Die komplizierte Suche nach dem Kita-Provisorium

mlzNeue DRK-Kita

Der Bau der neuen Kita in der Stroot ist auf den Weg gebracht. Weil diese aber wohl nicht rechtzeitig fertig wird, sucht die Gemeinde nach einer Übergangslösung. Doch das ist nicht einfach.

Heek

, 08.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Träger, Investor und Standort stehen und der Bauantrag ist seit dieser Woche gestellt – es geht voran mit der neuen DRK-Kita in der Stroot. Doch für einen reibungslosen Start zum 1. August geht es wahrscheinlich nicht schnell genug.

Weil der Bau wohl frühestens im Herbst fertig sein wird, müssen sich Kinder und Eltern zunächst auf eine provisorische Unterbringung an einem anderen Standort einstellen.

Wie dieses Provisorium aussehen wird und wo es errichtet wird, steht noch in den Sternen. „Alle wollen wissen, wo genau, aber das können wir noch nicht sagen“, bekannte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im Haupt- und Finanzausschuss. „Wir sind aber nicht ratlos.“ Für die Unterbringung gebe es ein paar Optionen. „Wir wollen das bestmögliche Provisorium.“

Übergangslösung gesucht

Die Wahl des Objektes hänge noch von vielen Faktoren ab, sagt Fachbereichsleiter Jürgen Lammers auf Nachfrage – etwa von der Zahl der Kinder und der Dauer der Zwischen-Unterbringung. Derzeit rechne die Verwaltung mit einer Fertigstellung gegen Jahresende. Demnach werde eine Übergangslösung für rund vier Monate gebraucht. Ein Zeitraum, der manch einfache Lösung, wie die Unterbringung in einem anderen Kindergarten, unmöglich macht. „Es wird nicht einfach“, erklärte Weilinghoff.

Luxus-Lösung steht nicht im Fokus

Umbaumaßnahmen seien wahrscheinlich nötig, so Lammers. Deshalb soll vorsorglich ein Betrag von 50.000 Euro für das Provisorium in den Haushalt 2019 eingestellt werden. Das Problem: „Wir kennen die Anforderungen an ein Provisorium noch nicht genau“, so Weilinghoff.

Markus Grotendorst, Fachbereichsleiter beim Kreis Borken klärt auf: „Grundsätzlich orientieren sich die Anforderungen an den generellen Kita-Standards, sind aber immer eine Einzelfallbetrachtung.“

Kompromisse möglich

Das heißt: Ein Gruppenraum, ein Nebenraum und kindgerechte Sanitäranlagen werden grundsätzlich benötigt. Im Heeker Fall seien wegen des hohen Anteils an U3-Kindern auch noch Schlafräume zu berücksichtigen. Natürlich seien für eine Übergangslösung auch Kompromisse möglich, so Grotendorst. So könne die Raumaufteilung schon mal von den Standards abweichen und falls keine Kinder-WCs vorhanden seien, ließe sich dies mit Podesten beheben.

Weniger Kompromisse gäbe es mit der Luxus-Variante: der Anmietung von Pavillon-Containern. „Das wäre aber auch die teuerste Lösung“, so Weilinghoff. Schließlich brauchen die Container Anschlüsse für Wasser und Strom. Und anschließend wird alles wieder abgebaut. „Das wäre ein Riesenaufwand für einen kurzen Zeitraum“, urteilt Lammers. Deshalb stehe diese Lösung derzeit „nicht im Fokus“.

Objektbesichtigung

Stattdessen sei laut Lammers ein Umbau wahrscheinlicher. „Wir suchen eine langfristige Lösung.“ Das heißt: Möglichst solle ein Gebäude erweitert werden und die Räumlichkeiten anschließend „vernünftig mitgenutzt“ werden. Am 19. März gibt es eine Objektbesichtigung mit dem Kreis und dem Träger. Unter Zeitdruck sieht Lammers die Planungen nicht: „Es muss ja nicht nächste Woche fertig sein.“

Anmeldung ist noch möglich

Derweil seien die Eltern noch nicht offiziell unterrichtet worden, sagt Dirk Holz, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter des Trägers DRK. Sobald eine Übergangslösung feststehe, gebe es aber einen Elterninformationsabend. Zudem seien im Frühjahr erste Kennenlerngespräche mit den Eltern geplant.

23 Anmeldungen für die neue Kita liegen dem Kreis bisher vor. Eine Anmeldung ist aber noch möglich, obwohl die reguläre Kita-Anmeldephase beim Kreis längst abgeschlossen ist. Besonders diejenigen, die ihren Wunsch-Kitaplatz nicht bekommen haben, können so noch zum Zuge kommen. 30 Plätze in zwei Gruppen sind für das erste Jahr geplant.

Verbundleitung

Grundsätzlich liefen die Anmeldungen für neue Kitas oft schleppend, berichtet Dirk Holz: „Es gibt noch kein Gebäude und kein Team und da soll man das Wertvollste, was man hat, anmelden.“

Immerhin ist die erste personelle Weiche schon gestellt. So übernimmt Gisela Kühlkamp die Verbundleitung. Neben der Heeker Kita ist sie für zwei Ahauser DRK-Einrichtungen verantwortlich. Und auch beim Erzieherpersonal sieht es trotz des allgemeinen Erziehermangels gut aus. „Ich habe schon zehn Bewerbungen vorliegen, obwohl ich noch gar keine Stelle ausgeschrieben habe“, verrät Holz.

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