Nadja und Erwin ten Peze bieten im „Koffie Erna“ an der Ludgeristraße Kaffeespezialitäten und holländische Süßigkeiten an. © Andreas Bäumer
Holländische Gastlichkeit

Ehepaar ten Peze bringt mit „Koffie Erna“ neue Kaffeekultur nach Heek

Er war Finanzbuchhalter und hat dann vom Coffee-Bike aus Espresso, Latte macchiato und Cappuccino angeboten. Sie war Alleinerziehende und Dekorateurin. Nun betreiben beide das „Koffie Erna“.

Da sitzt er auf der für ihn kleinen Couch im „Koffie Erna“ an der Ludgeristraße und lächelt still, als ob er hier seinen Ruhepunkt gefunden hat. Der Holländer Erwin ten Peze hat vor acht Jahren seinen Job als Finanzbuchhalter in einem mittleren Unternehmen an den Nagel gehängt und sich dem kunstvollen Kaffee verschrieben.

Seit sieben Jahren ist er Barista und bietet von seinem Coffee-Bike aus Kaffeespezialitäten auf Wochen-Märkten, Messen und Holland-Märkten an, vor Corona beispielsweise in Coesfeld und Billerbeck, derzeit nur in Enschede. Im Dezember hat er mit seiner Frau Nadja in Heek das „Koffie Erna“ eröffnet und trotz Pandemie scheint es zu klappen. Erna stehe für die Vornamen der beiden, aber auch für Tante-Erna-mäßige Gemütlichkeit, so Nadja.

Café trotz Pandemie mit Optimismus eröffnet

Zum Beginn mitten in der Pandemie erzählt sie mit hessischem Zungenschlag: „Viele der Freunde und Verwandten haben gesagt, wir seien verrückt. Wir sind optimistische Menschen.“ Während der etwas langsameren Anfangszeit habe Erwin ihr genau zeigen können, wie die Milch aufgeschäumt und der Kaffee aufgebrüht wird.

Er hat da hohe Standards. „Jeder Kaffee muss gut werden“, sagt er lächelnd. Sie arbeiten inzwischen abwechselnd hier. Der jeweils andere ist daheim mit den zwei Pflegesöhnen.

Am Wochenende auf dem Markt

Am Wochenende ist das Café geschlossen. Erwin arbeitet dann auf dem Markt. Dort verkaufe er gut 400 Tassen, während es im Café vielleicht 40 seien, rechnet er vor. Das sei Arbeit am laufenden Band. „Wenn das aber hier so wäre, würde ich aufhören, denn das ist nicht mein Leben“, ergänzt er.

Im „Koffie Erna“ gibt es eine große Auswahl Snoepjes, also holländische Lakritz und Weingummis, verschiedene Kaffeesorten der Eperaner Bio-Rösterei Lenis Coffee Family und Espresso, Cappuccino und Latte macchiato in verschiedensten Variationen, mit Minz- oder Karamell-Sirup, fettreicher Bio-Milch, Hafer- oder Mandel-Drink. Derzeit gibt es den Kaffee nur zum Mitnehmen.

Expertin für Einrichtung

Doch die Ausstattung würde schon jetzt zum Verweilen einladen. Eine Ecke mit Couch und Sessel, zwei Tische mit Stühlen, auch draußen soll in besseren Zeiten dann gedeckt werden. Die Einrichtung hat Nadja geplant. Bevor sie früh verwitwete und ihre Töchter dann allein großzog, hat sie als Gestalterin für visuelle Medien unter anderem Messestände gestaltet.

Im Moment sind die Tische Ablage für Süßigkeiten und Nadjas Buch „Von Meer zu Meer“. Sie schreibe gerne und regelmäßig, „manchmal bis 2 Uhr morgens“. Das Buch sei auch autobiographisch und erzählt von einer alleinerziehenden Mutter.

Das „Koffie Erna“ scheint Zuspruch zu finden. Die beiden freuen sich über die regelmäßigen Besuche der nahebei arbeitenden Ärzte und Apotheker. Auch André Coßmann kommt mindestens einmal die Woche und kauft Becher für seine Frau und sich selbst. „Es ist super hier“, sagt er, „meine Frau kennt Erwin vom Wochenmarkt.“ Sie fand den Latte macchiato so lecker, dass sie Stammkundin wurde.

Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Cafés.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.