Klare Ansage: Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (49) will das „zweite Wunder von Heek“

mlzKommunalwahl 2020

In gut acht Monaten stehen die Kommunalwahlen in NRW auf dem Programm. Und dabei wird auch der Bürgermeister gewählt. In Heek bahnt sich in dieser Angelegenheit ein spannender Zweikampf an.

Heek

, 22.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gut fünf Jahre ist jetzt her, dass Franz-Josef Weilinghoff (49/parteilos) mit Fleiß, Facebook, einer Homepage, Freibier und tatkräftiger SPD-Unterstützung den Bürgermeister-Wahlkampf in der Dinkelgemeinde rockte und Amtsinhaber Ulrich Helmich (CDU) vom Thron stieß. Und das ausgerechnet in der CDU-Hochburg Heek. Schon ein kleines „Wunder“. Eines mit Wiederholungsfaktor?

Das wird der 13. September 2020 zeigen, der Tag der Kommunalwahlen in NRW. Denn dabei werden in den Städten und Gemeinden auch die (Ober-) Bürgermeister gewählt. Stellt sich die Frage: Möchte Franz-Josef Weilinghoff überhaupt noch mal für den Posten des Gemeindeoberhaupts kandidieren? Ein Besuch im Bürgermeisterbüro bringt schnell Klarheit.

Die finale Entscheidung fiel über den Jahreswechsel

„Es war für mich eigentlich nie Thema, es nicht wieder zu wollen“, stellt der Amtsinhaber klar. Heißt: Natürlich wird der 49-Jährige wieder als Bürgermeister kandidieren. Wenngleich der finale Entschluss darüber erst über die Jahreswende gefallen sei. „Ich habe ausführlich darüber nachgedacht und wurde auch von vielen genau darauf angesprochen“, so Weilinghoff. „Und jetzt war es ein guter Zeitpunkt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Doch wer vom studierten Verwaltungsfachmann jetzt irgendwelche Kampfansagen erwartet hätte, der irrt. Gewohnt offen und bodenständig spricht Weilinghoff über die Arbeit, die sein Amt mit sich bringt. Eine Arbeit, die er gerne noch deutlich länger ausüben würde. Klagende Worte? Offiziell Fehlanzeige. Zu sehr verbunden fühlt sich der in Epe aufgewachsene 49-Jährige mit „seiner“ Gemeinde.

Wird die Causa Marktplatz zum Wahlkampfproblem?

Was viele nicht wissen: Weilinghoffs Vater ist gebürtiger Nienborger. „Ich hatte darum schon immer eine Beziehung zur Dinkelgemeinde.“ Und großer Pluspunkt dieser Gemeinde sei es, dass viele Dinge flott umgesetzt würden. „Und das mitzugestalten und am Ende zu sehen, macht einfach Freude.“

Klare Ansage: Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (49) will das „zweite Wunder von Heek“

Mobilität und Kilma(schutz) sind für Bürgermeister Fran-Josef Weilinghoff wichtige politische Themen. Nicht nur, weil er selber passionierter Radfahrer ist. © Markus Gehring (A.)

Eine Ausnahme in Sachen Tempo ist hingegen die Umgestaltung des Marktplatzes. Dies war so etwas wie Weilinghoffs Wahlversprechen 2014. Eben „sein“ Projekt. Doch passiert ist bekanntlich bisher nichts Konkretes. Meinungs-Differenzen zwischen CDU- und SPD-Fraktion wirkten als massiver Bremsklotz. Ein Nachteil für Weilinghoff? „Ich denke nicht. Mich ärgert die Zeitschiene natürlich schon. Letztlich geht es aber darum, dass überhaupt noch etwas passiert.“

Die CDU stellt einen Bürgermeister-Kandidaten auf

Ob dieser Punkt eine Angriffsfläche für Weilinghoffs Kontrahenten im Wahlkampf sein kann, wird sich in einigen Monaten zeigen. In der heißen Phase vor dem 13. September. Denn klar ist: Einen Herausforderer wird es definitiv geben. Aufgestellt von der CDU. Natürlich.

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Der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter Niemeyer sagt auf Nachfrage: „Im Moment laufen aber noch einige Entwicklungsprozesse. Es gilt noch einiges zu besprechen. Wir haben aber Jemanden im Fokus.“ Vermutlich auf der Mitgliederversammlung im März wird die CDU dann das Geheimnis lüften.

Die SPD steht weiterhin hinter Weilinghoff

Und was plant die SPD? „Wir werden Franz-Josef Weilinghoff natürlich wieder unterstützen“, stellt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Herbert Lösing klar. „Er hatte 2014 unser Vertrauen und hat es auch heute.“ Und Lösing sagt: „Er ist ein sehr angenehmer Mensch, der tolle Arbeit geleistet hat. Ich denke, Herr Weilinghoff hat gute Chancen, wiedergewählt zu werden.“

Klare Ansage: Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (49) will das „zweite Wunder von Heek“

Die Wähler der Gemeinde Heek bestimmten letztlich in den Wahlkabinen am 13. September 2020 darüber ab, ob Franz-Josef Weilinghoff noch eine zweite Amtsperiode als Bürgermeister bekommen wird. © dpa

Dass sich Weilinghoff und SPD dabei dann in Sachen Wahlkampfstrategie, sprich thematische Ausrichtung, kurzschließen werden, liegt auf der Hand. Für Details sei es aktuell aber noch zu früh, wie Lösing sagt. Schon etwas mehr wagt sich der Bürgermeister aus der Deckung. Dinge wie Mobilität und Klima(schutz) sollen auf der Wahlkampfagenda stehen. Und natürlich weiterhin die Umgestaltung des Marktplatzes. „Die exakte Strategie wird natürlich noch entwickelt.“

„Gut Ding will Weili haben.“
Franz-Josef Weilinghoff

Die Parteilosigkeit ist keine reine Willkür

Dass ihm das Feld nicht kampflos überlassen wird, freut den 49-Jährigen. „Mir ist ein Gegenkandidat lieber, als wenn es keinen gäbe.“ Der Grund liegt auf der Hand. „Ohne diesen wüsste ich ja nicht, ob mich die Bürger aus Überzeugung wählen, oder weil sie keine Alternative haben.“

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Übrigens: Das mit der Parteilosigkeit ist keine reine Willkür, sondern eine Sache der inneren Überzeugung. Das betont Franz-Josef Weilinghoff. „Ich sehe mich hier als Verwaltungsleiter. Ich bin neutral. Das Wohl der Gemeinde steht im Mittelpunkt. Und das hat nichts mit einer Parteizugehörigkeit zu tun.“

Das mögliche Wahlkampfmotto kommt nicht von ungefähr

Dass es Weilinghoff trotz seiner Bodenständigkeit mit der erneuten Kandidatur ernst meint, wird im Gespräch deutlich. „In einer Amtsperiode kann man Dinge anstoßen, auf den Weg bringen und einiges umsetzen. Aber viele Projekte brauchen einfach mehr Zeit.“ Eine zweite Amtsperiode eben.

Und von daher kommt das mögliche Wahlkampfmotto Weilinghoffs auch nicht von ungefähr: „Gut Ding will Weili haben.“

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