Der Drive-in auf dem Heeker Marktplatz wird nach wie vor sehr gut angenommen. Das hat laut Betreiber auch mit der Fußball-Europameisterschaft zu tun. © Till Goerke
Marktplatz Heek

Drive-in: Hunderte Corona-Tests pro Woche – auch wegen Fußball-EM

Die Corona-Teststelle auf dem Heeker Marktplatz ist nach wie vor gut frequentiert, wie die Zahl der wöchentlichen Tests zeigt. Und: Der Betreiber übt Kritik an „schwarzen Branchen-Schafen“.

Die Corona-Teststelle auf dem Heeker Marktplatz gibt es jetzt gut zwei Monate. Und obwohl das Impfen im Kreis voranschreitet und die Infektionszahlen merklich sinken, ist die Testnachfrage dort nach wie vor hoch. Laut Betreiber hat das auch mit der jüngst angelaufenen Fußball-Europameisterschaft zu tun.

„Die Europameisterschaft hat definitiv ihren Einfluss auf die Testnachfrage bei uns“, sagt Mark Grottke vom Stadtlohner Sicherheitsdienst PMC, der die Teststation in Heek betreibt, im Gespräch mit der Redaktion. „Die Menschen möchten einfach auf Nummer sicher gehen“, vermutet er.

Am Wochenende besonders viele Tests

Denn dank Inzidenzstufe 1 und den damit verbundenen Lockerungen ist es möglich, das Fußballevent sowohl beim Public-Viewing – unter Beachtung der geltenden Corona-Schutzverordnung – oder bei privaten Veranstaltungen mit einer Vielzahl von Menschen zu verfolgen.

Und da im Kreis noch längst nicht alle vollständig geimpft sind (Stand 15. Juni: 30,66 Prozent), setzen die Menschen offenkundig auf die Karte Schnelltest – auch in Heek. „Unter der Woche ist es etwas ruhiger, an den Wochenenden nimmt die Sache Fahrt auf“, berichtet Mark Grottke. An diesen seien über 1000 getestete Personen auf dem Marktplatz keine Seltenheit.

Teststellen rechnen pro Test ab

Dass private Corona-Testzentren also ein wichtiger Baustein in der Pandemie-Eindämmung sind, steht außer Frage und zeigt sich auch in der Dinkelgemeinde. Doch die Zentren können auch zur Goldgrube werden, wenn Betreiber mehr Tests abrechnen, als sie tatsächlich durchgeführt haben.

Abrechnen können die Teststellen pro Test 18 Euro. Verteilt wird das Geld über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die dieses wiederum aus Steuermitteln erstattet bekommen. Rechnet eine Teststelle also mehr Tests ab, als sie durchführt, steigert das die Gewinnmarge. Zuletzt sind gleich mehrere Fälle dieser Betrügereien aufgeflogen – so auch in Münster.

PMC betreibt viel Aufwand für Dokumentation

Etwas, das Mark Grottke sauer macht: „Solche schwarzen Schafe ärgern uns natürlich.“ Schnell werde dann bei sowas über einen Kamm geschoren. Sprich, das Image aller Teststellenbetreiber leide. „Dabei geben wir uns die größte Mühe, alles ganz genau zu dokumentieren und täglich zu überprüfen, damit nur aktuelle Zahlen rausgehen und es zu keinen Ungereimtheiten kommt.“

Dazu gehöre es auch, die betriebenen Teststellen selbst vor Ort zu kontrollieren. „Das ist alles in allem viel Aufwand, aber das ist es uns einfach wert, um ein sauberes Bild abzugeben.“ Erfassen, dokumentieren und überprüfen sei einfach Teil des Alltags seriöser Teststellenbetreiber.

Teststation bleibt Heek noch erhalten

„Alles andere könnten wir uns als Sicherheitsunternehmen auch gar nicht leisten“, macht Mark Grottke deutlich. Es gehe schließlich um den guten Ruf. Einen Ruf, den die Heeker mit Blick auf die Anzahl der bisher durchgeführten Tests offenkundig zu schätzen wissen. „Die gute Resonanz freut uns natürlich sehr“, so Grottke.

Und wie lange soll die Teststation auf dem Marktplatz noch betrieben werden? „Wir haben noch keinen Gedanken ans Aufhören verschwendet“, entgegnet Grottke. Solange die Nachfrage gegeben ist, will PMC die Teststation weiterbetreiben und in Heek aktiv bleiben.

Termine können über die Chayns-App oder ein Formular vor Ort gebucht werden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetplattform Facebook (Teststelle Heek Marktplatz).

Öffnungszeiten der Teststelle:

  • Montag bis Donnerstag: 7 – 12.30 Uhr & 13.30 – 19 Uhr
  • Freitag: 7 – 12.30 Uhr & 13.30 – 20 Uhr
  • Samstag: 8 – 20 Uhr
  • Sonntag: 9 – 17 Uhr
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