Blaue Reflektoren schützen Wild und Autofahrer

Idee des Hegerings

Rehe sind in der Brunftzeit, wie sie aktuell herrscht, besonders unvorsichtig - auch beim Überqueren von Straßen. Um die sonst steigende Zahl von Wildunfällen zu vermeiden, haben die Jäger im Hegering Ahaus-Heek an zahlreichen Straßen im Gemeindegebiet Reflektoren angebracht.

HEEK

, 02.07.2015, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Hartmann, Werner Lenting und Christian Wassing vom Hegering Ahaus-Heek präsentieren die Wildwechselreflektoren an den Leitpfosten.

Thomas Hartmann, Werner Lenting und Christian Wassing vom Hegering Ahaus-Heek präsentieren die Wildwechselreflektoren an den Leitpfosten.

Liebe macht bekanntlich blind. Das gilt nicht nur für den Menschen. Das Risiko, ein Tier beim Wildwechsel vor die Motorhaube zu bekommen steigt zur Zeit, denn Rehe sind beim Wildwechsel noch unvorsichtiger als sonst. Wer die Augen allerdings aufhält, kann zur Zeit auch an vielen Straßen rund um Heek und Ahaus blaue Reflektoren an den Straßenpfosten sehen, die das verhindern sollen.

Blaulicht bedeutet für Rehe: "Gefahr!". Bedingt durch die Form des Reflektors wird das Scheinwerferlicht in einem Winkel von 1,5 Grad entlang des Straßenrands geworfen. "Das funktioniert wie ein Lichtzaun", erklärt Thomas Hartmann. Er ist beim Hegering Obmann für Umwelt und Naturschutz und Initiator der Aktion.

Queren vermeiden

Der Effekt: Die Rehe weichen zurück, statt über die Straße zu laufen, sobald der Reflektor von den Scheinwerfern eines Autos angestrahlt wird. "Fährt man mit weißen Scheinwerfern auf Rehe zu, springen die nicht weg", erklärt Werner Lenting, der Vorsitzende des Hegerings. Die Tiere erkennen die Gefahr schlichtweg nicht.

Allein in Nordrhein-Westfalen würden jedes Jahr 25000 Rehe von Autos getötet, klagt der Hegering. Mehr als 2000 Menschen würden deutschlandweit jedes Jahr bei Wildunfällen verletzt. "Die Schäden im Teilkaskobereich durch Wildunfälle gehen jährlich in die Millionen", heißt es in einer Hegering-Mitteilung.

11000 Reflektoren

Das Blaulicht der Wildwarnreflektoren hält dagegen. 11000 Wildwarnreflektoren im Gesamtwert von 5500 Euro hat der Hegering gekauft und an einem 55 Kilometer langen Straßennetz montiert - in Ahle, in Wext, in der Eigenjagd Brockhaus und längs der Kreisstraße vom Gabelpunkt in Richtung Heek. Auch die alte B70 wurde ausgestattet. Von Ahaus in Richtung Brennstoffelemente-Lager sieht man die blauen Reflektoren ebenso wie auf der Straße von Nienborg in Richtung Metelen. "Das sind alles Unfallschwerpunkte", sagt Lenting.

Eine Genehmigung für die Montage war nicht notwendig. "Man muss das nur bei der Straßenmeisterei und beim Kreis anmelden", erklärt Presseobmann Christian Wassing. Früher sei so etwas genehmigungspflichtig gewesen, "heute nicht mehr". Und auch die Straßenmeisterei unterstütze das Projekt: "Wenn die mal die Pfosten umschrauben müssen, schrauben die die Reflektoren gleich mit um." Die ersten Erfahrungen mit den Reflektoren seien positiv, meint Lenting. "In Ahle hatten sie die schon länger und die schwören drauf.".

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