Eichenstadion: Rat kritisiert fehlerhafte Sanierung

Mängel verwässert?

Die Vegetation kommt zur Ruhe, die Diskussion um den Zustand des Fußballplatzes im Eichenstadion nicht: Im Rat wurden am Mittwoch Zweifel an der Planung, Ausschreibung und Durchführung der Sanierung des Platzes laut. Kosten allein für die Gemeinde: rund 100000 Euro.

HEEK

, 17.11.2016, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eichenstadion: Rat kritisiert fehlerhafte Sanierung

Eher wie ein Planschbecken als ein Spielfeld mutet der Platz aktuell an.

Der Anblick sagt alles: Das zweite Spielfeld im Eichenstadion - im Frühsommer nach fast zwei Jahren Sanierung erst wieder eröffnet - taugt aktuell höchstens als Spielwiese für Frösche und andere Amphibien. Fußballspielen? Fehlanzeige.

Unangenehme Fragen

In der Ratssitzung am Mittwoch stand das Thema erneut zur Debatte. Bauamtsleiter Herbert Gausling musste sich unangenehmen Fragen stellen: Warum in der Tischvorlage der Verwaltung von einer "vorläufigen Abnahme" die Rede sei, wollte Manfred Kösters (SPD) wissen. Und warum bereits Bauhof- und ehrenamtliche Mitarbeiter des SC RW Nienborg den Platz bearbeiten, wenn noch keine rechtsgültige Abnahme der durchgeführten Arbeiten erfolgt sei. Er sehe die Gefahr, dass dadurch "ein Mangel, der von vornherein da war, verwässert wird", so Kösters.

Ausschreibung nicht nach DIN 

Wie berichtet, hatte die Sanierung des Platzes, die wegen massiven Befalls mit Junikäfer-Larven nicht nach üblichen Vorgaben ausgeschrieben worden war, nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Genau hier sah Franz Epping (CDU) den Knackpunkt: "Problematisch ist das, weil wir die Ausschreibung nicht nach DIN vorgenommen haben", sagte er. "Dafür werden wir noch Lehrgeld zahlen."

Regen blieb auf dem Platz stehen

Von Mai bis Juli 2014 wurde der Platz von einem beauftragten Unternehmen bearbeitet und gegen den Junikäfer Lavagestein in den Untergrund eingebracht. Bereits im Herbst 2015 hatte das Unternehmen die Dränage nachbessern müssen, nachdem der Regen auf dem Platz stehenblieb.

Ein Jahr später zeigt sich ein ähnliches Bild - trotz Düngung, Besandung und Belüftungsmaßnahmen. Im August schickte die Gemeinde der Firma eine Mängelanzeige, die diese zurückwies.

Das Unternehmen hatte offenbar selbst vorab einen großflächigen Austausch des Bodens empfohlen, der aber von der Gemeinde aus Kostengründen abgelehnt worden war. Der Platz müsse intensiv gepflegt werden. "Von einer Nutzung nach starken Regenfällen sollte abgesehen werden", zitiert die Verwaltung in ihrer Tischvorlage aus dem Antwortschreiben.

Nur kurzfristige Besserung

Zwischenzeitlich hatten sowohl Bauhofmitarbeiter als auch ehrenamtliche Helfer aus dem Verein neue Belüftungs- und Besserungsarbeiten ausgeführt, was aber nur kurzfristig Besserung brachte. Fazit der Verwaltung: "Nach dem Regen Anfang Oktober sind die alten Probleme wieder aufgetreten."

Noch hoffen Politik und Verwaltung darauf, das Ganze mit dem Auftragnehmer gemeinsam zu einem guten Ende zu bringen. "Der Mangel ist ohne Zweifel da", sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Er meinte aber, die Klärung der Schuldfrage helfe nicht unbedingt weiter. Man habe es schließlich mit einem Naturprodukt zu tun. "Am Ende haben wir dann womöglich immer noch keinen besseren Platz."

Möglicher Image-Schaden

Franz Epping führte den möglichen Image-Schaden für das ausführende Unternehmen ins Feld, den eine Auseinandersetzung um Gewährleistungsansprüche mit sich brächte. Er zähle auf deren Kooperation, "da stehen die Chancen jetzt nicht schlecht."

Immer lauter wird parallel der Unmut aus der Bevölkerung über den schlechten Zustand des Platzes, weshalb die Verwaltung sich genötigt sah, einen Fünf-Punkte-Plan für mögliche weitere Maßnahmen vorzulegen.

Abwarten

Dieser sieht als letzten Schritt die Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen gegen die ausführende Firma vor. Vorher solle weiter in Absprache mit dem Unternehmen und durch Bodenuntersuchungen nach Lösungen gesucht werden. Wegen des einsetzenden Winters heißt die Devise ansonsten: Abwarten. Aber der Bürgermeister versicherte: "Wir bleiben weiter dran."

Lesen Sie jetzt