und die Kommunikation des Dinkelbündnisses aussehen soll. Details nennt Tobias Neumann auch an dieser Stelle aus Rücksicht nicht. Nur so viel: Die fehlende Kompromissbereitschaft sei ein wesentlicher Aspekt gewesen. „In Summe für uns beide jedenfalls nicht mehr tragbar.“

Dinkelbündnis lehnt Stellungnahme ab

Das Dinkelbündnis selbst war gegenüber dieser Redaktion zu keiner Stellungnahme bereit. Der Fraktionsvorsitzende der Wählergruppe, Bernhard Holtkamp, ließ eine entsprechende Anfrage unbeantwortet. Dafür postetet das Dinkelbündnis auf seiner Facebook-Seite ein kurzes Statement.

Darin heißt es: „Rolf Baltus und Tobias Neumann sind aus der Fraktion des Dinkelbündnisses ausgetreten. Wir bedauern diesen Schritt. […] Wir hätten uns gewünscht, dass sich Rolf und Tobias mit ihren Positionen […] weiterhin beteiligen. Rolf und Tobias haben sich für einen anderen Weg entschieden.“

Ob und wie sich der Austritt von Rolf Baltus und Tobias Neumann auf die politische Arbeit und Ausrichtung des Dinkelbündnisses auswirkt, wird sich noch zeigen müssen. Klar ist jedenfalls, dass die beiden ihr Ratsmandat weiterhin ausüben möchten – als fraktionslose Ratsmitglieder. „Mir liegt das politische Geschehen in Heek am Herzen, darum will ich aktiv bleiben“, so Neumann.

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