Die Bürger und der Windpark

Plan wird öffentlich ausgelegt

Die Gemeinde Heek betreibt mit Nachdruck das gemeinsame Bürgerwindparkprojekt von Ahaus, Heek und Legden, das als Leader-Projekt aus der Regionale hervorging. Doch es gibt kritische Stimmen aus der Bürgerschaft, während potenzielle Investoren mit Sorge die jüngsten Änderungen im Flächennutzungsplan sehen.

HEEK

, 29.04.2016, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Windräder drehen schon lange in Ahle.

Windräder drehen schon lange in Ahle.

Die erste Runde ist durch, nun folgt die zweite: Der Flächennutzungsplan mit den Kriterien für die Ausweisung von Windvorrangzonen wird ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt. Im Bauausschuss präsentierte die Verwaltung den geänderten Plan. Neu: als fünfte Vorrangzone "Donseler Feld", außerdem größere Vorsorgeabstände.

Harte und weiche Zonen

Demnach sollen als so genannte "harte Tabuzone" (für Windenergie ungeeignet) 410 Meter Abstand zu Wohngebieten und 210 zu Wohngebäuden im Außenbereich eingehalten werden. Weiche, abwägbare Tabuzonen wurden erweitert auf 600 (Wohngebiet) und 450 Meter (Außenbereich).

Wie sehr das Thema die Heeker einnimmt, zeigte allein schon die Tatsache, dass drei Mitglieder des Bauausschusses wegen Befangenheit bei den Beratungen ihre Plätze räumten. Auch der Vorsitzende Franz Epping ließ sich darum vertreten.

Ausgleichsflächen

In einigen Nachbarschaften wohnen Windkraftgegner und -befürworter Tür an Tür. So auch in Wext, wo Hermann Mers lebt. Es dürfe am Ende nicht so aussehen: "Der eine verdient Geld damit und der andere hat es vor der Haustür", findet der stellvertretende Bürgermeister (CDU). Er frage sich vor allem, wo die Ausgleichsflächen herkommen sollen, die für den Bau der Anlagen benötigt werden. "Die sollten auch hier in der Nähe sein", forderte er gestern auf Anfrage. Mit den neuen Festsetzungen könne er aber gut leben.

Die Vorrangzone Donseler Feld wurde mit aufgenommen, nachdem sie auch im Regionalplan ausgewiesen worden sei, erklärte Bauamtsleiter Herbert Gausling im Ausschuss. "Wir haben als Gemeinde keine Möglichkeit, diesen Festsetzungen nicht zu folgen", stellte er klar. "Hier steht uns auch kein Abwägungsspielraum zu."

Gausling stellte die Zonen nochmals vor und wies auf Größenänderungen hin. Wext sei "deutlich kleiner" geworden, in der bestehenden Zone Ahle habe sich nichts geändert, denn "Ziel des Regionalplans war es, bestehende Zonen abzusichern", wobei im Zuge des Re-Powering die gleiche Anzahl Anlagen "zukünftig nicht mehr möglich sein wird". Dann kämen die neuen Bestimmungen zum Zuge. "Anlagen, die sehr dicht an den Wohngebäuden stehen, werden in Zukunft nicht mehr möglich sein."

Entscheidung bis Sommer

Die Zone Wichum wird ebenfalls kleiner, weil dort Leitungen mit entsprechenden Abständen zu Buche schlagen. Die Zone Ahle-Süd schließt an eine Ahauser Vorrangzone an, "die ohne Berücksichtigung der Heeker Fläche so nicht hätte ausgewiesen werden können", so Gausling. Die Fläche im Donseler Feld ist mit etwa 17 Hektar die kleinste. Sie bietet Platz für maximal zwei Windkraftanlagen. Ziel sei es, noch vor der Sommerpause über die endgültigen Abwägungen zu entscheiden, so Gausling, "sodass mit Inkrafttreten des Flächennutzungsplans Mitte Oktober die ersten Anlagen genehmigt werden können."

 

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