Bei Elanko ist der Erfolg eine Familienangelegenheit

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Wer den Elanko-Firmensitz durch den neuen Haupteingang betritt, merkt an stilvollem Möbeldesign und raffinierter Lichtechnik schnell, dass hier der Schalter für die Zukunft umgelegt wurde.

Heek

, 14.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Heek, Benzstraße 28. Fast ebenso diskret wie der zur Autobahnpolizei im gleichen Gebäude, lag bislang der offizielle Zugang zum Unternehmensverbund Elanko. Das ändert sich gerade, und der Eingang wird von der Seite in die Mitte des Gebäudekomplexes an die Nr. 29 verlegt.

Der Elanko-Verbund wird dann auch optisch stärker in Erscheinung treten. Elanko (aus Elektro- und Anlagentechnik Kock) - das steht für den Zusammenschluss verschiedener Betriebszweige aus Elektro-, Versorgungs-, Medien- und Sicherheitstechnik. Für viele Heeker bleibt es weiter bei „Elektro Kock“, die Firma mit der einmal alles begonnen hat und die weiter Teil von Elanko ist.

Klassische Aufgaben bleiben

Neben den „großen“ Aufgaben bis hin zur Explosionsschutztechnik, denen sich Elanko jetzt widmet, soll aber nach dem erklärten Wunsch der Familie Kock der klassische Elektrobereich für den privaten Bereich nach wie vor eines der Elanko-Standbeine sein. „Es gibt keine bessere Lehrwerkstatt als ein Einfamilienhaus“, sagt Geschäftsführer Timo Kock und hat dabei auch den Firmennachwuchs im Blick. Aktuell arbeiten neben den 54 Mitarbeitern auch 15 Auszubildende im Unternehmen.

Auf die richtige Einstellung kommt es im Elanko-Unternehmensverbund überall an. Manchmal ein hochkomplexer Auftrag.

Auf die richtige Einstellung kommt es im Elanko-Unternehmensverbund überall an. Manchmal ein hochkomplexer Auftrag. © Markus Gehring

Elanko ist sozusagen fast die logische Konsequenz einer erfolgreichen, klassischen münsterländischen Firmen- und Familiengeschichte. Angefangen hat alles an der Hauptstraße 17 in Nienborg, wo Elisabeth und Franz Kock im Nachkriegsjahr 1951 ein kleines Geschäft gründeten, in dem schon Haushaltsgeräte und schließlich auch Radio- und TV-Geräte verkauft wurden und bereits zehn Jahre später eine Erweiterung um eine Elektroinstallationswerkstatt erfolgte. Der erste Wachstums-Baustein von Elektro Kock war damit gelegt.

Geschäftsfelder wachsen stetig

Ein Weg, den nach dem Tod des Firmengründers (1976) auch Ehefrau und Sohn Willi konsequent fortsetzten und die Geschäftsfelder stetig erweiterten.

Die 1990er-Jahre markieren die nächsten Entwicklungsschritte des Familienunternehmens. 1991: Neubau und Werkstatt an der Eper Straße 16; 1994: Betriebserweiterung und Einrichtung einer Leuchtenabteilung; 2000: Erweiterung des Lagers und Eröffnung einer Verkaufsstelle für Elektromaterial.

Timo Kock, Sascha Kock, Oliver Wichert und Matthias Neumann (v.l.)

Timo Kock, Sascha Kock, Oliver Wichert und Matthias Neumann (v.l.) © Markus Gehring

Kurz nach dem 50. Betriebsjubiläum und danach in den 2000er-Jahren setzt Elektro Kock weitere Wegmarken: Bau eines zweiten Lagers, Umbau und Neugestaltung von Verkaufsraum und Beleuchtungsabteilung, Erweiterung der Büroräume und Bau einer neuen Garagenanlage (Lagerung und Wertstoffsortierung).

Neuer Standort an der Benzstraße

Die wichtigste Marke wird aber sicher 2008 gesetzt. Nicht nur, weil die Söhne Timo und Sascha in den elterlichen Betrieb einsteigen, sondern weil der Standort an der Eper Straße einfach nicht mehr zeitgemäß und vor allem zu klein wird. „Wir konnten uns in Nienborg nicht weiter entwickeln“, sagt Timo Kock.

Ein Blick in den Betrieb

Ein Blick in den Betrieb © Markus Gehring

Geplant wird ein zweiter Standort im Industriegebiet Heek West II, der insbesondere wegen der optimalen Anbindung an die A 31 idealtypisch für weitere Innovationen zu sein scheint. 2009 kommt es zur Firmenteilung und zur Gründung der Elektro Kock KG, Fachgeschäft und Kundendienst, das an der Eper Straße 16 übernimmt der langjährige Mitarbeiter Frank Brügger, das ab 2013 als Elektro Brügger GmbH & Co. KG firmiert.

Familie Kock stellt sich auf die Zukunft ein

Soweit die Vorgeschichte, die Familie Kock aber dreht fleißig weiter am Rad ihrer Firmengeschichte. Nicht nur Senior Willi Kock (62, Kundendienst) und seine Frau Marita (59, Arbeitsschutz) sind nach wie vor Teil des Unternehmens, sondern mittlerweile neben Sohn Timo (31) als kaufmännischer Geschäftsführer und dessen Frau Sabrina (31, Assistentin der Geschäftsleitung, Personal) auch Bruder Sascha (32) als Technischer Geschäftsführer im Einsatz.

