Fehlendes Konzept für eine neue Nutzung: Alte Schreinerei ist abgerissen

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Die alte Schreinerei an der Brinkstraße gibt es nicht mehr. Zwei Jahre lang hat der Heimatverein versucht, das fast 100 Jahre alte Gebäude zu erhalten. Den Kampf gewann der Abrissbagger.

von Alex Piccin, Falko Bastos

Heek

, 10.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange haben er und der Schützen- und Heimatverein St. Ludgerus dagegen angekämpft, am Ende vergebens. Winfried Leusbrock resignierte, als am vergangenen Montag der Abrissbagger angerückt ist und sein Werk begonnen hat. Die alte Schreinerei Leusbrock an der Brinkstraße wurde abgerissen. „Wir haben seit zwei Jahren alles versucht, alles zu erhalten. Ich bin einfach enttäuscht“, sagt Winfried Leusbrock über das „Wahrzeichen Heeks“ im Gespräch mit unserer Redaktion. Sein Cousin Berthold Leusbrock ist der Alleinerbe des 1920 erbauten alten Gebäudes. Er hat jetzt einen Schlussstrich gezogen.

„Das Gebäude war baufällig. Ich habe oft genug ein Ultimatum gesetzt und die verstrichenen Fristen auch verlängert, aber es ging keinen Millimeter voran“, gibt dieser zu Protokoll. Das mit der Baufälligkeit sieht Winfried Leusbrock anders und verweist auf Architekten und Statiker, die sich das Gebäude angesehen haben: „Mindestens die Werkstatt war erhaltenswert.“ Der Heimatverein hatte vor, das Gemäuer der alten Schreinerei abzubauen und zusammen mit dem Inventar einzulagern. Winfried Leusbrock hatte nach eigenen Angaben einen vierstelligen Eurobetrag investiert, um einen Laserscan durchführen zu lassen. Dadurch wäre es möglich, das Gebäude an einer anderen Stelle detailgetreu wiederaufzubauen. Allerdings fehlte es an einem Nutzungskonzept.

Pläne nicht konkretisiert

Die alte Schreinerei und der drohende Abriss war bereits im vergangenen Sommer Thema im Rat. Der Heimatverein hatte sich an die Politik gewandt und um Unterstützung gebeten. Es gab Vorschläge, in dem wiederaufgebauten Gebäude eine Dorfbäckerei oder einen Sitzungssaal einzurichten oder die Schreinerei als Museum zu nutzen. Mehrere Standorte waren im Gespräch, aus denen aber nichts Konkretes erwuchs. „Man muss ehrlicherweise sagen, dass wir kein schlüssiges Konzept parat hatten“, so Winfried Leusbrock. Die gesetzten Fristen verstrichen schließlich.

Alle Optionen habe Eigentümer Berthold Leusbrock dem Heimatverein gegeben, um dem Vorhaben nachzukommen. Am Ende sei aber nicht mehr mit ihm gesprochen worden. Verträge habe der Verein nicht unterschrieben, Leusbrock fühlte sich hingehalten: „Mehr als eine Chance haben sie bekommen.“ Irgendwann war das Maß voll, zumal ihm regelmäßig Kosten für Reparaturen oder Aufräumarbeiten entstanden seien. Was bleibt ist eine leere Fläche, für die es zunächst keine Pläne gibt.

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