Bernhard und Jan-Bernd Ostendorf betreiben in Averbeck modernen Vorzeigehof

Landwirtschaft

Wer bei Familie Bernhard Ostendorf in Averbeck einen Blick in die Ställe werfen möchte, steht erstmal vor verschlossenen Türen – Zutritt verbotenen! Lediglich den Bullen kann man sich bis auf ein paar Meter nähern; in allen anderen Gebäuden hat außer den Mitarbeitern ohne weiteres niemand Zutritt – und das aus gutem Grund.

HEEK

von von Helmut Schwietering

, 05.09.2014, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Expertenrunden in Sachen Landwirtschaft und Viehzucht tauschten sich aus.

Expertenrunden in Sachen Landwirtschaft und Viehzucht tauschten sich aus.

Überhaupt ist der Personenkreis, der die Ställe betreten darf, stark eingegrenzt. Auch der Tierarzt kommt unter Umständen nur dann rein, wenn er vorher geduscht hat und sich einen der bereitliegenden Overalls überzieht. Je nach Stall haben diese unterschiedliche Farben. Antibiotika kommen bei Ostendorfs Tieren übrigens nur im Krankheitsfall zum Einsatz. Bernhard und Jan-Bernd Ostendorf sind fest von dem Weg, den sie eingeschlagen haben, überzeugt und arbeiten gemeinsam und akribisch an der ständigen Weiterentwicklung ihres Betriebes. Am Donnerstag hatten Vertreter der Gemeindespitze, Mitglieder der örtlichen Parteien, die Landfrauen und weitere Gäste die Möglichkeit, sich den Hof näher anzusehen. Mit Hilfe einer Präsentation veranschaulichten Vater und Sohn den Gästen die Funktion des Betriebes und nahmen zu Fragen aus der Runde Stellung. Die über Sensoren gesteuerte Fütterung interessierte die Anwesenden genauso wie die Zusammenstellung der Futtersorten, die Lüftung und Kühlung der Gebäude. Auch auf die Ferkelzucht gingen die beiden ein. Die ruhigeren und unruhigen Zeiten wechseln sich dabei laut Aussage von Jan-Bernd ab. „Zwei Wochen ist es relativ ruhig in der Ferkelzucht, aber die nächsten zwei Wochen schlägt man sich so manche Nacht um die Ohren“, berichtet der junge Landwirt.

Alles funktioniert im Stall nach einem festen Zyklus, ansonsten bricht in der Verbindung zwischen Geburt, Aufzucht und Verkauf ein Chaos aus, das auch einen finanziellen Verlust nach sich ziehen würde. Landwirte sind heute Unternehmer und müssen ihr Geschäft wie jeder andere Selbstständige ständig optimieren und Prozesse anpassen, denn „Stillstand ist Rückschritt“ so eines der Schlagworte an diesem Tag. Die Gäste konnten durch die Fenster einen Blick in die Ställe werfen, aber alles war von draußen nicht zu sehen. Dafür hatte Bernhard Ostendorf überraschenderweise noch eine ganz besondere Abteilung auf seinem Hof, die er den Gästen vorstellen wollte. „Dies ist unser Lazarett“ berichtete er. Tiere, die sich verletzt haben, können sich auf dem Strohboden erholen und verbleiben für den Rest des Lebens auch dort. 

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