Gemeinsam wollen sie weiter wachsen, wobei sich das Wachstum nicht nur auf die Größe, sondern auf die Breite und vor allem die Qualität bezieht. Sichtbar wird das nicht nur am Zusammenschluss der Betriebszweige zu Elanko 2014, sondern auch an der aktuellen Bautätigkeit am Standort Benzstraße. Auf dem rund 7.285 Quadratmeter nutzt Elanko dann eine Fläche von 2.043 Quadratmetern. Für Lager und Produktion.

Per Zufall zum neuen Geschäftsfeld

Das wurde auch deswegen erforderlich, weil der Einsatzbereich von Elanko deutlich komplexer geworden ist. Und das ist einem reinen Zufall, einer defekten Spülmaschine zu verdanken. Die Reparatur dieses Gerätes - der damalige Hauselektriker war verhindert - war nämlich der Einstieg in die technische Komplettbetreuung der sechs Gasspeicher Epe.

Schnell stellte sich heraus, dass der Bedarf dort nicht nur elektrisches oder elektronisches Know-How erforderte, sondern auch den Rohrleitungsbau und viele weitere Aufgabenfelder umfasste. Mittlerweile ist Elanko hier täglich präsent betreut die gesamte Gebäudetechnik, die hochtechnologische Installation für Transmitter sowie den Explosionsschutz.

Letzteres betrifft die Überwachung möglicher Zündquellen (Funken) ebenso wie die Ausstattung der Leuchten mit speziellem Explosionsschutz und vieles mehr. Auf diesem Feld hat sich Elanko intensiv fortgebildet und spezialisiert, zu den Explosionschutz-Kunden zählen neben großen Firmen wie die Lackfabrik Ostendorf auch private Kunden.

Komplett-Lösungen sind das Ziel

Daraus resultiert auch die aktuelle Erweiterung an der Benzstraße, wo unter anderem Hightech-Schaltkästen gebaut werden. Auch das ergibt sich aus dem Ziel, möglichst alles aus einer Hand anzubieten. Aus der zufälligen Entdeckung eines neuen Betriebszweiges hat sich nämlich ein Leitziel der Firma ergeben: „Wir sind immer auf der Suche nach Dienstleistungen, die wir den Kunden anbieten können, sagt Sabrina Kock. Wie bei den Gasspeichern setzt man immer mehr auf Komplett-Pakete.

Betriebsklima als Basis des Erfolgs

Das alles aber sei überhaupt nur dank einer hochmotivierten Mitarbeiterschaft zu realisieren. Sabrina Kock: „Wir sind ein Superteam, haben ein Superklima.“ Damit das auch so bleibt, sieht die Familie Kock es auch als Dauerauftrag an, nicht nur Kunden- sondern besonders Mitarbeiterpflege zu betreiben. Als ein Beispiel für viele nennt Sabrina Kock, dass alle Schreibtische höhenverstellbar sind. Ablesbar wird das offensichtlich positive Klima aber auch daran, dass ein Großteil der Elanko-Belegschaft Eigengewächse sind.

Für den Erfolg des Familienunternehmens nennt Sabrina Kock auch die Firmenstruktur: „Es gibt keine langen Entscheidungswege, keine zig Instanzen.“

Für 2019 hat sich Elanko vorgenommen, den eingeschlagenen Kurs weiter zu verfolgen. Ein weiteres Elanko-Unternehmen steht bereits kurz vor der Gründung. Die Elanko-Devise: Weitermachen, aber auch immer aufgeschlossen sein für Neues.

Timo Kock: „Wenn man oben stehen will, muss man immer was tun.“ Aber: Das haben wir immer so gemacht, ist ein Schlusssatz.“

  • Der Elanko-Unternehmensverbund setzt sich zusammen aus: Elektro Kock GmbH & Co. KG, Elanko Versorgungstechnik GmbH und Elanko Medien und Sicherheitstechnik GmbH. Die Versorgungstechnik GmbH wurde 2013/2014 zusammen mit Matthias Neumann gegründet; zusammen mit Oliver Wichert 2014 die Elanko- Medienund Sicherheitstechnik GmbH.
  • In allen drei Unternehmenszweigen ist die Familie Kock mit einem Geschäftsführer vertreten. Der Haupteil der insgesamt 54 Mitarbeiter ist für Elektro Kock im Einsatz, nämlich 40, die restlichen 14 in den beiden anderen Gesellschaften.
  • Beschäftigt werden Elektriker, Energie- und Gebäudetechniker, Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker, Kaufleute für Büromanagemnt sowie Fachkräfte für Lager und Logistik. Das Team wächst kontinuierlich um zwei bis drei Mitarbeiter. Bislang hat man auch Lücken, die zum Beispiel durch Weiterbildung oder Berufswechsel entstehen, auch durch Externe auffangen können, könnte sich aber noch weiteren Zuwachs an Fachkräften vorstellen.
  • Der Jahresumsatz des Elanko-Unternehmensverbunds liegt bei rund 5 Millionen Euro.
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