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Da geht’s nicht nur um die Wurst

Fleischermeister Laschke bildet aus

Der Geruch von frischen Schnitzeln liegt in der Luft. Fleischereifachverkäufer-Azubi Florian Koschel nimmt die ersten Bestellungen für das Mittagsmenü der Fleischerei Laschke entgegen. Im Produktionsraum verarbeitet Praktikant Max Kullick gerade Fleisch zu Gehacktem. Am 1. August hat er eine Ausbildung bei Fleischermeister Christoph Laschke angefangen – entgegen dem Trend.

HEEK

von von Kai Lübbers

, 06.08.2013 / Lesedauer: 3 min

Genau im Blick hat er hingegen die Fehlstunden und wie viele davon unentschuldigt geblieben sind. „Die Fächer Mathe, Biologie und Physik sollte man einigermaßen beherrschen, das ist wichtig für die Berechnung der Zutaten und die Fleischverarbeitung“, fügt Laschkes zehnjähriger Sohn Laurenz an. Er weiß Bescheid, denn in den Sommerferien schaut er seinem Vater in der Fleischerei ab und zu über die Schulter. Seit dem Jahr 2000 führt Christoph Laschke den Betrieb an der Bahnhofstraße – vier Auszubildende beschäftigt er momentan. Max Kullick hat seine Lehre am 1. August begonnen, vorher hat er ein vierwöchiges Praktikum absolviert. In den ersten Tagen seiner Ausbildung als Fleischer drapiert er Bratwürste, ordnet Grillfleisch auf dem Tablett an und kümmert sich um Reinigungsarbeiten. „Ungefähr nach einem halben Jahr beginnen die Auszubildenden dann mit dem Auslösen und Zerlegen von Schweinehälften – je nachdem wie gut sie sich anstellen“, erklärt Laschke. Es gab auch schon Auszubildende, die nach wenigen Tagen die Lehre abgebrochen haben. „Die konnten dann auf einmal kein Fleisch mehr sehen oder waren für körperliche Arbeiten nicht geeignet“, sagt der Fleischermeister.

Florian Koschel lernt den Beruf des Fleischereifachverkäufers. Im Verkaufsraum befüllt er die Auslage, richtet Salate und Platten mit Grillfleisch an und bereitet den Mittagstisch vor. „Mir macht der Job Spaß, ich habe viel mit Kunden zu tun und komme mit meinen Arbeitskollegen gut aus“, erklärt Koschel, der jetzt sein drittes Ausbildungsjahr absolviert.

Sein Chef bedauert, dass sich immer weniger junge Leute für das Handwerk interessieren. „Die Leute beziehen ihre Lebensmittel immer öfter im Discounter. Sie sorgen damit nicht gerade dafür, dass das Handwerk ausbilden muss.“ Laschke bildet trotzdem mit Freude aus – „diejenigen, die bei uns geblieben sind, haben einen guten Abschluss gemacht“, fügt der Fleischermeister an.

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