Heek liegt nur wenige Kilometer vom aktuellen Corona-Hotspot im Kreis Borken entfernt. © Leonie Sauerland
Wohnen in Heek

Corona in Heek: Nähe zum „Kreis-Hotspot“ eine Gefahrenquelle?

Heek liegt nur wenige Kilometer entfernt vom aktuellen „Kreis-Hotspot“. Dort ist die Inzidenz schon seit Wochen um ein Vielfaches höher. Wir haben uns die Zahlen mal ganz genau angeschaut.

Gut zehn Kilometer trennen Heek und Gronau. Keine zwölf Minuten mit dem Auto und man ist bereits im Stadtteil Epe. So weit so normal. Wäre da nicht die Sache mit Corona. Denn seit Wochen ist Gronau mit Blick auf die Infektionszahlen der „Hotspot“ im Kreis. Sorgt das für Unruhe in der Dinkelgemeinde?

Vergleicht man die Inzidenzwerte (Stand 14.09) von Gronau und Heek, dann wird das Infektionsgefälle auf einen Blick sichtbar. In Heek beträgt der Wert derzeit 46,2. Gut dreimal so hoch ist die Inzidenz in Gronau – auf den Kopf 140. Diese Zahlen gibt der Kreis auf Anfrage bekannt.

In Heek registriert man die Entwicklung

Etwas, dass man natürlich auch in Heek registriert hat. „Natürlich bekommen wir mit, was in Gronau passiert“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im Gespräch mit der Redaktion.

Doch wie geht man damit um, wenn man selbst als Kommune infektionstechnisch relativ gut dasteht (aktuell fünf Infizierte) und nur wenige Kilometer weiter die Corona-Lage deutlich anderes aussieht? Schwebt da die Sorge mit, dass da etwas überschwappen könnte? Stichwort Pendlerverkehr.

„Dass Gronau etwas ausschlägt, sehen wir“, ordnet Heeks Bürgermeister die Zahlen ein. Mit dem Nachsatz, dass man nicht gezielt oder im Detail den Blick in die Nachbarkommune werfe.

Jüngster Todesfall Gronau zugeordnet

Aktuell sind Gronau übrigens 143 Personen mit dem Virus infiziert. Negativer Spitzenwert im Kreis. Auch der jüngste Todesfall im Zusammenhang mit Corona im Kreis Borken ist Gronau zugeordnet.

Werte, die aber nicht für Unruhe in Heek sorgen, wie Weilinghoff betont. „Ich mache mir da keine Sorgen. Es ist bei uns als kleine Kommune auch eine ganz andere Struktur als in einer Stadt wie Gronau.“ Davon ab: Eine Handhabe hat die Verwaltung ohnehin nicht. „Wir können ja schlecht Straßen sperren.“

Das Impfen ist das A und O um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Der DRK-Impfbus war darum auch schon in Heek im Einsatz.
Das Impfen ist das A und O um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Der DRK-Impfbus war darum auch schon in Heek im Einsatz. © Kreis Borken © Kreis Borken

Zudem verweist der Bürgermeister auf die Disziplin der Heeker. Seit Beginn der Pandemie musste das Ordnungsamt, das auf den Straßen viel Präsenz zeigt, nur wenig Corona-Verstöße ahnden. Auch befinden sich derzeit nur elf Personen in häuslicher Quarantäne. Das ergibt eine Nachfrage beim Heeker Ordnungsamt am Dienstag.

Insgesamt gibt es bisher 417 Corona-Infektionen in Heek, in Gronau sind es 2785. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass Gronau (48.576 Einwohner) laut aktuellen Zahlen des Landesbetriebes IT.NRW fünfmal größer als die Dinkelgemeinde (8651) ist.

Prozentuale Ansteckung in Heek bei 4,82

Schaut man allerdings auf die prozentuale Ansteckungsrate, dann liegt Gronau weniger deutlich vor Heek. 4,82 Prozent der Heeker haben sich bisher mit dem Virus infiziert. In Gronau sind es 5,73 Prozent. Und doch sind die Infektionsgeschehen in den beiden Kommunen nicht im Detail vergleichbar.

Aktuell läuft die deutschlandweite Aktionswoche „#HierWirdGeimpft“ vom 13. bis 19. September. Mobile Impfteams kommen in die Kommunen, um ein unkompliziertes Impfangebot zu machen.
Aktuell läuft die deutschlandweite Aktionswoche „#HierWirdGeimpft“ vom 13. bis 19. September. Mobile Impfteams kommen in die Kommunen, um ein unkompliziertes Impfangebot zu machen. © Kreis Borken © Kreis Borken

Zwar gibt es weder in Heek noch in Gronau derzeit einen Infektionsherd, wie Kreis-Pressesprecher Karlheinz Gördes auf Nachfrage sagt, doch in Gronau gibt es eben deutlich mehr größere Familien und Communitys.

Problem: Steckt sich in einer solch großen Familie eine Person mit dem Virus an, werden meist direkt andere Familienmitglieder angesteckt – vor allem bei der hochansteckenden Delta-Variante.

Knapp 70 Prozent im Kreis doppelt geimpft

Immerhin: Auch in Gronau ist die Inzidenz in den vergangenen Wochen gesunken. Am 23. August lag diese nämlich noch bei 202,8 (Vergleichswert Heek: 57,8). „Der Wert geht aktuell nicht mehr nach oben“, so der Kreis-Pressesprecher.

Und unabhängig von Heek oder Gronau ist das Impfen entscheidend, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Vollständig geimpft sind im Kreis bisher 69,76 Prozent (Stand 13.09). Das sind 259.433 Personen.

Aktuell läuft übrigens die deutschlandweite Aktionswoche „#HierWirdGeimpft“ vom 13. bis 19. September. Natürlich auch im Kreis Borken. Dabei kommen mobile Impfteams in die Kommunen. Stichwort: Niedrigschwelliges Impfangebot.

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