Drei neue Windkraftanlagen entstehen

Bürgerwindpark Heek-Ahle

Es tut sich was im Bürgerwindpark Heek-Ahle Dannenkamp. Meist nachts steuern derzeit reihenweise Schwertransporter die Bauerschaften Ahle und Ammeln an. Sie liefern die Einzelteile für drei Windkraftanlagen (WKA) und die Kräne, mit denen sie zusammengebaut werden. Noch in diesem Jahr sollen die Anlagen ans Netz gehen.

HEEK/AHAUS

, 23.08.2017, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ludger Wissing, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Heek-Ahle Dannenkamp GmbH & Co. KG, beim Rundgang auf der Baustelle für den neuen Bürgerwindpark in Heek-Ahle und Ahaus-Ammeln.

Ludger Wissing, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Heek-Ahle Dannenkamp GmbH & Co. KG, beim Rundgang auf der Baustelle für den neuen Bürgerwindpark in Heek-Ahle und Ahaus-Ammeln.

„Das ist schon eine echtes Bauvorhaben, eine große Herausforderung, das alles so hintereinander zu bringen“, sagt Ludger Wissing, Geschäftsführer des Bürgerwindparks Heek-Ahle Dannenkamp. Ende 2016 lag die letzte Genehmigung vor, jetzt rollen die Laster. Die Einzelteile kommen aus Österreich, Magdeburg und Aurich und werden zumeist nachts über die Autobahn 31, die Bundesstraße 70 und die Ammelner Straße angeliefert.

Allein 38 Schwertransporte waren nötig, um die Bestandteile des riesigen Krans auf dem Ahauser Teil des Windparks zu liefern. Der steht nun fertig zusammengebaut einige Meter neben dem Platz, an dem die WKA entsteht. Der vier Meter tiefe Keller für die Elektronik ist fertig, genauso das Fundament für die WKA.

Ab Donnerstag geht es mit der Turm-Montage weiter. Gebaut wird eine Anlage vom Typ E-141 EP4 mit einer Nabenhöhe von 159 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern. Bei voller Leistung bringt diese Anlage laut Hersteller Enercon 4200 Kilowatt pro Stunde.

Nebenan auf Heeker Gebiet entstehen zwei Anlagen vom Typ E-82 E2. Sie sind mit einer Nabenhöhe von 138 Metern etwas kleiner und schaffen bei voller Leistung jeweils 2300 Kilowatt in der Stunde. Die Montage der beiden Kräne für die Anlagen auf Heeker Gebiet soll in dieser Woche abgeschlossen werden, damit am Montag mit dem Bau der WKA begonnen werden kann.

Strom für 6000 Haushalte

Komplett aufgebaut, wird das Trio die umliegenden Anlagen nicht nur in puncto Höhe übertreffen. „Allein die EP4 erzeugt in einem Jahr etwa so viel Energie wie drei der älteren Anlagen aus dem Windpark Ahle zusammen“, sagt Ludger Wissing. In der Summe sollen die drei Anlagen des neuen Bürgerwindparks etwa 22 Millionen Kilowattstunden im Jahr produzieren.

„Damit können zwischen 6000 und 6500 Haushalte versorgt werden“, so Wissing. „Unser Ziel ist es, dass die Anlagen noch in diesem Jahr ans Netz gehen.“ Der Strom wird dann zum Umspannwerk Ahaus an der Rotdornstraße geliefert und von dort ins Netz eingespeist.

Über 900 Mitglieder

Um auch die Bürger ins Boot zu holen, wurde im vergangenen Jahr die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden (Ahleg) gegründet. Mitglieder der Genossenschaft können einen oder mehrere Geschäftsanteile von 500 Euro bis 10.000 Euro zeichnen.

Die Ahleg ist an sechs Windparks in der Region beteiligt, die sie entweder komplett oder anteilig übernommen hat, darunter auch der Bürgerwindpark Heek-Ahle Dannenkamp. „So streut sich das Risiko, falls ein Park mal schlechter laufen sollte“, sagt Karl-Heinz Siekhaus aus dem Vorstand der Ahleg.

Mehr als 900 Mitglieder haben aktuell über 12.200 von möglichen 15.300 Anteilen gezeichnet. „Die Dividende wird sich – auf die gesamte Laufzeit gesehen – zwischen drei und vier Prozent bewegen“, so Karl-Heinz Siekhaus. Mit einer ersten Gewinnausschüttung sei frühestens im Jahr 2018 zu rechnen.

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