Dortmunder Kabarettistin Uta Rotermund begeistert in Heek mit schwarzem Humor

Kabarett-Abend

Bissig-frech, unverschämt bis vulgär oder real-satirisch? Uta Rotermund lieferte auf der Bühne der Sporthalle in Heek von allem etwas: Und rund 400 Besucher fanden ihr Programm zum Brüllen.

05.02.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Kabarettistin Uta Rotermund begeistert in Heek mit schwarzem Humor

Unter der rosafarbenen Perücke verspritzte Uta Rotermnund rabenschwarzen Humor. © Elvira Meisel-Kemper

Die Dortmunder Kabarettistin Uta Rotermund servierte ihr frech-bissiges Programm „50 Plus! Seniorentelle?“ in der vollbesetzten Sporthalle der Kreuzschule Heek. Sie verschleierte ihr eigenes Alter nicht. Vor allem sprach sie immer wieder die Besucher an, um sich nickende und lachende Bestätigungen einzufangen.

Das Geld für Anti-Aging-Produkte sollte man lieber sparen und in die Rente investieren. Piercings in den Brustwarzen dienten doch nur dazu, um das Bauchfett daran hochzuhalten. „Da sitzen sie und belasten die Rentenkassen. Meine Herren, entlasten sie die Rentenkassen. Meine Damen, Hausschlachtung ist wieder en vogue“, warf sie schwarzhumorig ins Publikum inklusive der Rezepte für ein mehrgängiges Menu bis hin zum „Methusalem-Kompott“.

Suche nach der Superfalte

So wetzte sie sprachlich die Messer und so schärfte sie die Sinne in der Zweierbeziehung, die in die Jahre gekommen ist. Da drehte sich einiges um „die kleine blonde Schnecke“ des Ehemannes. „Das ist rein körperlich“ oder „Das hat sich so ergeben“, persiflierte sie die Reaktionen der erwischten Ehemänner. Das rosafarbene Outfit mit der hochtürmigen Perückenfrisur war ein optischer Unschuldsvorwand, den sie längst mit ihren Kommentaren zerlegt hatte.

Ein Restaurantbesuch mit Angeboten wie „Osteoporose-Teller“ erregte ebenfalls ihren Spott. „Für den Herrn ab 50 gibt es einen Prostata-Teller“, verlängerte sie die Lachsalven im Nachsatz. Eindringlich warnte sie die Männer davor, dass ihre Frauen die Scheidung einreichen. Das sei bei 75 Prozent aller 50-plus- Ehen der Fall.

Ganz neue mediale Formate schlug sie mit dem Model-Test „Deutschland sucht die Superfalte“ vor, während sie die Gemeinde Heek als Veranstalter des Abends mit einem ganz anderen Thema einbezog: „Heek ist die erste Kommune bundesweit, die ein Seniorenspielfeld einrichtet.“

„Gebrauchter Körper“

Dazu gehörten die besonderen Sicherheitsmaßnahmen mit Schließfächern für das Gebiss neben dem Rollatorenparkplatz und der Kuschelecke für die „antiturbulenten“ Männer. Das Spielfeld werde bewusst neben einer Schule angelegt für den Generationenaustausch und für die kurzen Wege der Amokläufer. Schwärzer ging gar nicht mehr.

Doch es ging, indem sie die Kur aufs Korn nahm, sich als gackerndes Huhn produzierte, das kleine ABC der Wechseljahre auflistete und letztlich einen Striptease hinlegte, der mit Pfiffen der Begeisterung angefeuert wurde.

Da stand sie am Ende nach ihrem Table-Dancing in seniorengerechter Unterwäsche, die letzten Töne von „Sex-Bomb“ waren verklungen und das Publikum tobte. „Ich bin das Modell aus der Reihe ,gebrauchte Körper‘“, heizte sie den Schlussjubel noch zusätzlich an.

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