Erweiterung Sporthalle: Weichen trotz großer Differenzen gestellt

mlzKreuzschule

Die Turnhalle der Kreuzschule ist in die Jahre gekommen. Mit einer Stange Geld könnte sie zu einem Kultur- und Sportzentrum erweitert werden. Doch die Idee heißen nicht alle gut.

Heek

, 13.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Längst ist die Kommunalwahl Geschichte. Nicht aber ihr Ergebnis. Rat und Ausschüsse sind neu zusammengesetzt. Und damit kommen auch wieder Themen auf den Tisch, die vor der Wahl bewusst auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden. Dazu gehört auch die Erweiterung der Sporthalle der Kreuzschule zu einem Kultur- und Sportzentrum. Und dieses Thema spaltet die politischen Gemüter.

1975 war die Inbetriebnahme des mittlerweile alten „Schätzchens“. Energetisch ist die Halle lange überholt. Auch der einstige Charme ist längst verflogen. Seit Jahren wird in verschiedenen Ausschüssen und dem Rat darüber debattiert, wie und unter welchen Voraussetzungen die Sache angegangen werden kann. Die Idee: Die Sporthalle soll zu einem Kultur- und Sportzentrum erweitert werden.

Kosten gehen ungeplant in die Höhe

Problem: Ursprünglich waren rund zwei Millionen für das Projekt veranschlagt. Ein Förderbescheid der Bezirksregierung Münster über 841.000 Euro liegt vor. Der ursprüngliche Eigenanteil der Gemeinde betrug so gut 1,3 Millionen Euro. Doch im Juni 2020 der Schock: Mehrkosten von einer Millionen Euro ploppten auf. So stehen jetzt 3,1 Millionen Euro im Raum. Die Gemeinde müsste 2,3 Millionen Euro tragen.

Jetzt lesen

Wer aber jetzt denkt, die Kostensteigerung sei im jüngsten Ausschuss für Bildung und Soziales primärer Auslöser der langen politischen Debatte gewesen, der liegt daneben. Die Kostensteigerung bedingt durch den erforderlichen Brandschutz und die Mehrkosten im Bereich der technischen Anlagen trugen die Ausschussmitglieder augenscheinlich mit Fassung. Vielmehr rang sich die Diskussion um die Nutzung der Halle. Und die Parkmöglichkeiten.

Jetzt lesen

Denn wie der Name schon sagt, sollen in der Halle auch Kulturveranstaltungen stattfinden. Wichtig: Auftritte von Atze Schröder als Jahreshighlight, Konzerte des Musikvereins und die KAB-Kleiderbörse finden ohnehin schon in der Halle statt. Allerdings nur mit Sondergenehmigung des Kreises. Aktuell ist es eben offiziell nur eine Sporthalle.

Es sollen nicht mehr Kulturveranstaltungen stattfinden

Laut Verwaltung soll sich an der Anzahl der Kulturveranstaltung auch nach einer Realisierung des Projektes nichts ändern. „Das ist nicht unsere Intention. Es bleibt eine Sporthalle. Wir können auch gerne im Namen die Reihenfolge tauschen, um es noch deutlich zu machen“, machte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klar. Worte, die auf die Vertreter des Dinkelbündnisses wenig überzeugend wirkten.

Die Ausschusssitzung fand unter strengen Corona-Auflagen statt. Das tat der Diskussionsbereitschaft der Anwesenden aber keinen Abbruch.

Die Ausschusssitzung fand unter strengen Corona-Auflagen statt. Das tat der Diskussionsbereitschaft der Anwesenden aber keinen Abbruch. © Till Goerke


Bernhard Holtkamp stellte klar: „Wir haben bei der Halle Bedenken. Es ist zu vieles ungeklärt. Dass die Halle saniert werden muss, ist klar. Aber die Belange der Schule müssen vorrangig bleiben. Wir sehen die Sache skeptisch.“ Dem hielt Matthias Alfert (SPD) entgegen: „Wir sehen keine Alternative. Wir müssen da jetzt mal durch. Wir teilen die Bedenken des Dinkelbündnis nicht.“

Alternative ist deutlich kostspieliger

Ein von der Verwaltung vorgelegte Alternative wäre übrigens, eine neue Einfach-Turnhalle zu bauen (Kosten: 2,5 Millionen Euro) sowie die bestehende Halle für etwa 1,4 Millionen Euro zu sanieren. Denn die Sanierung, so die Verwaltung, müsse ohnehin erfolgen. Gesamtkosten bei dieser Variante: gut 3,9 Millionen Euro. Also rund 1,6 Millionen Euro mehr als bei der Erweiterung der Sporthalle.

Jetzt lesen

„Eine multifunktionale Nutzung halte ich optimal für unsere Gemeinde“, so der Bürgermeister. Eine eigene Veranstaltungshalle sei gemessen an der Größe Heeks schlicht eine Nummer zu groß. „Wir haben nicht den alltäglichen Bedarf, da wir nicht so viele Großveranstaltungen haben, doch einen geeigneten Raum haben wir dafür eben auch nicht.“ Stichwort Sondergenehmigung für jede Veranstaltung. Etwas, das auch schon dem Kreis übel aufgestoßen sein soll.

Jetzt lesen

Übrigens beinhaltet die geplante Erweiterung der Halle auch einen Anbau eines Multifunktionsraumes, der auch als Bühne für Kulturveranstaltungen genutzt werden kann. „Die Schule hätte aus unserer Sicht einen großen Mehrwert von der ganzen Sache“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Wo werden Parkplätze ausgewiesen?

Bliebe noch die Sache mit der Parkplatzproblematik bei Veranstaltungen mit 400 Besuchern und mehr. Nach Corona wird dies ja wieder möglich sein. „Wir würden gerne mal ein Parkplatzkonzept von der Verwaltung vorgelegt bekommen“, merkte Matthias Alfert (SPD) an. Das soll jetzt noch folgen. Bauamtsleiter Herbert Gausling skizzierte aber bereits einige Ideen.

So sei es denkbar, Parkplätze zum Beispiel am Sportzentrum auszuweisen und einen Shuttle-Service einzurichten. Ebenfalls sei es denkbar, das unmittelbare Umfeld der Halle für Besucher und ihre Autos zu sperren. Einfach, um Ärger mit den Anwohnern zu vermeiden, wenn alles kreuz und quer zugeparkt ist. „Dann müssten wir das natürlich auch kontrollieren, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen.“

Jetzt lesen

Bei der abschließenden Abstimmung dem Rat vorzuschlagen, die Planungen der Erweiterung fortzusetzen und die Ausschreibung aller Gewerke vorzubereiten, zeigte sich, dass SPD und CDU die Sache befürworten und das Dinkelbündis nicht dahintersteht.

Per Mehrheitsentscheid wurde die Sache aber durchgewunken. Das letzte Wort hat nun der Rat. Da dort das Dinkelbündis gegen SPD und CDU stimmentechnisch (ebenfalls) keine Chance hat, sind die Weichen pro Erweiterung gestellt.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt