Elisabeth Schwietering (l.) öffnet ihren Garten gerne für Besucher. © Elvira Meisel-Kemper
Offener Garten Schwietering in Nienborg

Der Garten von Elisabeth Schwietering hat ein belgisches Vorbild

Nicht nur gutes Wetter lockte in den Staudengarten von Elisabeth Schwietering in Nienborg, sondern auch die Mundpropaganda. Einmal im Jahr öffnet sie ihren Garten für die Öffentlichkeit.

„Ich hatte keine Vorstellung, wie groß das hier ist“, staunte Judith Hansen. Aufgrund des Tipps einer Freundin schwang sie sich aufs Fahrrad und radelte mit Ulla Paganetty von Epe nach Nienborg. Beide haben zu Hause ebenfalls einen Garten, der aber erheblich kleiner ist als der von Elisabeth Schwietering mit seinen stolzen 4000 Quadratmetern Grundfläche. „Ich habe auch schon Staudenbeete ausprobiert. Die sind aber noch erheblich kleiner als hier“, staunte Paganetty.

Elisabeth Schwieterings Stauden wachsen eben schon ganze zehn Jahre. Damals hatte sie sich gerade in Nienborg auf einer ehemaligen landwirtschaftlichen Parzelle niedergelassen, als sie Urlaub mit der Familie in Belgien in der Nähe von Brügge machte. Dort entdeckte sie den Garten von Maurice Vergote und war sofort Feuer und Flamme. Vergote hat mit 65 Jahren als Rentner mit diesem Garten begonnen, der am Ende immerhin 15.000 Quadratmeter groß war.

„Das war purer Zufall. Ich wollte diesen Garten dann auch in Nienborg haben. 1500 Stecklinge und Stauden habe ich bis vor drei Jahren aus Belgien aus seinem Garten mitgebracht und nach dem Muster seines Gartens hier angepflanzt“, erinnert sich Schwietering, die hauptberuflich als Steuerfachangestellte viel am Schreibtisch und am Computer arbeiten muss.

Arbeit für Pflanzen im belgischen Garten

Damals hatte sie keine Ahnung von Garten und von den Pflanzen. Sie hat bei ihm immer wieder im Laufe der Jahre gearbeitet, von ihm gelernt und als „Bezahlung“ von ihm gezüchtete Pflanzen bekommen, die jetzt in Nienborg wachsen, blühen und gedeihen.

In dem Garten von Familie Schwietering wachsen vor allem Stauden.
In dem Garten von Familie Schwietering wachsen vor allem Stauden. © Elvira Meisel-Kemper © Elvira Meisel-Kemper

Ein großes länglich-ovales Beet schlängelt sich in der Mitte des Gartens, umrahmt von Rasenwegen und flankiert von jeder Menge Ruhezonen und weiteren kleineren Beeten. Ein Teich gehört genauso dazu wie Ruheecken, in denen es sich gut relaxen lässt. Keine Steine säumen oder begrenzen die Beete, höchstens hier und da Reliefs aus Corten-Stahl. Die Pflanzen sind die natürliche Begrenzung der Beete. Das Ganze ist wie ein Wandelgarten angelegt, der fast nur mit Stauden gefüllt ist.

Blanke Erde, wie in manchen deutschen Vorgärten, sieht man hier nicht. „Ich glaube, dass deshalb auch viele Niederländer zu mir zu Besuch kommen, weil sie diese Gärten eher aus ihrem Land kennen“, ergänzt Schwietering. Der Garten ist ihr tägliches Fitnessprogramm. „Ich bin jeden Tag zwei bis drei Stunden im Garten. Das ist Erholung für mich, man muss nur dran bleiben“, so Schwietering und ergänzt: „Den Garten von Maurice Vergote gibt es leider nicht mehr.“

Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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Elvira Meisel-Kemper

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