Beunruhigende Entwicklung: Corona-Infektionen in Heek steigen weiter an

mlzCoronavirus

Die Corona-Infektionen in Heek steigen weiter an. Doch der jüngste Anstieg hat andere Gründe als noch die Infektionen vor einigen Tagen. Das macht die Situation jedoch nicht besser.

Heek

, 12.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Wochen lang war die Dinkelgemeinde Schlusslicht im Kreis Borken mit Blick auf die Gesamtanzahl der Corona-Infektionen. Doch das ist längst Geschichte. Zuletzt standen die Infektionen in Heek laut Kreis und Ordnungsbehörde in Zusammenhang. Bei den jüngsten Corona-Infektionen in der Gemeinde scheint das ebenso zu sein, doch auf andere Art und Weise.

In etlichen Schlachthöfen in Deutschland werden steigende Zahlen von Corona-Infizierten registriert. In etlichen Betrieben in NRW wurden Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet. So auch jüngst bei einem groß angelegten Massentest des DRK im Auftrag des Kreises Borken in Schöppingen.

Acht positiv getestete Personen kommen aus Heek

34 der 329 gezogenen Proben aus drei Betrieben waren dabei positiv. Problem: Acht der positive getesteten Personen leben derzeit in der Dinkelgemeinde. Damit hat sich die Zahl der Corona-Infektionen in Heek sprunghaft mehr als verdoppelt. Aktuell sind laut des Kreisgesundheitsamtes 13 Personen mit dem Virus infiziert. Die Gesamtzahl der Infektionen beläuft sich auf 20.

Für die örtliche Ordnungsbehörde bedeutet der jüngste Anstieg jetzt ordentlich Arbeit. Immerhin müssen alle Verfügungen zur häuslichen angeordneten Quarantäne zügig zugestellt werden. Die Informationen zu den betreffenden Personen hat der Kreis an die Gemeinde unverzüglich übermittelt.

Zustellung der Verfügung muss persönlich erfolgen

Normalerweise erfolge das Zustellen der Verfügungen aus Eigenschutz telefonisch, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage sagt. Doch in dem aktuellen Fall sei das nicht möglich. Hintergrund: Die betroffenen Personen sind größtenteils über Subunternehmer bei den Betrieben in Schöppingen beschäftigt und nicht zwangsläufig der deutschen Sprache mächtig. Viele von ihnen sind ausländische Mitbürger.

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„Das wäre mit der Verständigung am Telefon schwierig“, so der Bürgermeister. Darum wurden die Verfügungen am Dienstag (12. Mai) von den Mitarbeitern der Ordnungsbehörde persönlich zugestellt. Wie das in diesem Fall mit der Verständigung geklappt hat, ist noch nicht bekannt. „Auch für uns ist das jetzt Neuland. Wir bauen auf die Mithilfe der Subunternehmer. Das klappt in der Regel sehr gut“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Kreis ermittelt die Kontaktpersonen

Der zudem keinen Hehl daraus macht, das er die gesamte Entwicklung kritisch verfolgt: „Natürlich sehe ich das mit Sorgen. Die derzeitige Situation ist eine große Herausforderung für alle. Und in dem aktuellen Fall steht ja eine ganze Branche am Pranger.“

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Ganz wichtig ist jetzt zudem, dass alle Kontaktpersonen der betroffenen acht infizierten Personen ermittelt werden. Eine Aufgabe für die Spezialisten des Kreisgesundheitsamtes. „Das läuft alles über die Kollegen. Sie sind darauf spezialisiert“, sagt Kreis-Pressesprecherin Ellen Bulten auf Nachfrage.

Das Zauberwort ist Tempo

Das Zauberwort sei dabei Tempo. Nur durch eine zügige Ermittlung aller Kontaktpersonen kann eine (noch) weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden. Doch genau dieser Punkt ist derzeit das große Fragezeichen.

Zur Erklärung: Die acht Personen sind in der Gemeinde Heek in mehreren Sammelunterkünften untergebracht. Inwieweit sie überhaupt soziale Kontakte vor Ort hatten oder haben, ist jetzt die große Frage. „Das wissen wir ja alles nicht. Es haben sich in der Vergangenheit auch schon Leute einfach nicht bei uns abgemeldet, wenn sie wieder ausgezogen sind“, berichtet der Bürgermeister.

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Und damit einhergehend ist nach derzeitigem Stand auch nicht klar, ob sich die betroffenen Personen die Infektion im Betrieb oder in den Unterkünften und damit auf Gemeindegebiet zugezogen haben. Ebenfalls unklar ist noch, wie die tägliche Kontrolle der Infizierten erfolgen soll. Denn das ist wieder eine Sache der Gemeinde. Telefonisch dürfte das wegen der Verständigung schwierig werden.

„Das jetzt ist nicht der Standardfall bei uns. Wir werden dafür Lösungen finden, da bin ich mir sicher. Und wir müssen sehr wachsam bleiben“, stellt Franz-Josef Weilinghoff klar.

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