Drei junge Frauen, ein Weg und ein Ziel

Bundesfreiwilligendienst

Jasmin Changharli, Lydia Huber und Jennifer Stark wollen alle studieren. Soziale Arbeit oder Lehramt. Um sich abzusichern, dass ihnen die Arbeit mit Kindern wirklich gefällt, absolvieren die drei derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in verschiedenen Einrichtungen in der Gemeinde Heek.

JEEK

von Mirko Heuping

, 22.02.2015, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Absolvieren gerade alle drei ihren Bundesfreiwilligendienst in der Gemeinde Heek (v. l.):
Lydia Huber (Alexander-Hegius-Grundschule), Jennifer Stark (Kreuzschule) und Jasmin Changharli (Jugendhaus »Zak«).

Absolvieren gerade alle drei ihren Bundesfreiwilligendienst in der Gemeinde Heek (v. l.): Lydia Huber (Alexander-Hegius-Grundschule), Jennifer Stark (Kreuzschule) und Jasmin Changharli (Jugendhaus »Zak«).

Changharli verstärkt seit Oktober das Team des Jugendhauses „Zak“, seit September sind Huber an der Alexander-Hegius-Grundschule und Stark an der Kreuzschule beschäftigt. Jasmin Changharli hat als Jugendliche bereits im Jugendzentrum in Legden ausgeholfen. Ihr gefällt vor allem die Abwechslung, die ihr die Tätigkeit bietet. Sie nimmt an den täglichen Teamsitzungen teil, hat hauswirtschaftliche Aufgaben und organisiert montags und mittwochs den Kindertreff. Auch bei der Planung und Durchführung von Ferienfreizeiten ist die 20-Jährige aktiv. Schon nach einem halben Jahr im „Zak“ sagt sie voller Selbstbewusstsein: „Irgendwann möchte ich mal die Leitung eines Jugendhauses übernehmen.“

Hilfe in der Ganztagsschule

Lydia Huber konnte sich nach dem Abitur nicht entscheiden, was sie eigentlich machen will. Deshalb entschloss sie sich dazu, erstmal praktische Erfahrungen zu sammeln. Im Ganztags-Bereich der Alexander-Hegius-Grundschule hilft sie beim Mittagessen und der Betreuung der Kinder. Doch auch im Unterricht ist die 18-Jährige eine Stütze. Sie kann mit einzelnen Schülern oder Kleingruppen Aufgaben nacharbeiten, während sich die Lehrerin um den Rest der Klasse kümmert. Am meisten freut sie sich, dass sie trotz der für sie ungewohnten Aufgaben im Kollegenkreis voll akzeptiert und auch von den Kindern angenommen wird.

Ähnliche Erfahrungen macht Jennifer Stark an der Kreuzschule. Dort arbeitet sie überwiegend mit Fünftklässlern. Während sie im Unterricht für die Jungen und Mädchen „Frau Stark“ ist, wird sie nachmittags auch schon mal mit ihrem Vornamen angesprochen. „Das rutscht vielen so raus. Ich finde das aber auch nicht so schlimm, da mich die Schüler trotzdem respektieren“, erzählt sie.

In der Mittagspause ist sie für die Programmgestaltung zuständig, morgens betreut sie wie Huber oft Kleingruppen. Dies sind nicht immer nur die langsameren Schüler. „Manchmal geht es auch darum, mit denjenigen, die schon weiter sind, schwierigere Aufgaben durchzugehen“, verrät Stark. Die längste Zeit sind die jungen Frauen in ihrem Bundesfreiwilligendienst in den jeweiligen Einrichtungen unterwegs. Doch auch Schulungen gehören zu ihrem Arbeitsalltag. 25 Seminartage hat jede von ihnen über das Jahr verteilt.

Lehrreich, aber schlecht bezahlt

Während sie mit ihren Aufgaben, der Atmosphäre am Arbeitsplatz und der Betreuung sehr gut zufrieden sind, sehen die drei ihre Bezahlung eher kritisch. „Manchmal ist das schon ein wenig frustrierend“, kommentiert Jennifer Stark den monatlichen Verdienst von 348 Euro plus diverser Zulagen für Fahrt und Verpflegung. Zumal bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr mehr bezahlt wird. „Ich habe eine 39-Stunden-Woche plus Vor- und Nachbereitung des Unterrichts“, sagt die Bundesfreiwilligendienstleistende. Und Lydia Huber ergänzt: „Außerdem muss man lernen, mit den psychischen Belastungen klarzukommen. Durch die Erzählungen der Kinder bekommt man Sachen mit, die echt hart sind.“

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