Nicole Grotegerd (r.) und ihre Mitarbeiterin Silvia Dinkelborg stellt die Coronakrise jeden Tag im Blumengeschäft in der Ahler Straße vor Herausforderungen. © Markus Gehring
Coronavirus

Blumengeschäft Buesge: Mit vielen Auflagen gegen die Coronakrise

Nicole Grotegerd ist Inhaberin des Blumengschäfts Buesge an der Ahler Straße. Corona ist für das gesamte Team eine Herausforderung. Mit vielen Auflagen und Ideen geht es gegen die Krise.

Die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin hoch. Konsequenz: Seit Mittwoch, 16. Dezember, gilt ein harter Lockdown. Für viele Gastronomen, Einzelhändler und Selbstständige geht es schon lange um die wirtschaftliche Existenz. Auch Nicole Grotegerd erlebt die Tücken der Krise täglich in ihrem Blumenfachgeschäft in der Ahler Straße.

Und das, obwohl die Türen trotz Lockdowns geöffnet bleiben dürfen. Allerdings dürfen jetzt nur noch verderbliche Schnittblumen, Topfpflanzen und unmittelbares Zubehör verkauft werden. Das bestätigt das Heeker Ordnungsamt auf Anfrage der Redaktion. Ein Lichtblick für Nicole Grotegerd und doch stellt die Krise weiterhin eine große Herausforderung dar.

Hochzeitseinahmen fehlen

„Hochzeiten sind durch die Coronakrise spürbar weniger geworden“, berichtet die Inhaberin im Gespräch. Brautstrauß und Blumenschmuck – Dinge, die somit weniger gefragt sind. Heißt natürlich auch weniger Einnahmen. So war also Kreativität in anderen Bereichen gefragt, zum Beispiel kontaktloser Abhol- und Lieferservice.

So gibt es die Ausgabestation im Freien. Bestellte Blumen können so schnell und kontaktlos abgeholt werden. Natürlich auch zu Weihnachten. Dann allerdings mit noch strengeren Regeln. „Uns bleibt ja keine Wahl. Wir wollen keine Menschenansammlungen und tun alles, um das zu verhindern“, sagt Nicole Grotegerd.

Abholung mit strenger Taktung

Darum wird es für alle, die bis zum 20. Dezember eine Bestellung aufgeben, am 23. und 24. Dezember einen festen Termin geben, wann die Blumen abgeholt werden müssen. Das Ganze soll in einem Zehnminutentakt laufen. So soll vermieden werden, dass sich Kunden im Hinterhof begegnen.

Und auch wenn die Türen ihres Geschäfts geöffnet bleiben dürfen – Kundenverkehr sieht die Inhaberin nicht gerne. „Es sollte möglichst alles über Vorbestellung oder Lieferung laufen. Wir möchten überhaupt kein Risiko eingehen.“

Vorbestellungen sind unter Telefon: (0151) 15 57 14 30 oder (02568) 533 möglich. Geliefert wird auch bis Ahaus oder Gronau. Und dafür müssen alle aus der Familie mit anpacken – in der Mittagszeit oder nach Feierabend. „Mein Mann und die Familie helfen, wo sie können. Dafür bin ich sehr dankbar. Ohne sie wäre das alles nicht möglich“, so Nicole Grotegerd.

Aber sind Blumen in der Krise überhaupt noch gefragt? Klare Antwort: Ja. „In diesen schweren Zeiten mit wenigen Kontakten kann man Menschen immerhin noch damit eine Freude bereiten“, so die Inhaberin, „Wir waren die Blumen-Boten, weil Kunden ihren Freunden und Angehörigen eine Freude bereiten wollten.“

Lieferung an Personen in Quarantäne

Nicht nur einmal sei eine Lieferung an Personen in Quarantäne gegangen. „Wir haben geklingelt, die Blumen vor die Tür gestellt und waren auch direkt wieder weg“, beschreibt Nicole Grotegerd das kontaktlose Verfahren. Das positive Feedback, das sie und ihr Team bekämen, sei dabei die beste Bestätigung, das Richtige zu tun. „Wir müssen auf viele Vorschriften achten, sind aber einfach froh, dass wir noch arbeiten dürfen.“

Und ein Thema, das wird im Gespräch deutlich, geht Nicole Grotegerd besonders nah. „Beerdigungen sind derzeit ein ganz, ganz schwieriges Thema.“ Nicht, dass ein Trauerfall jemals einfach wäre, sondern mit Blick auf die Corona-Vorschriften. Schon vor dem harten Lockdown durften nur maximal zwei Personen in das Geschäft.

Eine Trauergesellschaft empfangen, um über die Details des Grab- und Blumenschmucks zu sprechen, war und ist nicht möglich. „Wir können das Beratungsgespräch nur unter Einhaltung aller Hygienevorschriften zu den Kunden nach Hause oder ins Freie auslagern.“ Nicht optimal, aber in Zeiten von Corona eben auch nicht anders lösbar.

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Ahaus, Heek und Legden am Abend

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