Die Campus-Affäre wirft nach wie vor viele Fragen auf. © Till Goerke
Meinung

Campus-Affäre: Doppelmoral ist einfach unerträglich

Die Kommunalaufsicht hat die Campus-Affäre in Heek unter die Lupe genommen. Rein formell ist die Sache abgehakt. Doch die Doppelmoral ist einfach unerträglich, findet Redakteur Till Goerke.

Wunderbar! Formell ist die Heeker „Campus-Affäre“ um drei Mitglieder des Dinkelbündnisses (DB), die als Berater auch jenem lokalen Unternehmer zur Seite stehen, der die Campus-Projekte realisieren möchte, abgehakt.

Die Kommunalaufsicht stellte nur den Verstoß gegen die unverzügliche Pflicht, die Beratertätigkeit zu melden, fest. Rechtliche Folgen hat das keine. Doch damit ist noch lange nicht alles im grünen Bereich. Aus zwei Gründen.

Zum einen ist die Doppelmoral der drei Herren nach wie vor unerträglich. Nach der Kommunalwahl zeigte das Dinkelbündnis mit dem Finger auf die CDU-Fraktion und warf dieser Filz- und Vetternwirtschaft“ vor. Ohne Belege.

Moralisch miese Nummer

Fast im gleichen Atemzug werden die besagten drei DB-Mitglieder als Unternehmensberater tätig. Und kehren das auch noch wochenlang verbotenerweise unter den Teppich. Einsicht? Fehlanzeige. Ein starkes Stück.

Zum anderem weiß offenkundig niemand, was genau im Beratervertrag steht. Es bleibt also unklar, ob Bezahlung und geleistete Arbeit in einem Missverhältnis stehen.

Und damit auch, ob mit der Zahlung nicht doch mal „andere Dinge“ vergütet werden sollten. Der Korruptionsgedanke ist für mich so nicht eindeutig aus der Welt geschafft.

Das ist schade. Ist es doch ein Makel, der dem Campus, so er mal realisiert wird, wohl für immer ein wenig anhaften wird.

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