Das Dinkelbündnis zerlegt sich Stück für Stück selbst. © Wählergruppe
Kommentar

Euphorie verpufft: Dinkelbündnis zerlegt sich Stück für Stück selbst

Wieder ein Tiefschlag für das Dinkelbündnis. Den dritten Austritt eines Ratsmitgliedes aus der Wählergruppe kommentiert Redakteur Till Goerke.

Mit ganz viel Euphorie und einem sensationellen Kommunalwahl-Ergebnis im Rücken ist die Wählergruppe Dinkelbündnis Ende 2020 in das lokalpolitische Geschehen in Heek eingestiegen. Es hätte zweifelsohne etwas Großes gedeihen können. Doch der Sensations-Effekt ist verpufft. Nebenkriegsschauplätze hier, zwischenmenschlich fragwürdige Auftritte da.

Anstatt sich auf das Wesentliche, die gegenwärtige Entwicklung der Gemeinde, zu konzentrieren, wühlte das Dinkelbündnis in der Vergangenheit, erhob Anschuldigungen ohne Belege, griff den Bürgermeister verbal an und schoss aus allen Rohren auf die Presse. Das ist von guter Lokalpolitik so weit weg wie die Erde von der Sonne.

Das konnte nicht ohne Folgen bleiben

Dass so ein Gehabe nicht ohne Folgen bleiben konnte, dürfte eigentlich jedem klar gewesen sein. Dass es das Dinkelbündnis aber von innen heraus Stück für Stück zerlegt, kommt – zugegebenermaßen – etwas überraschend. Mit Tobias Neumann, Rolf Baltus und jüngst Thomas Schultewolter haben mittlerweile drei Ratsmitglieder dem Bündnis den Rücken gekehrt.

Wenig überraschend waren es zwischenmenschliche Differenzen mit den Führungsköpfen, die zu diesem Schritt führten. Denn, wer die oberen Herren der Wählergruppe bei ihren Auftritten zuletzt in der Öffentlichkeit erlebt hat, der weiß: Hochmut ist bei ihnen in Großbuchstaben notiert. Und Schuld an allem haben grundsätzlich immer „die anderen“. Einsicht? Fehlanzeige.

Kneifen, wenn es darauf ankommt

Und wehe, es kommt darauf an, Rückgrat zu zeigen – dann heißt es kneifen. So ließ etwa der Dinkelbündnis-Fraktionsvorsitzende schon mehrfach Anfragen dieser Redaktion unbeantwortet. So auch jetzt wieder zum Austritt von Thomas Schultewolter.

Keine Frage: Es ist ja auch bequemer, nichts zu sagen. Nur der bequeme Weg muss noch längst nicht der richtige Weg sein. Wenn schon ein Fraktionsvorsitzender nicht willens ist, gegenüber der Presse Stellung zu beziehen, sagt das in meinen Augen viel über das Innenleben einer Fraktion aus.

Das ist schade. Schade für Heek. Schade für die Wähler. Weitere Quittungen für das Führungsduo der Wählergruppe scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein. Und kleiner werden die internen Erschütterungen dadurch nicht. Im Gegenteil.

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