Bikepark für die Jugend, Hürden für die Erwachsenen

mlzBikepark-Workshop im Zak

Das Interesse der jugendlichen Biker, den künftigen Bikepark am Zak mitzugestalten, war groß. Am Freitag trafen sie sich zum Planungs-Workshop. Doch das Vorhaben ist nicht unkompliziert.

Heek

, 12.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dass der Bedarf für einen Bikepark in Heek gegeben ist, machte schon die Zahl der Fahrräder vor dem Zak deutlich. Rund 60 Kinder und Jugendliche hatten sich zum Bikepark-Workshop versammelt, um bei der Planung des künftigen Parcours mitzubestimmen.

Aber zuerst hatten die Erwachsenen ein paar Probleme zu lösen. Während die jugendlichen Biker drinnen warteten, schritten Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, Fachbereichsleiter Jürgen Lammers und Günther Bracht, der mit der Firma Turbomatic den Bikepark planen soll, zur Ortsbegehung. „Es wäre besser, wenn wir auf dieser Seite bleiben“, sagte Lammers mit Blick auf die bereits gerodete L-förmige Fläche direkt am Zak. „Ich würde sagen, es ist besser, wenn wir auf der anderen Seite bleiben“, favorisierte Bracht die Fläche auf der anderen Seite des Bachs, die an die Sportplätze angrenzt.

Aufsicht und Toiletten

Der Grund: mehr Platz. „Hinter dem Zaun kriegen wir alles unter“, urteilte er. Das Optimalmaß sei neben dem Zak nicht gegeben. „Wir möchten aber möglichst nah an das Zak, weil es dort Aufsicht und Toiletten gibt“, so Lammers. Auch der Bach macht die Sache kompliziert.

„Wer fährt BMX, Dirtbike, Mountainbike? Jemand Fully“, fragte Bracht in die Runde der Biker. Das Ergebnis: viele BMXer, viele Dirtbiker und noch mehr Mountainbiker, wenige Fully-Fahrer. Noch so ein Problem. Denn jedem kann es Bracht nicht recht machen.

Kritik an Ahauser Bikepark

Pumptrack, Dirtpark, Tables, Doubles – während das Vokabular zu fragenden Gesichtern bei den Erwachsenen führte, waren die Jugendlichen voll dabei, als Bracht seine Ideen präsentierte. Er empfehle einen Dirtpark, ein paar knackige Sprünge und einen Pumptrack, so Bracht. Für mehr Geschwindigkeit solle man die Tables etwas länger bauen, die Doubles würde er weglassen. Er würde den Park kompakt bauen, damit es „immer Action“ gebe. Die Hügel sollen dabei eng aneinander gereiht werden, denn das spare Erde und man könne in Transfers springen.

Ob Steilkurven geplant seien, fragte einer der Jugendlichen. „Auf jeden Fall“, versprach Bracht. Ein anderer schlug gar einen Looping vor. „Vielleicht in der zweiten Bauphase.“ Die Ansprüche der Heeker Jugendlichen sind groß. Denn auch an der Anlage in Ahaus, die Turbomatic gebaut hatte, gab es Kritik. Die Abstände zwischen den Hügeln seien zu gering und der Untergrund zu weich.

Volles Haus im Zak: Der Bedarf unter den Bikern scheint vorhanden.

Volles Haus im Zak: Der Bedarf unter den Bikern scheint vorhanden. © Falko Bastos

Für einen guten Untergrund werde vor allem bindiger Lehmboden gebraucht, so Bracht. „Wir kümmern uns um das Material. Wir müssen nur die Menge wissen“, stellte der Bürgermeister in Aussicht. „Mindestens 700 Kubikmeter“, antwortete Bracht.

Weilinghoff wollte wissen, ob es möglich sei, die Baukosten durch Eigenleistungen zu drücken. „Das wird nur unwesentlich günstiger“, so Brachts ernüchternde Antwort. Ohnehin sei das meiste Maschinenarbeit. Zwar könne die Gemeinde Geld sparen, wenn sie den Bagger stelle, „aber bitte ohne Fahrer, denn für unseren Zweck können wir das besser.“ 15.000 bis 20.000 Euro netto kostet der Bau durch Turbomatic – ohne Material.

Nutzer und Planer wollen keine Zeit verlieren

Die Geduld der Jugendlichen kam nach einer Stunde der Diskussion an ihre Grenzen. „Wann ist die Fertigstellung“, fragte einer. „Erst kommt die Planung, dann die Fertigstellung“, entgegnete Bracht. Die zweite Ortsbegehung, bei der die Nutzer ihre Ideen einbringen sollten, fand weitgehend ohne die Jugendlichen statt.

Auch die Gemeinde-Vertreter wollten keine Zeit verlieren. „Wie geht es denn jetzt weiter“, drängte Weilinghoff. Bis Mitte April will Bracht ein virtuelles Modell der Anlage erstellen und der Verwaltung zukommen lassen. „Wir wollen aber keine Eröffnung im Oktober“, hakte Lammers nach. Schließlich habe die Verwaltung ihre Hausaufgaben schon gemacht und das Thema durch alle Gremien gebracht. Doch Bracht wollte sich nicht auf ein konkretes Datum festlegen. Die Firma habe noch andere Aufträge abzuarbeiten. Seine Kollegin Mirja Rohrmüller stellte einen Baubeginn im Juni oder Juli in Aussicht, wenn die Gemeinde schnell alle Voraussetzungen schaffe.

Das Material wird zur Herausforderung

Das heißt: Die Gemeinde muss das Material besorgen und den Untergrund herrichten. 70 bis 80 Lkw-Ladungen Lehmboden zu besorgen und heranzukarren dürfte zu einer logistischen Herausforderung werden. Auch der Untergrund macht es nicht einfacher: „Sumpf? Da zucke ich schon wieder“, so Bracht. Es gibt offenbar noch ein paar Hürden zu überwinden, bis Heek seinen Bikepark bekommt.

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